Happy Birthday „soulboater.com“

Autor: Uwe
06.12.2019
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Seit zwanzig Jahren ist Soulboater.com mittlerweile ohne Unterbrechung als Kajakportal online.

Redakteure kamen und gingen, die Internet- und Paddelwelt vollzog in diesem Zeitraum viele Veränderungen.

So auch bei Soulboater:

Aufgrund der Datenschutzverordnung läuft das Forum seit einiger Zeit nur noch über Facebook und die Themen haben sich aufgrund des derzeitigen Redaktionsteams Martina Pohl-Elser und Jan-Peter Reichardt auch an deren paddeltechnische Schwerpunkte angepasst.

An dieser Stelle der Hinweis bzw.Aufruf:

Wer sich auch bei Soulboater durch Berichte, Aktionen usw engagieren möchte, ist herzlich willkommen!

Unverändert wie vor 20 Jahren ist immer noch die Begeisterung und das Herzblut, mit der wir dieses wohl älteste und aktuellste Wildwasserportal Deutschlands betreiben.

Um zu zeigen, wie es mit Soulboater losging und das Engagement der Gründer zu würdigen, veröffentlichen wir an dieser Stelle noch einmal die Betrachtungen Uwe Hallers zum 10jährigen Jubiläum, der leider im letzten Jahr viel zu früh verstorben ist.

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Soulboater in eigener Sache: Happy Birthday Soulboater.com

 - Im Dezember 1999 ging die Domain Soulboater.com zum ersten Mal ans Netz. Zwar war bis dahin Soulboater.com schon seit mehr als einem halben Jahr geboren und auch versuchsweise in div. Beta-Versionen im Netz, aber der offizielle Geburtstag ist meiner Meinung nach der Dezember 1999.

Ein Rückblick (aus Uwe's Blickwinkel)

Trotz der zu Silvester üblichen Jahresrückblicke ist es also einmal an der Zeit für einen Rückblick auf 10 Jahre Soulboater, wobei ich mich nur auf den Anfang beschränken möchte.

Es war die Zeit des Aufbruchs am „neuen Markt“. Imperien wie Ebay, Amazon etc. entstanden im Nullkommanix und die Börsianer pumpten viel Geld in den Markt und seine Luftblasen bis zu seinem ersten Zusammenbruch.

Auch wir wollten in diesen Zeiten nicht tatenlos zusehen, wie um uns herum die Claims abgesteckt werden und wollten uns – wenn schon nicht mit finanziellen Träumen - zumindest mit einer echten com. Domain und unserer Passion dem Kajakfahren im Internet verwirklichen. Wir? Das war damals Darko und ich.

Ja, viel hat sich seither getan im schnelllebigen Internet. Die Mehrzahl der Internetbrowser hieß kurz zuvor noch Netscape, und „Frames“ waren grade aktuell, Java erst im Kommen. Die Softwareentwickler von Netscape wurden ausbezahlt um von anderen Giganten verdrängt zu werden. Sie sind heute alle Millionäre und auch viele andere damalige Riesen (kennt jemand noch Altavista? Die ehemalige „Google“-Suchmaschine) gibt es nicht mehr.

Viele trauten uns kein einziges Jahr des Bestehens zu. Doch dank Führungswechseln und dem „Open Source“-Gedanken hat Soulboater.com nicht nur überdauert, nein, sondern seinen User-Stamm sogar stetig vergrößern können.

Der Beginn

Darko und ich lernten uns zum ersten Mal beim Kentertraining im Hallenbad unseres heimischen Kajakvereins kennen. Wir beschlossen dort, da im Club (vom befreundeten Club abgesehen) damals fast nur Wanderfahrer waren, uns ab und zu zu Fahrten auf den Flüssen der Umgebung zu treffen.

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Darko als Navigator - Loisach und Rissbach

Sehr schnell merkten wir, dass wir sowohl mit unserer Fahrtechnik, als auch mit unserem Bootsmaterial für die Walze unseres Hausbachs nicht gut aufgestellt waren und fachsimpelten so immer häufiger über Kanu-Themen und tauschten uns dazu aus über Dinge, die wir im Internet herausfanden.

Ich war damals sehr häufiger Gast auf den frisch gegründeten Seiten „scandinavian-playboater.com“ aber auch auf playak.com, was aber an die gute Befüllung und Programmierung der skandinavischen Site nicht herankam.

Alle Seiten waren auf Englisch und so reifte v.a. bei Darko früh der Gedanke doch eine deutschsprachige Seite aufzubauen. Auch ich war nicht abgeneigt nach diversen Homepages mal an was größerem zu arbeiten und dachte mir, wenn nicht jetzt, wann dann.

Während ich am liebsten eine Playboater Seite erschaffen hätte, wollte Darko primär eine Seite mit Flußführern, was ich zu diesem Zeitpunkt aufgrund der unglaublich langwierigen Befüllungsarbeiten als nicht leistbar ansah.

Darko ließ nicht locker und der Erfolg gibt ihm heute recht: Wir grenzten die Themen der Seite einfach nicht ab und wollten so eine größtmögliche Vielfalt erreichen.

Die Namenssuche

Zu Beginn war es natürlich am wichtigsten einen gut einprägsamen, www-freundlichen Namen zu finden und das dazugehörige Logo zu erfinden.

Jeder von uns bekritzelte einige Blätter mit seinen Vorschlägen und natürlich gab es lange Diskussionen. Beinahe wäre Soulboater.com Globalplayboater.com geworden, ein Vorschag von Darko, der allerdings seiner Idee des Flußführers widersprach.

Wir einigten uns dann auf meine Duftmarke „Soulboater.com“ und ich hatte die Tage darauf jede Menge Arbeit, die skizzierten Logos in Vektorgrafiken, ja anfangs sogar Gif-Animationen umzusetzen.

Wichtig war mir die eigene Identität durch die tiefgesetzten Anfangsbuchstaben, die wiederkehrenden Anfangsbuchstaben in der fließenden Welle mit dem wheelenden Kajak und natürlich die Aufklebertauglichkeit.

Kleine Anekdote am Rande: Nachdem Darko eine riesige Menge gesponserter Soulboater Aufkleber auflegte, wurde ich im ersten oder zweiten Jahr des Bestehens der Site von Kids der nächsten Kajak-Generation beim Skifahren in Österreich auf meine Aufkleber am Helm angesprochen.

Als ich auf deren Frage einräumte, dass ich ein Teammember sei muss das wohl tierisch Eindruck geschunden haben. Obwohl das ja nichts mit meinem Fahrkönnen zu tun hat - immerhin fahre ich ja wenigstens um Längen besser Ski.

Domain und Hostsuche

Nachdem die Domain noch frei war, suchten Darko und ich lange nach günstigen Providern. Wir entschieden uns anfangs für einen Re-Direct auf meine Homepage und teilten uns die Kosten. Einen Geschmacksmusterschutz auf das Logo ließen wir nach gründlicher Recherche bleiben.

Sponsoring und Befüllung

Nachdem die gröbsten Kämpfe um den generellen Aufbau (praktisch eine Sitemap und ein Layout) ausgestanden waren, ging es an die Befüllung. Darko, damals in der IT-Ausbildung legte los indem er direkt in HTML-script programmierte, ich benutzte damals noch den Netscape Composer.

Trotz Job und anderen Verpflichtungen bedeutete dies meist doch sehr lange Nächte Arbeit. Da wir beide aber nicht gerade die Weltklasse Kanuten waren, und auch nicht jedes Rodeo oder jedes Wochenende einen Fluss dokumentieren konnten, war eigentlich klar, dass es über kurz oder lang eine Open Source Seite werden muss, auf der die User mitarbeiten.

Also startete jeder zuerst mit dem, was er am besten konnte, Darko besuchte Schorschi in seiner „Big Ulla“, ich wandelte das Big Brother Logo ab.

Darko beschrieb seine Lieblingsbäche, und startete plötzlich ohne Absprache und im Nachhinein gesehen vielleicht auch ziemlich naiv Sponsoren-Abfragen, ohne dass wir etwas Habhaftes in der Hand hatten.

Zeitgleich arbeitete ich mit retuschen an Funstories, bis wir ein Ende setzen mussten, um nicht zum „Jokeboater“ abgestempelt zu werden.

Bei den Sponsoren hielt sich zunächst einmal alles zurück.

Viele belächelten unser Vorhaben, bzw. sahen uns evtl auch ohne es zugeben zu wollen sogar als unliebsame Konkurenz.

Aber so spontan wie Darko da Bande knüpfen wollte hatte ich damals die Sorge die Unabhängikeit als Internet-Paddelmagazin zu verlieren.

Doch Darko hatte wieder einmal die richtige Nase. Um die Seite weiter auszubauen würden die zunehmenden finanziellen Belastungen ganz klar Geldgeber in Form von Inserenten benötigen. Jedenfalls hätte ich es mir damals nicht träumen lassen, mit welchen Kajak-Heroes man so auf einmal zusammenkommt.

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 Darko im roten Eskimo Nano, Uwe im blauen Prijon Delirium, Murg-Walze

Der Aufbau des Teams

Bevor Soulboater zu einer Seite mit angemeldeten Usern und dem „Open Source (wenn auch nicht WIKI-)“ Gedanken wurde, mussten wir einfach mehr Gleichgesinnte finden, die bereit waren viel Zeit zu opfern um die Seite am Leben zu erhalten.

Denn langsam ging es bei uns beiden an die Substanz. Ideen gingen aus und mal arbeitete der eine mehr, während der andere pausierte oder umgekehrt. Da kam es auch schon mal zu kleineren Streitereien, so dass wir beide beschlossen uns mal umzuschauen.

Ich mailte eines Tages einen höchst aktiven Poster aus dem Scandinavian Playboater Forum an.

Jan-Peter sagte uns umgehend seine Mitarbeit zu und ist heute mittlerweile Chef-Redakteur.

Ich hatte auch schon viermal das Vergnügen, mit Ihm zu paddeln oder den gemeinsamen Urlaub zu verbringen und kann nur sagen, dass alle im Soulboater-Forum getätigten Anfeindungen absolut haltlos sind, wenn man weiß welcher Schalk dem Manne im Nacken steckt.

Man denke nur an die langen Diskussionen über die Blödelfakes wie Fritze Bollmann vom DKV.

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Jan-Peter und Uwe, Nordsee

Fast gleichzeitig lernte Darko Toni kennen und brachte ihn zu Soulboater.

Mein Ausstieg

Die Umfänge wurden mit jeder von Darko neu programmierten Version komplexer.

Zwar kamen viele neue Features, wie z.B. der Materialguide hinzu, gleichzeitig verschwanden dabei aber auch auch Artikel oder Ideen von mir.

Dies war jedoch nicht der Hauptgrund auszusteigen.

Auf Dauer war mir die Mehrfachbelastung nur schwer möglich. Mit meinem Ausstieg besserte sich auch wieder das Verhältnis zu Darko und SB.

Soulboater blieb bis heute mein Interneteinstiegsportal. Selbst meine Mailadresse konnte ich behalten.

Und hätte mich Darko nicht überredet, vier Jahre später auf der „Boot“ Düsseldorf eine Kitesurfausrüstung zu kaufen, ich hätte wohl nie den Mumm gehabt diesen genialen Sport wirklich anzufangen.

To be continued ...

Bericht und Fotos: Uwe

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