EDF plant Wasserkraftwerk bei St. Martin-d'Ardèche

Autor: Martina
01.04.2015
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Die Region Ardèche mit dem gleichnamigen Fluss ist einer der letzten großen Naturräume Europas - unverbaut und naturbelassen - bis jetzt.

Kraftwerkspläne bedrohen nun dieses einzigartige Gebiet, das vor allem für Paddelneulinge von großem Interesse ist.

Die EDF, zweitgrößter Stromerzeuger weltweit, plant ein Wasserkraftwerk am Schluchtausgang der Ardèche bei St. Martin-d'Ardèche.

Im Jahr 2010 produzierte das Unternehmen mit 630 Mrd. kWh über 22 % der insgesamt in der Europäischen Union erzeugten elektrischen Energie. Hiervon wurden 74,5 % nuklear erzeugt und 9,2 % in konventionellen Wärmekraftwerken. 16,2 % entstanden aus Wasserkraft und 0,1 % der erzeugten Energie wurde aus weiteren regenerativen Energieträgern wie Windkraft gewonnen. EDF betreibt dabei weltweit 58 Kernkraftwerke an 20 Standorten. Hiervon verfügen 34 Reaktoren über eine Nennleistung von über 900 MW, 20 Reaktoren sind für 1.300 MW ausgelegt. Vier Kraftwerke erzeugen jeweils 1.450 MW. Die Gesamtkapazität aller Kraftwerke der EDF beträgt 125.447 MW.

Aufgrund des zunehmenden Drucks der Umweltschützer auch in Frankreich und der Tatsache, dass die größten und ältesten Atomkraftwerke an der nahen Rhone als immer größer werdende Bedrohung auch von den Franzosen wahrgenommen werden, soll ein dramatischer Wechsel in Richtung erneuerbare Energien und Wasserkraft erfolgen. Wie auch schon in Österreich gerät auch hier die Natur offensichtlich wieder ins Hintertreffen.

Die bereits Anfang April 2009 genommenen Bodenproben ergaben, dass zwei Kilometer oberhalb von St. Martin-d'Ardèche das Stauwerk errichtet werden kann.

Die D290 wird während der Bauarbeiten oberhalb von St. Martin-d'Ardèche gesperrt, der Ausbau einer nördlichen Umleitung bis nach Maladerie des Templiers und wieder zurück auf die D290 ist bereits in Planung.

Der geplante Rückstau der Ardèche soll dabei bis maximal 3 Kilometer vor Vallon Pont d'Arc reichen.

Besonderer Hohn: Es wird sogar damit geworben, dass für den Tourismus damit positive Effekte erzielt werden können: Die ansässigen Bootsverleiher und Fischereibetriebe sehen in diesem Projekt sogar eine Chance für die Zukunft und erwarten die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Es scheint also so zu sein, dass die Ardèche in ein paar Jahren nur noch Flachwasserpaddlern und Seekajakfahrern ein Urlaubsziel sein wird.

Bilder wie dieses von der Pont d'Arc werden dann der Vergangenheit angehören, der Wasserstand wird durch den Rückstau um mindestens 2,5 Meter steigen.

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