Bau von neuen Playspots in Deutschland

Autor: Team Soulboater
01.04.2005
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Bau einer Serie von Playspots an großen Flüssen im Bundesgebiet

Immer mehr natürliche Gewässer werden durch Verbauung oder Ableitung für den Wildwasserfahrer unattraktiv, siehe gerade das aktuelle Beispiel der Kelchsauer Ache in Tirol. Aus einer anderen Richtung weht der Wind, wenn Wildbäche aus Naturschutzgründen für den Kanusport gesperrt werden.

Das Ergebnis ist jedoch in allen Fällen das Gleiche: Wieder ein Bach weniger, auf dem wir unseren Sport ausüben dürfen und wieder mehr Kilometer mit dem Auto unterwegs zum nächsten noch freien Gewässer. Kein Wunder, dass immer mehr Wildwasserfahrer keine Lust mehr haben, länger im Stau der Autobahn als im Boot zu sitzen und deshalb zu dem Schluß kommen, daß Park n Play auch eine schöne Sache sein kann.


Spielstellen für das Volk!

Einen akzeptablen Playspot finden die meisten Playboater in der Nähe ihres Wohnortes und wer am Wochenende doch etwas weiter fahren muß, geht unter der Woche abends zum Paddeln ins nächstgelegene Freizeitbad.

Einige engagierte Spielbootfahrer haben sich dann auch an die Gemeindeverwaltungen ihrer Wohnorte gewandt mit dem Ziel, den kleinen Schwall vor der Haustür oder die verfallene Wehranlage ein paar Meter weiter rodeotauglich zu machen. Oftmals waren diese Aktionen erfolgreich, wie man am Beispiel Murgspielstelle in Forbach oder auch Lienz, Silz, Wildalpen und Graz sehen kann.


Künstliche Wellen wie diese sind die Zukunft!

Über diese Aktionen wurde teilweise hier und auch in anderen Paddlersites ausführlich berichtet und so überrascht es nicht, daß an das Team Soulboater ein großer Energiekonzern herangetreten ist mit der Idee, gemeinsam etwas für die Deutsche Kanu-Freestyle-Szene auf die Beine zu stellen.

Man sei mit Absicht nicht auf den Deutschen Kanu Verband zugegangen, weil aufgrund der Fachkenntnisse und Kontakte der Macher von Soulboater.com im Spielstellenbau mit einem effizienten und pragmatischen Ergebnis zu rechnen sei.


Wie geil...

Das Projekt "Rodeorinne" ist eigentlich genial einfach, es ist erstaunlich, daß noch keine andere Institution schon früher darauf gekommen ist.:

Im Rahmen der Sportförderung will der Energiekonzern, dessen Name an dieser Stelle aus wettbewerbsrechtlichen Gründen noch nicht genannt werden darf, den Kühlwasserauslauf von Kernkraftwerken im ganzen Bundesgebiet so umbauen lassen, daß rodeotaugliche Wildwasserparcours entstehen. Es soll mit Absicht keine Slalomstrecke konstruiert werden, da es nach Ansicht der Betreiber schon genug derartige Flußstrecken auf Deutschland verteilt gibt und dem Kanufreestyle gerade auch nach den Erfolgen der Deutschen Kanuten bei der WM in Penrith eine größere Zukunft aus Marketinggesichtspunkten als dem Slalom eingeräumt wird. Ähnlich der Entwicklung des Snowboardens in den vergangenen Jahren hofft man auf große positive Akzeptanz in den Medien und damit einhergehend eine entsprechende Imageaufwertung des Energiekonzerns.

Das Konzept der Kraftwerksbetreiber sieht vor, daß das hygienisch einwandfrei saubere Wasser, das vorher zur Kühlung der Brennelemente des jeweiligen Kernkraftwerks genutzt wurde, in einen künstlichen Wildwasserkanal mit Wellen, Walzen und Hindernissen geleitet wird, bevor es wieder in den Fluß zurückgeführt wird, aus dem es vorher entnommen wurde.

Die Vorteile dieser Rodeoparcours liegen darin, daß sie verkehrsgünstig optimal erreichbar sein werden und eine gute Infrastruktur für Wettkämpfe gleich mit aufgebaut wird. Es geht letztendlich auch um die positive Präsentation des den Sport fördernden Unternehmens in der Öffentlichkeit bei Veranstaltungen.


Im Hintergrund zu sehen, das Kernkraftwerk Stade an der Elbe

Für den einzelnen Rodeopaddler liegen die Vorteile in der ganzjährigen Nutzungsmöglichkeit der Anlage ohne das Zahlen von irgendwelchen Gebühren. Das Wasser ist nach Angaben der Betreiber absolut sauber und vor allem angenehm warm, die Paddler können die Anlage rund um die Uhr benutzen, da aus Energieüberschüssen des Kernkraftwerks eine nächtliche Flutlichtbeleuchtung im Sponsoring des Energiekonzerns vertraglich enthalten ist. Es wird beheizte Umkleideräume, Sauna und Solarium wie auch eine Bar und Restaurantbetrieb für Apres-Kajak geben. Eine spätere Nutzung durch Event- und Actionsportanbieter wird nicht ausgeschlossen.


Mit den Bauarbeiten für den Kanal wurde schon begonnen. Demnächst wird die Welle eingebaut und das Wasser aufgedreht.

Wir von Soulboater.com sind schon seit einigen Monaten in die Planungen involviert und müssen leider jetzt schon vor der Endpräsentation einige Details veröffentlichen, weil wir für einige Fragestellungen des Projekts noch Fachleute oder auch interessierte Laien als Ideengeber suchen.


Im Ausgang des Kanals entsteht eine Surfwelle

Konkrete Fakten sollen an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden, nur soviel: Wer ernsthaftes Interesse hat, an diesem Zukunftsprojekt für Kanu-Freestyle mitzuwirken, kontaktiere uns bitte Backchannel.

Team Soulboater

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