Big Dog Force im Korsika-Test

Autor: Ben Jung
24.05.2010
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 - Vor einiger Zeit haben wir unterstützt von paddelladen.de die Soulboater Aktion "Big Dog Testfahrer gesucht" gestartet. Es haben sich sehr viele Testfahrer beworben, so dass es die Jury schwer hatte, aus den vielen an einem Testboot interessierten  Bewerbern die geeignetsten auszusuchen und sie mit Booten auszustatten.

Ben Jung nahm den Big Dog Force mit auf die Paddelinsel Korsika und testete ihn dort auf seine Steep-Creek Eigenschaften:

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Wie bereits vorsichtig angekündigt, eignet sich der Big Dog - Force nicht nur als reiner Riverrunner, sondern auch als erstklassiges Creekboat, für jegliche Bäche wie sie beispielsweise in Korsika vor zu finden sind. Vor nicht allzu langer Zeit konnte ich schon einige Impressionen der Force bekommen, den ich auf der Mittleren Murg getestet habe. Was jedoch tatsächlich in diesem Boot steckt, habe ich erst jetzt auf Korsika herausgefunden.

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Wow, das Boot hat sich echt als Spaßboot herausgestellt. Nicht nur dass es sehr bequem ist, sondern auch, dass die Fahreigenschaften ein Flow-Erlebnis der besonderen Art aufkommen lassen.

Deutlich zu erkennen ist, dass das Unterschiff der Force sehr markant gestaltet wurde. Gerade durch die aggressive Kante, die das Boot zum Riverrunning prädestiniert , war ich anfangs etwas skeptisch, ob sich das nun zum Vorteil oder eher zum Nachteil beim Creeking auswirken würde.

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Ok, was ist nun Korsika? Für die Einen ist es Creeking, für die Anderen ist es Riverrunning.

Die Meinungen gehen wohl an dieser Stelle auseinander. Fakt ist aber, dass generell ein Boot mit rundem Unterboden, bzw. mit nur leicht versehener Kante wohl besser für typische korsische Bäche geeignet ist als ein Boot mit einer stark ausgeprägten Kante, wie es beim Force der Fall ist.

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Allerdings konnte ich mich dieser Meinung nach knapp 8 Tagen Kajaken auf Korsika nicht ganz anschließen. Bei verblockten Katarakten oder engen kantigen Einfahrten, bleibt der Force stets fest in der Spur.  Schnelles Ansprechen, Geschwindigkeit aufbauen oder leicht auf der Line zu halten, sind Eigenschaften, die das Boot als ideale Wahl für Wildwasser darstellen.

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Zahlreiche Kehrwasserboofs, die massig in Korsika zu finden sind, lassen mit der Force ein breites Grinsen entstehen. Die ausgeprägten Kanten erweisen sich bereits bei der Anfahrt und beim wieder Herausfahren aus dem Kehrwasser klar als Vorteil.

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Boofen bei kleineren, größeren oder etwas rückläufigen Stufen fiel mir sehr leicht, was wohl auf den gut durchdachten Rocker im Unterschiff zurückzuführen ist.

An dieser Stelle fallen mir einige Boote ein, die gerade im entscheidenden Moment, beim  Boofschlag, mit starkem Ausbrechen zur Seite  reagieren, was bei der Force nicht der Fall ist.

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Mal von der Bootsform abgesehen,  spielt der Sitz ebenso eine wesentliche Rolle. Ein Boot ohne ordentlichen Sitz taugt nichts, da keine ordentliche Kraftübertragung  stattfindet.

Nicht zu vergessen sind auch die die Schenkelstützen, die für  ausreichend Stabilität sorgen. Der Force hat einen fast einwandfreien Sitz. Der einzige Grund, weshalb der Sitz in den Fokus der Kritik fällt, sind die etwas umständlich zu befestigenden Hüftpads, was jedoch mit ein bisschen herum Probieren und Einstellen zu lösen ist. Ich habe mir das Gefummel erst gar nicht angetan und stattdessen die Hüftpads gleich ordentlich eingeklebt.

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Die Schenkelstützen sind mittels zwei Schrauben sehr leicht entsprechend einzustellen und bieten hervorragende Stabilität. Mehr dazu kann im vorigen Bericht über den Force erlesen werden.

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Wer die Bäche der Insel kennt, kann sich ein klares Bild vom Charakter der Stufen, bzw. Stromschnellen machen, die in Korsika auf Bächen wie Rizanesse, Fium Orbo, oberer Golo, mittlerer Vecchio oder Travo vorkommen.

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Hier konnte ich das Boot aufs volle austesten und mir einen sehr guten Eindruck vom Force machen.

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Die Wasserstände waren allerdings dieses Jahr sehr moderat(niedrig), so dass ich nur mit Vorbehalt den Force als Tipp für Korsika oder andere Creeks empfehlen würde, ganz besonders, wenn derartige Bäche deutlich über Mittelwasser führen.

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Bereits auf der mittleren Murg merkte ich sehr schnell, dass der Force stark auf Seitenwasser oder Druck auf das Hinterschiff reagiert. Stufen wie beispielsweise auf dem mittleren Vecchio entpuppen sich dann wohl sehr schnell als Herausforderung, gerade bei höheren Wasserständen. 

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Und nun die so oft diskutierte Frage: Wie ist das Plastik? Keine Ahnung, aber nach knapp einer Woche bekam der Boden kaum tiefe Kratzer oder Dellen ab, was bei dem ein oder anderen Boot aus unserer Gruppe der Fall war. Der Boden hat nach wie vor seine Steifigkeit und lässt sich nur mit viel Kraft unterm Sitz leicht eindrücken.

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Schlussendlich bin ich sehr zufrieden mit dem Force und kann das Boot zu Recht und mit gutem Gewissen weiter empfehlen.

Nicht nur die Fahreigenschaften und Sitzanlage des Force überzeugen, sondern auch der Preis von 799 Euro, der im Vergleich mit anderen Herstellern deutlich unter den gängigen Preisen liegt.

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Tester/Bericht Ben Jung
Größe 175cm
Gewicht 75 kg
Fährt normalerweise Riot Magnum 72
Fotos von Peter Weide u. Ronald Krummrich

www.Fullonkayaking.com

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Boote von www.paddelladen.de

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