Bootsbergung auf der Mittleren Ötz

Autor: Horst Fürsattel
17.10.2001
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Ulf und Bernd paddeln zusammen die 'Mittlere', einen schweren Abschnitt der Ötztaler Ache in Tirol, Austria. Da treffen sie auf eine Gruppe Paddler, die offensichtlich Schwierigkeiten hatte. Zwar ist niemand mehr in Gefahr, aber ein Boot hängt mitten im Fluß in einem Rücklauf fest.

Das Boot (Pfeil) ragt kaum noch aus dem Wasser, mit den Händen ist es nicht zu erreichen. Das Wasser ist eiskalt und tief, die Strömung ist stark und zum Klettern gibt es wenig Haltepunkte. Es geht außerdem nur um Material, nicht um die Rettung eines Paddlers. Völlig richtig also, daß niemand sich anseilt und ins Wasser springt. Warum unnötiges Risiko, es geht auch anders!

Mit etwas Klebeband wird ein Karabiner an einem Stück Treibholz befestigt und das Ende des Wurfsackseiles eingeklinkt. Dann macht Bernd sich daran, mit seinem behelfsmäßigen 'Bootshaken' die Bootsschlaufe zu angeln und einzuklinken. Das Boot hat vernünftige Schlaufen, die sich gut einhaken lassen, der bogenförmige Schnapper des Karabiners ist ebenfalls hilfreich. Die Aktion gelingt, ohne Risiko für die Retter.

Das Treibholz hat seinen Zweck erfüllt, der Karabiner mit dem Seil ist an der Frontschlaufe eingehakt. Das Boot kann jetzt problemlos aus dem Rücklauf und weiter ans Ufer gezogen werden.

Die richtige Ausrüstung für einen angeseilten Retter: Schwimmweste mit integriertem Rettungsgurt, Seil und Karabiner, vernünftige Schuhe und Kälteschutzkleidung - wäre vorhanden gewesen. Doch die Idee mit dem behelfsmäßigen Paddelhaken war in diesem konkreten Fall sicher die bessere Alternative. Clever gemacht!

Vielen Dank an Jens Klatt für die tolle Bilderserie!

Text by Horst Fürsattel © Bilder by Jensen Klatt

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