Langzeiterfahrungen mit dem Fluid Spice L

Autor: Jan-Peter
15.06.2018
0 / 0

Im Frühjahr 2007 wurde der Fluid Spice L dem deutschen Kanumarkt präsentiert.

Bereits im Oktober 2007 stellten wir das Boot erstmalig auf Soulboater.com vor.

spice1_500_500

Fluid war damals noch ein relativ neuer Kanuhersteller, dessen Produkte in Europa weitgehend unbekannt waren.

bild032_667

Umso neugieriger waren wir auf die Boote aus Südafrika, auf Materialhaltbarkeit und Fahrverhalten.

bild088_500_03

Die Idee des Fluid Spice bestand darin, die Lücke  zwischen kurzen "Rodeosemmeln", die nur für Park&Play konstruiert sind und eher runden und langen Riverrunnern zu schliessen.

bild081_500_06

Herausgekommen war ein 2,28 Meter langes Flachbodenboot mit relativ langer Wasserlinie und viel Platz im Cockpit und Fussraum für lange Sitzungen auf Flusstouren.

Insgesamt hat das Boot in den vergangenen Jahren viel Spass im leichten bis mittleren Wildwasser bereitet.

imgp0033_500

Es surft aufgrund seiner relativen Länge sehr gut auf Wellen wie z.B. dem Playspot in Obervellach an der Möll, wo kürzere Boote regelmässig runtergespült werden.

Man muss aber etwas aufpassen, nicht ins Wellental zu bohren, was sich aber durch schnelles Carven gut vermeiden lässt.

imgp0048_500

Fürs Wildwasserpaddeln hat das Boot genug Auftrieb, um nicht gleich in Verschneidungen abgesaugt zu werden.

bild063_500_04

Ein Nachteil besteht im eher geringen Volumen im Vorderschiff: Bei Sprüngen ins Kehrwasser bohrt der Bug ins Wasser und das Boot muss dann aktiv gekantet werden, um es schnell wieder zum Auftauchen zu bewegen.

imgp0067_500

Umgekehrt ist das Unterschneiden mit dem Heck ohne unterstützenden Druck von Kehrwasserverschneidungen sehr kräftezehrend, das deutliche Volumen im Heck macht sich dabei deutlich bemerkbar.

bild007_500_11

Cartwheels in der Walze sind mit Kraft und Technik noch so gerade machbar, Loops dagegen auch aufgrund der Länge des Kajaks nur etwas für echte Rodeocracks.

Das Boot hat eine gute Anfangsstabilität und lässt sich für ein Flachbodenboot erstaunlich leicht rollen.

Das Verstellen der Rückenlehne mittels auf dem Boden vor dem Sitz befindlicher Gurtratschen ist gewöhnungsbedürftig:

Die Ratschen sind an dieser Stelle schlecht platziert, weil sie für einen Panikausstieg unter Wasser schlecht erreichbar sind und vor allem beim Einsteigen mit sandigen Schuhen schnell verschmutzen und damit schwergängig werden. Auf Höhe der Schenkelstützen wären sie eindeutig besser platziert.

Zwischenzeitlich wurde dies vom Hersteller auch erkannt und in der Folgeversion des Spice geändert.

bild048_500_06

Der Sitz war im Originalzustand eindeutig zu tief, mit dem beigelegten Fittingmaterial konnte er um ca 2 cm erhöht werden, was sich in einer wesentlich besseren Sitzposition und damit deutlich besserem Bootshandling äusserte.

bild063_500_03_500

Mit dem Material (rotiertes PE) gab es in den mittlerweile über 10 Jahren Fahrpraxis erst vor einigen Wochen ein eher unbedeutendes Problem, als sich am hinteren Süllrand aufgrund der punktuellen Belastung beim Einsteigen ein kleiner Weißbruch zeigte.

Diese lange Zeit ohne Materialermüdung bei rotiertem PE ist eher ungewöhnlich, mag aber auch daran liegen, dass das Boot hauptächlich auf eher wasserreichen Flüssen und definierten Playspots  zum Einsatz kam und nicht auf verblockten Bächen mit ständigem Steinkontakt unterwegs war.

Auch scheint das Bootsmaterial dicker und steifer als das vergleichbarer Kajaks zu sein.

imgp0068_500

Zusammengefasst ist der Fluid Spice L immer noch ein schönes Boot für längere Touren und Spieleinlagen auf leichtem bis mittlerem Wildwasser, das auch mit den aktuellen Riverrunnern anderer Hersteller gut mithalten kann.

Weitere Infos gibt es auf der Website des Herstellers

Voriger Artikel

Fluidkayaks kooperiert mit WRSI-Helmets

Nächster Artikel

Triggernaut Sonderaktion für Kajakfahrer