C1Ausbau von Markus Maas

Autor: Markus Maas
21.12.2004
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C1-Ausbau von Markus Maas

Vor eineinhalb Jahren, als ich vom Open Canoe zum C1-Paddeln kam, stand ich vor
dem gleichen Problem wie alle C-Boater, es gab fast keine C-Boote. Es blieb mir also nichts anderes über, als das Problem selbst zu lösen.

Am Anfang stand die Idee, eine universelle Möglichkeit für den Ausbau zu entwickeln. Das Ganze sollte so sicher wie möglich und dabei Gelenkschonend sein. Die Verwirklichung dieser Idee hat sich über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren erstreckt und war von zahlreichen Verletzungen geprägt. Den Ausgangspunkt bildete damals die Entwicklung eines guten Sitzes.

Über einen Zeitraum von mehreren Monaten hat sich das Shapen der Form, die Suche nach einem Partner für die Rotation der Form, den Bau der Negativform sowie der Vorrotationsläufen um die benötigte Kunststoffmenge zu bestimmen, erstreckt. Außerdem mussten etliche Klebstoffe getestet, ein zuverlässiger Partner für die Lieferung der Ausbauschäume und der Gurte gefunden werden. Der gleiche Zeitraum verstrich noch einmal bei Testfahrten in Österreich, Frankreich und Slowenien.

Der Ausbau findet in Handarbeit statt und nimmt daher viel Zeit in Anspruch, ca. 24 bis 30 Stunden. Ich verarbeite dabei fünf Kunststoffarten, drei verschiedene Kleber, benötigte diverse Spezialmaschinen und mein gesamtes Know-how aus 9 Jahren Berufserfahrung als Ortophädieschuster. Der fertige C1 ist „Maas“- gefertigt und ist aufgrund der hervorragenden Materialien äußerst stabil. Sonderwünsche können selbstverständlich berücksichtigt werden, vorausgesetzt man verfügt über das nötige Kleingeld ?. Der C1 kann allerdings nicht mehr zu einem Kajak zurück gebaut werden.


Paps beim Zuschneiden

Wie man auf dem Bild oben eigentlich ganz gut sieht, sind die Gurte an der Bootshülle angeschraubt. Am Sitz laufen sie unter einer Umlenkstange durch. Das heißt, wenn man eine der Ratschen öffnet rutscht der Gurt zur anderen Seite heraus und man ist frei. Sicherer ist es momentan kaum möglich. Bevor man sich jedoch mit dem Gurtsystem auf das Wasser begibt, sollte ein möglicher Notausstieg mehrmals unter Beobachtung geprobt werden.



Der Ausbau hat normalerweise keine richtigen Kniecups, da die Gurte einen bombenfest im Boot halten. Der Ausbau hat statt dessen Frontblöcke (bestehend aus verschiedenen Schäumen mit verschiedenen Shorhärten), die bei einem Sturz das Trägheitsmoment kontrolliert abfangen und so Quetschungen durch die Gurte verhindern sollen. Außerdem schont dies auch die Knie.
Die Hüftpads werden mit eigens für jedes Boot angefertigten Aluwinkeln an der Hülle angeschraubt. Dies hat zur Folge, daß man sich das ständige Tapen mit Gewebetape spart.
Wer will, bekommt noch Sprunggelenksblöcke, die durch Klettverschluss verstellbar sind, eingebaut. Bei den letzten Fahrten habe ich allerdings festgestellt, dass nur wenige Fahrer mit diesen Entlastungsstützen für die Sprunggelenke klar kommen.
Fußrasten kommen beim Ausbau nicht zum Einsatz. Bei Tests hat sich gezeigt, dass diese keine Wirkung mehr haben, da man schon unglaublich fest im Boot sitzt.
Der Gesamtausbau hat bei letzten Boot ca. 4,7kg gewogen. Also hatte der RAD185 C1 nachher das gleiche Gewicht wie das Kajak.

Die Ausbaukosten belaufen sich auf ca. 500,-€. Es ist auch möglich Komplettboote der Firmen Eskimo, Prijon, Robson oder Bliss-Stick über mich zu beziehen. Lieferfristen sind stark abhängig von den jeweiligen Firmen und können abhängig vom gewünschten Modell mitunter stark schwanken.

Für Rückfragen zu den Ausbauten, aber auch Fragen zu Ausrüstung und Technik stehe ich jederzeit zur Verfügung.

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Markus Maas

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