Die Snowkajak WM in Lienz

Autor: Martina
02.02.2019
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Snowkajak ist seit den live von ProSieben im Fernsehen übertragenen Wintergames vor einigen Wochen wieder in aller Munde.

Dass es in diesem Winter-Extremsport schon seit Jahrzehnten professionelle Wettbewerbe gibt, ist dagegen eher nicht bekannt.

Martina Pohl-Elser erinnert sich immer noch gerne an die Stimmung und das Flair bei der Snowkajak-WM, die exakt heute vor 11 Jahren stattgefunden hat:

- Soulboater-Reporterin Martina war auf  offizieller Mission im Ausland, und hier ist der Bericht von der Snowkajak-WM am 02.02.2008 auf der Moosalm in Lienz (die Betonung liegt auf dem "i"):

160 Teilnehmer aus 11 Ländern - darunter so exotische wie Andorra – bestritten die diesjährige (oder wie die Ösis sagen, die heurige) Snowkajak-WM auf der Moosalm in Lienz.
Am Abend vorher zeigte Olaf Obsommer noch einmal im örtlichen Kino seinen Pakistan-Film, die Startnummern wurden vergeben und anschließend war Party im Café WHA in Lienz angesagt.

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Big O - war da eine fesche Ösi-Maid in Sicht? / Foto: Martina

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Soulgirl Sandra und Playboater Thomas / Foto: Martina

Die Moosalm liegt ca. 1.000 m hoch, die Boote wurden per Truck und die Teilnehmer per Sessel-Lift dorthin befördert.

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Rechts oben liegt die Moosalm

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Fotos: Martina

Der zu fahrende Kurs war kurz, aber knackig. Wobei die Strecke am Vortag noch wesentlich heftiger war, dann aber aus Sicherheitsgründen entschärft wurde.


Mit zwei Steilkurven – aus denen sich schon mal Teilnehmer nach draußen verabschiedeten – und einer Schanze forderte die Strecke das Letzte von jedem „Paddler“.

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Die komplette Strecke / Foto: Martina

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Das Fahrerlager am Start / Foto: Thomas

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Das Ziel / Foto: Martina

Begonnen wurde mit Probeläufen, was auf gut deutsch bedeutete, dass die aktuell aufgeschüttete Piste durch Versuchskaninchen getestet wurde. Flogen die Leute fast raus, wurde nachgebessert.

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Foto: Thomas

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Foto: Martina

Dabei mußten die Boote nach jedem Lauf wieder zum Start gebracht werden, wobei die Teilnehmer sehr unterschiedliche Methoden entwickelten...

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Fotos: Martina

Dieser Vorgang war dann nach 11.00 Uhr beendet und die Vorläufe begannen.

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Fotos: Martina

Eigentlich sollten vier Konkurrenten gleichzeitig auf die Bahn geschickt werden und jeweils die ersten beiden weiterkommen, allerdings starteten dann bei den Männern manchmal nur zwei, weil die anderen beiden nicht zum Start erschienen. Wem das ungerecht erscheint, dem sei gesagt, dass die Frauen dafür als „Ausgleich“ zu fünft antreten mußten, was in den Steilkurven schon mal zu einem Geknubbel führte...

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Foto: Thomas

Wer es dann bis ins Ziel geschafft hatte, fand auch immer noch Zeit für einen spektakulären Exit-Move.

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Foto: Thomas

Schon in den Vorläufen schieden die Favoriten bei den Herren aus, was den anderen natürlich ungeahnte Chancen verschaffte. Auch Paddelpromis wie Bernie Mauracher und Olaf Obsommer waren trotz höchstem Einsatz recht früh aus dem Rennen.


Die einzelnen Läufe waren teilweise spektakulär - gelegentlich blieb auch Material auf der Strecke - und auch nicht ungefährlich für die Beteiligten.

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Fotos: Thomas

Einer wurde mit Verdacht auf eine schwere Schulterverletzung vom Rettungshubschrauber abgeholt – was die anwesende offizielle Presse mit Freude dokumentierte, fast wären sie noch mit in den Hubschrauber gestiegen – einer wurde mit der Trage wegbracht und die meisten hatten hinterher Blessuren an der Nase und wahrscheinlich in den nächsten Tagen Kontakt mit ihrem Hals-Nasen-Ohrenarzt.


Zum Glück war aber schließlich keiner wirklich schwer verletzt.
Bei den Männern wurde schließlich Florian Zaczek als deutscher Teilnehmer Zweiter, bei den Frauen reichte es für einen hervorragenden vierten Platz durch Kathrin Reihberg. Bei den Junioren gab es keinen Deutschen unter den ersten drei, dafür gleich zwei Italiener.

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Els Donkers/NL / Eva Seidl/AUT / Zuzana Trnkova/SZ

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Eva Seidl / Zuzana Trnkova  und Kathrin Reihberg, die Vierte im Bunde der Power-Mädels

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Junioren-Weltmeister Luca Dapra/Italien, Zweiter wurde Omar Visintin, ebenfalls Italien und Dritter Daniel Shearer aus England

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Und die Jungs: Florian Zaczek/GER / Rene Feuerstein/AUT / Thomas Pressler/AUT

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Und noch mal Florian Fotos: Martina

Die Organisation war – bis auf die kleinen Ungerechtigkeiten bei der Zusammenstellung der Zahl der Teilnehmer an den einzelnen Läufen – wirklich hervorragend.


Schade war nur, dass keiner ein T-Shirt oder das Starter-Trikot als Andenken mit nach Hause nehmen konnte.


Verbessern könnte man auch die Kommunikation mit den Zuschauern, oben am Start konnte man von den Kommentaren des anwesenden Sprechers leider so gut wie nichts verstehen und man bekam deswegen auch kaum mit, wer gerade die Piste herunterkam.


Besonders toll finden wir von Soulboater, dass auch Sandra Sebelin mit dabei war:

Wir freuen uns schon auf ihren Bericht aus Sicht einer aktiven Teilnehmerin bei dieser WM.

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Sandra (rechts) in action / Foto: Thomas

Es wird auch noch in Kürze ein Interview mit Thomas Zimml, dem Cheforganisator, geben.

Gleichfalls danken wir Thomas Rettenbacher von der „Konkurrenz“ www.kajak.at für die wirklich guten Bilder, eine digitale Spiegelreflexkamera ist halt doch besser als die gute alte Pentax Optio, auch wenn Wasserdichtheit an diesem ziemlich feuchten Tag auch nicht zu verachten war…

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Foto: Martina

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Foto: Thomas

Leider ist die Après-Party mehr oder weniger ausgefallen, weil in der angepeilten Bar "Café WHA" in Lienz  Karneval angesagt war, und man als Römer oder Römerin verkleidet hätte erscheinen müssen. Was leider fast keiner der Teilnehmer vorher wusste….

Insgesamt hat sich die Fahrt nach Lienz absolut gelohnt, es war eine tolle, spannende Veranstaltung und vielleicht mache ich nächstes Jahr ja doch mit.
Ach ja, es hat sich – in Anbetracht der unzähligen Gesichtsverletzungen - als sehr günstig erwiesen, neben den Schulter- und sonstigen Protektoren ein Gesichtsgitter oder einen Vollvisier-Helm zu tragen….
Einen kurzen Film über die WM wird es bei der Kanu-Show in Haltern am 23./24. Februar zu sehen geben.

Bericht: Martina
Fotos: Thomas Rettenbacher (kajak.at) & Martina

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