Das Staudamm-Projekt am weißen Nil

Autor: Ben Jung
26.12.2008
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Der steigende Stromverbrauch und die ständigen Stromausfälle haben die Regierung veranlasst nach 50 Jahren(1998) einen zweiten Damm zu bauen…Doch schon ein Jahr später kam das Projekt wegen Finanzierungsschwierigkeiten zum Stillstand. Da die Weltbank sich bereit erklärt hatte, das Projekt mit 250 Millionen Dollar zu fördern, steht nun fest, dass der Staudamm kommen wird…leider an einer der schönsten Stellen: den Bujagali Falls. Sprecher örtlicher Naturschutzgruppen sagen jedoch, die Dorfbewohner und Kleinbauern seien vermutlich nicht ausreichend informiert worden und würden die Tragweite des Projekts erst realisieren, wenn es zu spät ist.

Construction has begun, finally, on the site of the new Bujagali Dam. The work will take a minimum of 4-5 years to complete. When completed, the New Dam will wipe out arguably the best 45minute stretch of white water in the World.

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The initial construction requires a cofferdam to be built across ‘The Ugly Sisters’ channel. We are likely to lose this run within the next two months.

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Furthermore the dam company has started blasting for rock beside the ‘Total Gunga’ rapid and during blasting they have established an exclusion zone stretching from 200metres below ‘Bujagali Falls’ to the top of Silverback.

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It must be stressed that the new dam should not affect the levels of the lower sections of the River.

We should still have ‘Nile Special’ and with luck, and a bit of higher water , ‘Malalu’ will again be available. It will be a tragedy to lose the top section, but Uganda does desperately need power for economic development.

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If you want the chance to paddle the top section again, then get here fast!

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Jamie Simpson
Kayak the Nile
info@kayakthenile.com

Der Bujagali Staudamm wird wenige Kilometer stromabwärts von zwei existierenden Dämmen am Nil gebaut. Das Projekt könnte 250 Megawatt Strom produzieren.

„Der Wasserstand des Vikoriasees ist jedoch durch die beiden existierenden Staudämme bereits stark gesunken“, erklärt Regine Richter von der Organisation Urgewalt.

„Zudem wird der Vikoriasee als Folge des Klimawandel weiter sehr schrumpfen, so dass der Bujagalli Staudamm in seiner Betriebszeit wesentlich weniger Strom produzieren wird als geplant.

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Über 97 Prozent der Bevölkerung Ugandas hat keinen Zugang zu Elektrizität. Allerdings wird die Mehrheit der Bevölkerung sowieso nicht von dem Strom profitieren, da sie keinen Zugang zum Stromnetz hat“, sagt Klaus Schilder von der Entwicklungsorganisation WEED.

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Wenn die Anlage gebaut wird, werden zahlreiche Inseln überflutet werden. Vegetation und biologische Vielfalt werden verloren gehen, einschließlich Krabben, Vögel und Bäume. Außerdem wird die Tourismus Industrie dramatisch betroffen sein, nach Angaben der IFC.

Menschen vor Ort sagen, es gibt keine Garantie dafür, dass sie Strom aus dem neuen Staudamm zu einem erschwinglichen Preis erhalten werden. Die Natational Association of
Professional Environmentalists mit Sitz in Uganda sagt, dass der Strom vom Bujagalli Staudamm zu kostspielig wäre für die meisten Ugander.

Der Hydrologe Daniel Kull kritisiert, dass die Entscheidung für den Staudamm auf der Grundlage von Studien getroffen worden sei, die die Schäden am Viktoriasee durch die bereits existierenden Staudämme völlig ignorierten und sowohl dem Aufschrei aus Bevölkerung als auch den Folgen des Klimawandels keine Bedeutung zukommen ließen.

“Die Fertigstellung des Staudamms kann den Tod des Viktoriasees bedeuten, mit ernsten Folgen für die Millionen Menschen, die von ihm abhängen. Viele der dort lebenden Menschen arbeiten im Tourismus Bereich.

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Rafting, Kayaking oder andere Aktivitäten ermöglichen den Menschen dort eine regelmäßige Einnahmequelle. Mit der Fertigstellung des Staudamms befürchten viele Menschen, nicht zu Unrecht, dass weniger Touristen kommen und dadurch die dort lebenden Menschen weniger Arbeit haben werden.

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Aus allen Teilen der Welt kommen Tag für Tag begeisterte Kayakfahrer um den weißen Nil zu erleben.Rafting und zahlreiche Stromschnellen locken täglich Touristen an.

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Die Fertigstellung des Staudamms bedeutet, dass das Raftinggeschäft in Zukunft nur noch eingeschränkt durchführbar ist. Zahlreiche Stromschnellen werden durch den Staudamm
überflutet.
Der weiße Nil wird deutlich an Faszination verlieren.
Weniger Rafting bedeutet gleich weniger Touristen. Touristen die sich bisher als freiwillige Helfer bei Hilfsorganisationen wie Softpowereducation engagieren, im Kampf gegen HIV und Malaria.

Macht euch selber einen Eindruck und schaut euch folgenden Filmbeitrag an.

http://www.fullonkayaking.com/2008/12/16/vj-awards-2008/

Vielen Dank für die Unterstützung durch das Kajak-Magazin und  HF/Paddel-People

Fotos by Moritz Schulze, Ben Reuter, Paul Maydew, Joachim Schneider, Scott Feindel, Jamie Simpson und Ben Jung

Text by Jamie Simpson, Ben Jung und Daniel Kull

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