Der Dagger Mamba

Autor: Christian Zicke
07.11.2007
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- Der Dagger Mamba wurde von Christian Zicke und seinem Outdoordirekt-Team ausführlich in der Praxis getestet, hier der Bericht:

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Wir sind den Mamba auf korsischen und norwegischen Flüssen wie auch auf der Koppentraun und der Lammer gepaddelt.


Der erste Eindruck:

Ausstattung und Material:
Der Mamba kommt auf den ersten Blick hochwertig daher. Die Sitzanlage ist schnell verstellbar, das Material der Hülle macht einen soliden Eindruck und auch die Ein- und Anbauten sehen viel versprechend aus. Doch leider ist nicht alles Gold was glänzt. Einige Teile des Mamba erweisen sich regelrecht als Fehlkonzeptionen. So sind zum Beispiel Gurte zur Befestigung der Fittings und der Rückenlehne durch den Sülrand geführt. Durch die hierzu eingeschnittenen Schlitze kommt dann (unabhängig vom Modell der Spritzdecke) sehr viel Wasser ins Boot. Abhilfe: Klebeband von Außen über die Schlitze.

Des weiteren ist bei zwei unserer drei Testboote nach einer Woche Einsatz die am Bootsboden verschweißte Mittelschiene, die den Sitz und auch dem Mittelkeil stabilisieren soll, ausgebrochen. Tipp des Importeurs: Mit Sikaflex wieder rein kleben – naja.
Diese Mängel sollen wohl beim neuen Mamba mit einer neuen Sitzanlage behoben werden. Schaun wir mal.

Fahreigenschaften:

Die Umstellung vom Spielboot auf den Mamba geht bei uns rasch, der recht flache Boden bietet schnell eine gute Anfagsstabilität, der Mamba lässt sich sehr schön über die Kante fahren. Diese ist jedoch nicht zu scharf und wird deshalb kaum zum Stolperkante. Diese Fahreigenschaften machen ihn zu einem hervorragendem Schulungs- und Einsteigerboot.
 
Auf schnellen Flüssen mittleren Schwierigkeitsgrades (Lammer, Koppentraun, Soja) fühlt sich der Mamba sehr wohl. Man kann ihn leicht beschleunigen, er boof quasi aus dem Stand und macht auch beim Surfen und Kehrwasserfahren sehr viel Freude. Schnelle Kantenwechsel und technische Abschnitte machen richtig Laune im Mamba. Er fährt sich spritzig, fast wie ein moderner Funcruiser.

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Etwas kritischer wird es bei uns im stufigen, wuchtigen Wasser, wenn es was schwieriger wird. Hier neigt das recht kleine Heck zum saugen, der dicke Bug schiebt nach Stufen aber unentwegt zur Wasseroberfläche. Hier glänzt der Mamba bei Rückwärtsüberschlägen und Salti die einen auch schon mal zurück in den Rücklauf schicken können. Vorlage und eine sauber Booftechnik sind gefragt. Auch ein nach vorne gestellter Sitz bringt hier nur wenig Abhilfe.

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Auf steilen, wasserarmen Rinnen "Marke Korsika" hingegen macht der Mamba wieder Spass. Hier ist er wendig und agil, er taucht sauber und kontrolliert nach vorne auf. Auch die sanfte Kante stört auf steinigen Bächen kaum, auch Landungen nach höheren Stufen sind für einen Semicreeker recht soft.

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Fazit: Der Mamba ist ein sehr schön zu fahrendes Boot für Wildwasserneulinge und sportliche Liebhaber von Wildwasser im vierten Grad. Vielleicht mögen ihn auch einige Paddler fürs schwere Wasser, uns bietet er hier aber zu wenig Reserven. Man kann zwischen drei Größen wählen, was den Anwendungsbereich des Bootes durchaus auch verschieben kann, wählt man zum Beispiel eine Nummer Größer oder Kleiner.

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Christian Zicke


www.pray4surf.de
Bilder auch von Uwe auuuus Berlin - Danke!

 

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