Der grosse Soulboater Paddeltest

Autor: Soulboater
25.12.2002
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Von Schaumschlägern und Edelkellen - Der große Soulboater Paddel-Report

In den letzten zehn Jahren wurden parallel zur Entwicklung auf dem Bootssektor auch beim Paddelbau enorme Fortschritte gemacht. Die klassische 5-Kilo-Gummi-Hantel sieht man kaum noch. Stattdessen prägen schnittige Leichtgewichtslöffel wie sie früher nur im Wettkampfsport üblich waren das Bild auf unseren Flüssen und an den heimischen Playspots. Bei der großen Auswahl an Modellen fällt es manchmal schon schwer, den Überblick zu behalten. Deshalb hier erst einmal eine kurze Einführung zum Thema Paddelbau in der Gegenwart.

Blattform

Die Blattform wirkt sich entscheidend auf das Druckverhalten und die Führungseigenschaften eines Paddels aus. Die "klassische" Blattform ist symmetrisch. Für den blutigen Anfänger, bei dem es nur darauf ankommt, dass er kurze Strecken auf Zahmwasser mit einem Minimum an Fahrtechnik fährt, reicht sie allemal aus. Mit fortschreitendem Können werden jedoch die Nachteile dieser Blattform offensichtlich. So erreicht man einen gleichmäßig über die gesamte Blattfläche verteilten Druckaufbau bei symmetrischen Blättern nur dann, wenn man das Paddel senkrecht führt. Tut man dies nicht und das ist beim Paddeln schließlich die meiste Zeit der Fall, entsteht am tiefer im Wasser liegenden Teil des Blattes ein größerer Druck als am am höher gelegenen. Die Folge ist, dass das Paddel die Tendenz hat, sich beim Durchziehen um die Längsachse des Schaftes zu drehen. Um dies zu verhindern, muss mit dem Handgelenk gegen gehalten werden. Gerade bei längeren Touren kann dies schnell zu Ermüdungserscheinungen ("dicken Unterarmen") und Problemen mit den Sehnenscheiden führen. Aus diesem Grund sind fast alle modernen Wildwasserpaddel mit asymmetrischen Blättern bestückt. Ihre Form ermöglicht auch bei normaler Paddehaltung einen gleichmäßigen Druckaufbau und ein weitgehend flatterfreies Durchziehen des Blattes. Gerade Personen mit weniger ausgeprägterer Muskulatur wissen dies auf Dauer zu schätzen. Einen Haken hat die Sache natürlich. Dadurch, dass eine Ecke des Paddelblattes "fehlt", muss das Blatt möglichst komplett eingetaucht werden, um einen ausreichenden Druckaufbau zu gewährleisten. Bei unsauberer Technik, beispielsweise beim Bogenschlag, kann es schnell mal zu wirkungslosen "Luftschlägen" kommen. Findige Paddelbauer haben deshalb vor einiger Zeit sogenannte kinetische Blätter entwickelt. "Kinetisch" bedeutet in diesem Fall, dass die Blätter von der Paddellängsachse aus gesehen leicht nach unten, d.h. zur Wasseroberfläche hin abknicken. Der Vorteil dieser Bauform ist, dass die Blätter auch dann senkrecht im Wasser stehen, wenn das Paddel nicht ganz vertikal geführt wird. Hierdurch ist jederzeit ein gleichmäßiger Druckaufbau bei maximaler Wirkung gewährleistet. Die kinetischen Blätter sprechen also bei Vor-, Rückwärts- oder Bogenschlägen wesentlich früher als herkömmliche Blätter an. Das Paddel lässt sich außerdem sehr nahe am Boot einsetzen, ohne daran anzuecken. Die optimale Führung des Paddels wird insgesamt erleichtert.


Bilder: Normales Blatt, asymmetrisches Blatt, kinetisches Blatt.

Blattquerschnitt

Nicht nur die Form der Paddelblätter, sondern auch ihr Querschnitt ist bei jedem Hersteller anders. Manche Paddel weisen eine größere Kehlung auf, während andere fast gar keine besitzen. Grundsätzlich gilt: Je größer die Kehlung, desto besser der Druckaufbau, desto größer jedoch auch die Gefahr des Verschneidens. Bei den meisten Paddeln besitzen die Blattflächen eine glatte Oberfläche. Bei einigen Herstellern sind die Blätter hingegen leicht gewölbt oder mit einer Mittelrippe versehen, um die Stabilität und das Durchzugsverhalten zu verbessern.

Blattgröße

Vor dem Kauf eines Paddels sollte sich jeder überlegen, wie viel Kraft er auf das Paddel übertragen kann. Große Blätter haben den Vorteil, dass sich beim Durchziehen sofort sehr viel Druck aufbaut und bei entsprechender Schnellkraft ein großer Vortrieb erzeugt wird. Fahrer mit einer weniger gut ausgeprägten Muskulatur können allerdings nur eine verhältnismäßig niedrige Schlagfrequenz zu Stande bekommen, was gerade im Wildwasser, wo das Boot immer wieder in möglichst kurzer Zeit beschleunigt werden muss, ein großer Nachteil ist. Für Frauen und Jugendliche ist es deshalb ratsam, ein Paddel mit kleineren Blättern zu verwenden. Bei Prepeg-Paddeln lassen sich die Blätter evt. nachträglich zurechtstutzen.

Blattmaterial

Für die Herstellung der Paddelblätter werden die verschiedensten Materialien und Verarbeitungsverfahren benutzt. So gibt es Blätter aus Holz, Polyurethan-Schaum, Polypropylen, RIM, Nylon und faserverstärkten Kunstharzen, die alle sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Im Soulboater.com-Paddelbericht stellen wir fast ausschließlich Paddel mit Blättern in Prepeg-Bauweise vor. Lediglich das Schlegel Workblade und das Kober Active werden im Nylon Spritzgussverfahren hergestellt. Der Vorteil der Paddel mit Blättern aus Nylonfasern ist, dass sie sehr stabil sind und nur selten brechen. Im Gegensatz zu den sehr weichen RIM-Blättern, die sich beim Durchziehen sehr stark verwringen, bleiben Nylonblätter relativ formbeständig. Sie sind obendrein dünner als die RIM-Blätter und garantieren hierdurch bessere Führungseigenschaften. Noch wesentlich besser sind diese allerdings bei den Prepeg-Paddeln, bei denen die Blätter unter hohem Druck aus mehreren Lagen in Kunstharz getränkter Glas-, Kevlar- oder Carbonfasern hergestellt werden. Dies ergibt eine äußerst steife und bruchfeste Konsistenz. Die Paddelblätter können sehr dünn gefertigt werden und sind deshalb leichter als die aus Nylon. Auch das verwendete Material spielt hierbei eine Rolle. Aus Glasfasern gefertigte Blätter sind in der Regel etwas schwerer als solche aus Carbon. Dafür sind sie flexibler, was vor allem die Bruchfestigkeit erhöht. Zudem werden die Handgelenke geschont, weil am Blatt auftretende Kräfte teilweise absorbiert werden. Blätter mit einem hohen Carbonanteil sind hingegen extrem leicht und steif, brechen allerdings auch schneller. Dadurch, dass sie kaum nachgeben, ist ein maximaler Druckaufbau gewährleistet, was insbesondere technisch versierten Paddlern entgegen kommt. Häufig werden mehrere Materialien miteinander kombiniert, um das Verhältnis zwischen Gewicht und Stabilität zu optimieren. Neben den Prepeg-Paddeln gibt es auch solche, die in Nasslaminat-Technik hergestellt werden. Diese finden jedoch vorwiegend im Wettkampfsport Verwendung und sind in der Regel nicht so robust wie die Prepeg-Modelle.

Schaftform

Die Form des Schaftes muss optimal auf die Ergonomie des Benutzers zugeschnitten sein. Ansonsten kann es schnell zu Ermüdungserscheinungen oder Beschwerden kommen. Häufig müssen Paddler mit kleinen Händen Schäfte mit dem Durchmesser von Abwasserrohren benutzen. Es verwundert daher nicht, dass ihre Hände dann irgendwann nicht mehr wollen. Ein dünnerer Schaft kann also von Vorteil sein. Manche Paddel lassen sich kaum festhalten, geschweige denn führen, weil der Schaft zu rund ist und deshalb durch die Handflächen rutscht. Schäfte müssen daher immer auf beiden Seiten entweder ausreichend ovalisiert oder mit einem Griffaufsatz versehen sein. Dadurch das der Schaft normalerweise gerade ist, muss beim Nach-vorne-Führen des Paddels die aktive Hand an der Außenseite leicht geöffnet werden, um zu vermeiden, dass das Handgelenk abknickt. Im Wildwasser ist dies allerdings nicht immer möglich, so dass nicht selten Schmerzen im Handgelenk die Folge sind. Abhilfe bei diesem Problem versprechen sogenannte Ergoschäfte. Sie sind im Bereich der Griffflächen bogenförmig geschwungen. Hierdurch ist es möglich das Paddelblatt sehr weit vorne einzusetzen, ohne dass das Handgelenk abknickt oder die Hand geöffnet werden muss. Die Zugkraft lässt sich ohne Verzögerung auf das Paddel übertragen und auf Dauer ist die Kraftersparnis enorm. Als weiterer Vorteil gegenüber herkömmlichen Schäften kommt hinzu, dass der Zugpunkt am Schaft hinter dem Druckpunkt am Blatt liegt. Hierdurch stabilisiert sich das Paddelblatt automatisch, was ein sehr ruhiges Durchzugsverhalten bewirkt. Ein Nachteil der Ergoschäfte ist, dass die Griffposition festgelegt ist. Vor dem Kauf eines Ergopaddels sollte daher auf jeden Fall die optimale Griffweite ermittelt werden.


Bilder: Gerader Schaft (Kober) und Ergoschaft (Werner Neutral-Bent)

Schaftmaterial

Genauso wie bei den Blättern gibt es ist auch bei den Schäften die unterschiedlichsten Materialien. Mittlerweile werden die herkömmlichen Aluschäfte zunehmend von Schäften aus Glas-, Kevlar- und Carbonfasern oder sogenannten Skypole-Schäften verdrängt. Diese haben den Vorteil, dass sie bei kalter Witterung nicht an den Händen festkleben und flexibler als Aluschäfte sind. Besonders stabil sind Skypole-Schäfte, deren Aufbau dem von Hochsprungstäben entspricht. Zusammen mit den entsprechenden Blättern ergibt sich bei diesen Schäften eine gleichmäßige Biegekurve des Paddels. Im Optimalfall lässt sich das gesamte Paddel zu einem flachen Bogen formen. Skypole-Schäfte können einiges einstecken. Trotzdem sollte man pfleglich mit ihnen umgehen. Schläge auf scharfe Kanten können beispielsweise haarfeine Risse erzeugen und dann kann es passieren, dass man urplötzlich zwei Paddelhälften in den Händen hält. Für Schäfte mit einem hohen Carbonanteil gilt dasselbe wie für gleichartige Paddelblätter. Sie sind sehr leicht und steif, brechen aber auch leichter als Glasschäfte. Ihr Einsatz beschränkt sich deshalb überwiegend auf den Wettkampfbereich

Paddellänge und Paddelschränkung

Mit den Jahren hat sich nicht nur die Bauweise der Paddel verändert, sondern auch die Ansichten darüber wie lang ein Paddel zu sein hat und welche Schränkung die Paddelblätter aufzuweisen haben. Heutzutage weisen die meisten Wildwasserpaddel Längen zwischen 180 und 200 cm auf. Für den Einsatz im Rodesport sollte das Paddel maximal 196 cm lang sein. Für den reinen Wildwassereinsatz können es ruhig einige Zentimeter mehr sein. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass sich Längen über 200 cm ungünstig auf die Handhabbarkeit des Paddels auswirken. Techniken wie beispielsweise ein Ziehschlag lassen sich mit einer 205 cm-Keule jedenfalls nur schwer erlernen. Grundsätzlich gilt, dass kleinere Personen auch kleinere Paddel fahren sollten. Ein kürzeres Paddel erzeugt eine geringere Hebelwirkung, ermöglicht also eine höhere Schlagfrequenz. Ein kurzer Schaft, der mit großen Paddelblättern kombiniert ist, garantiert einen hohen Druckaufbau und gleichzeitig eine gute Handhabbarkeit. Der Grad der Schränkung oder Drehung der Paddelblätter hängt vom persönlichen Fahrstil ab. Das Anheben des passiven Paddelblattes (bei rechtsgedrehten Paddeln das rechte Blatt) bewirkt, dass sich das Blatt auf der aktiven Seite in die richtige Schlagposition dreht. So höher man die Hand auf der passiven Seite hebt, desto mehr dreht sich das Blatt auf der aktiven. Früher besaßen viele Paddel eine Schränkung von 90°. Dies hatte zur Folge, dass das Anheben des Paddels nicht ausreichte und auf der passiven Seite ständig mit der Hand nachkorrigiert werden musste, um das aktive Paddelblatt in die richtige Position zu bringen. Momentan liegt die Schränkung bei den meisten Wildwasserpaddeln zwischen 30° und 60°. Dies hat den Vorteil, dass bei einer normalen Paddelführung kaum noch nachkorrigiert werden muss. Beim Wildwasserrodeo spielt das einfache Vorwärtspaddeln bzw. der Grundschlag vorwärts kaum eine Rolle. Spielbootfahrer sollten daher eine etwas geringere Schränkung von max. 45° wählen. Der Druckaufbau wird bei fast allen modernen Moves durch ein Vorrotieren des Oberkörpers erzeugt. Gedrehte Blätter wirken sich hierbei eher störend aus.

Die einzelnen Paddel:

Werner DoubleDiamond Der Name ist Programm - und das garantiert! Das Werner DoubleDiamond besticht zuerst durch seine superedle Optik und den Ergoschaft, wo man sich gleich zu Beginn dieser Partnerschaft die Frage stellt, ob dieses Paddel nicht doch zu edel ist um damit auf den Bach zu gehen. Das DoubleDiamond ist ein Hightechpaddel, welches sich vor einem Vergleich mit anderen Paddeln fürchten braucht. Dieses Modell gibt es serienmäßig nur mit einem Ergoschaft. Die Blattfläche ist klein geshapet und ermöglicht somit eine hohe Schlagfrequenz. Das Blatt ist nicht wie bei anderen Carbonpaddeln üblich äusserst dünn, sondern besitzt einen harten Schaumkern zwischen den Carbonschichten der Blatt Innen- und Außenseite. Dies soll das Blatt nach Angaben des Herstellers leichtfühliger und stabiler machen. Ein Flattern gibt es beim DoubleDiamond nicht, da Schaft und Blatt absolut steif sind, und das tun, was der Paddler vorgibt. Das Handling ist spitzenmäßig, der Schaft nicht etwa "nur" rund oder oval geshapet sondern besitzt richtige Führungskanten und vermittelt somit das Gefühl für meine Hand maßangefertigt worden zu sein. Die Verarbeitung ist exzellent, wie man es von Werner eben gewohnt ist. Dass dies natürlich seinen Preis hat ist ebenso klar. Abschließend sei gesagt, dass dieses High End Paddel sicher am oberen Ende jeder Paddelbewertung zu finden sein wird, und das sicher nicht umsonst. Getestetes Material: Werner DoubleDiamond, Ergoschaft 191cm 20° rechtsgedreht.


Double-Diamond mit Neutral-Bent Schaft

Werner Side-Kick/ Player Das Werner Side-Kick gehört zum Besten, was der Paddelmarkt zu bieten hat. Das fängt schon bei der makellosen Verarbeitung an. In der Carbon-Prepeg-Version ist das Paddel sehr leicht. Die Blätter sind trotz ihrer geringen Dicke sehr steif und äußerst robust. Am äußeren Ende, wo mit dem höchsten Abnutzungsgrad zu rechnen ist, sind die Blätter stufenförmig verstärkt. Dies sorgt nicht nur für einen verlangsamten Abrieb, sondern auch für eine gleichmäßige Biegekurve, was das Paddel insgesamt sehr bruchfest macht. Ein besonderes Charakteristikum der Werner-Paddel ist die Abwölbung der Blattflächen auf beiden Seiten der Mittelrippe, wodurch sich das Druck- und Führungsverhalten verbessert und ein "Flattern" verhindert wird. Beim Side-Kick sind die Blattflächen darüber hinaus kinetisch geschnitten, d.h. die Blätter kippen von der Paddellängsachse gesehen leicht nach unten ab. Diese Blattform sorgt dafür, dass sich selbst bei nicht vertikaler Paddelführung immer ein ausreichender Druck aufbaut. Dies hat wiederum den Vorteil, dass sich das Paddel sehr nahe am Boot führen lässt, was einen ökonomischen Fahrstil ermöglicht. Ein Double-Torque-Schaft mit ergonomisch geformten Griffen verbessert die Handhabung des Side-Kicks zusätzlich. Das Paddel lässt sich buchstäblich mit den Fingerspitzen führen. Dies kommt insbesondere technisch versierten Fahrern zugute. Schaft und Blätter sind bei allen Werner Paddeln untrennbar miteinander verbunden. Einerseits wird hierdurch verhindert, dass Wasser in den Schaft gelangen kann, andererseits ist es jedoch nicht möglich, beschädigte Blätter auszutauschen. Für diejenige oder denjenigen, dem das Side-Kick aufgrund des hohen Druckaufbaus Schwierigkeiten bereitet, bietet Werner das Player mit kleineren Blättern an. Dieses Modell weist ansonsten dieselben Merkmale bei Verarbeitung und Design wie das Side-Kick auf. Getestetes Material: Werner Sidekick mit Normal und Ergoschaft: 194cm 45° Normalschaft, 194cm, 30° Ergoschaft, rechtsgedreht. Player: 194cm 45° rechsgedreht.


Sidekick mit Neutral-Bent Schaft


Player

Quest Das Quest ist ein sehr sportliches Paddel und nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Dennoch ist es sehr fehlerverzeihend, ermöglicht dank der kleineren Blattform eine hohe Schlagfrequenz, was besonders auf der Welle von Vorteil ist weil es nicht wegreißt. Der Druck kommt nicht so plötzlich wie beim Sidekick und fährt sich nicht sich nicht so agressiv wie dieses. Das Quest gibt es in Carbon und Glas-Ausführung und der von Werner gewohnten Top-Verarbeitung.


Quest

Kober Control Die Blätter des Kober Controls sehen denen des Werner Side-Kicks auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Bei näherem Hinsehen zeigen sich jedoch größere Unterschiede. Im Profil weisen die Blattflächen des Control eine gleichmäßige Dicke auf. Eine ausgeprägte Wölbung wie bei den Werner-Paddeln ist nicht vorhanden, dafür besitzen die Blätter eine markante Mittelrippe. Die Blattenden sind mit eingearbeiteten Alukanten verstärkt. Der Schaft ist lediglich durch einfache Quetschung ovalisiert. Die Blätter sind so auf den Schaft geklebt, dass sie sich ohne Probleme austauschen lassen. Im Wildwassereinsatz hat sich das Control als sehr robust erwiesen. Die Alukanten halten, was sie versprechen. Das Druck- und Führungsverhalten ist gut. Aufgrund der kinetischen Blattform lässt sich das Paddel kraftsparend fahren und zugleich sehr nahe am Boot führen. Auch für Spielbootfahrer ergeben sich hierdurch neue Möglichkeiten. Insgesamt gesehen ist das Control eine preiswerte Alternative zu den amerikanischen Edellöffeln. Getestetes Material: Kober Control, 194cm 45° rechtsgedreht.

Kober Salto Lange haben wir darauf gewartet, doch schlussendlich hatten wir es doch in unseren Händen: Das Kober Salto. Neues Logo, neue, durchaus attraktive Gestaltung, neue Werkstoffe, auch Kober ist nun bei den Paddeln wieder vorne mit dabei. Das Kober gibt es in zwei verschiedenen Farben und Verschränkungen, die Schaftlänge kann gewählt werden. Vom Material her ist es eine laminierte Glasfaser, die unter Druck verbacken wird. Das Salto ist mit einer blattversteifenden Führungsrippe ausgestattet, die ein ruhiges und fast flatterfreies Paddeln ermöglicht, erst auf längeren ruhigen Passagen merkt man ein leichtes Flattern. Das Blatt selbst ist relativ dünn, was sich beim Gewicht bemerkbar macht. Spezielle Einlagen an den Paddelenden verhindern schnelle Abnützung, wobei nach einem knappen Jahr doch auch schon deutliche Spuren am Blatt zu sehen sind. Der Schaft besteht aus stabilem und bewährtem Fiberglas, und ist an den beiden Griffenden ovalisiert, was allerdings von den Testern unterschiedlich begeistert aufgenommen wurde. Fazit: Das Kober Salto ist wie ein Ford Focus, gute Mittelklasse, bewährt, günstig und ein treuer Begleiter für Paddler, die nicht das Besondere oder das Topexclusive suchen. Getestetes Material: Kober Salto, 198cm 45° rechtsgedreht.

Kober Zorro Ein edel aussehendes, sehr leichtes Kohlefaserpaddel. Die moderne Blattform schließt Flattern bei schnellem Durchzug praktisch aus. Der Schaft liegt gut in der Hand, das geringe Gewicht entlastet die Handgelenke und bringt automatisch eine schnellere Schlagfolge und damit mehr Sicherheit und Agilität im Wildwasser. Das Paddel ist sauber verarbeitet und inzwischen wird im Gegensatz zur ersten Serie ein besserer Klebstoff verwendet um Paddel und Blatt aneinander zu halten. Paddel und Schaft sind nicht wie beim Werner unzertrennlich miteinander verbunden sondern austauschbar. Das Blatt ist sehr groß, wodurch man sehr viel Druck beim Wildwasserpaddeln oder den Rodeomoves auf die Blattfläche bekommt. Optional ist das Kober Zorro auch mit einem Ergoschaft lieferbar, welcher uns jedoch zum Test leider nicht vorlag. Das Zorro besticht vor allem durch seine Leichtigkeit und die großen Blätter und ist ein Top-Produkt in der Wildwasserserie bei Kober. Getestetes Material: Kober Zorro, 198cm, 45° linksgedreht und 194cm 20° rechtsgedreht.

Kober Active Das Kober Active ist ein preiswertes Nylonpaddel, dass von der Blattform her dem Salto ähnelt. Die Blätter sind im Vergleich mit RIM-Paddeln sehr dünn und steif, besitzen jedoch immer noch eine gewisse Flexibilität. Dementsprechend gut lässt sich das Paddel führen. Die Blattenden sind extrem abriebfest und stabil. Auch vom Gewicht her kommt das Active fast an die Prepeg-Modelle heran, je nachdem ob man die Blätter mit einem Alu- oder Glasschaft kombiniert. Aufgrund seiner modernen Formgebung und der hohen Verschleißfestigkeit eignet sich das Active besonders für preisbewusste Paddler, notorische Paddelzerstörer und Vereine.

Robson Oracle Getestet wurde ein sehr kurzes Exemplar dieser Gattung, nämlich ein 185er. Mit dieser Länge von 185cm eignet sich das Robson Orakel natürlich hauptsächlich zur Fortbewegung in Wellen oder Walzen. Bei der geringen Länge kann man schnell umsetzen und bleibt mit den Blättern nicht im Schaum der Walze hängen, das Paddel lässt sich demnach eng führen. Dank der relativ großen Blätter bekommt man mächtig Druck auf's Paddel und kann so die verschiedenen Moves kraftvoll einleiten. Mit dem Orakel kann man dadurch auch schnell beschleunigen, um z.B. eine Welle auf dem Bach noch zu erwischen, oder um den entscheidenden Schlag zu führen, um nicht von derselbigen zu fliegen. Im direkten Vergleich zum Robson Pogo ist das Orakel beim Spielen die bessere Wahl, da die Paddelform den Rodeoanforderungen mehr entspricht. Getestetes Material: Robson Oracle, 185cm, 45 Grad rechtsgedreht.

Robson Stud Carbon Das Stud Carbon sieht genauso aus wie sein etwas billigerer Bruder aus Glas - allerdings besticht die Carbonausführung erstens durch die sehr edle Optik, und zweitens durch einen wesentlich steiferen Schaft und Paddelblatt. Als Pizzaschaufel wird das Stud von bösen Zungen bezeichnet, allerdings bieten die großen Blätter vor allem im schweren Wildwasser beim Stützen einige Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Die Verarbeitung des Test-Exemplars war ziemlich sauber. Das Blatt besitzt am Rand mehr Lagen Carbon als innen. Schaft und Blatt sind aus Vollcarbon gefertigt, ein Flattern trat allerdings beim kräftigen Durchziehen dennoch ab und an auf. Allerdings nicht so stark wie bei der Glasvariante. Beim Stud Carbon bekommt man schon ziemlich viel Paddel für angemessenes Geld. Ein Ausfransen des Paddelblattes an den Kanten ließ sich selbst nach einem Jahr schonungslosem Fahren nicht wirklich feststellen. Getestetes Material: Robson Stud Carbon in weinrot 197cm 55° rechtsgedreht


Stud Carbon

Robson Stud Glas PrePreg Der "kleine" Hengst für starke Paddler - Immer willig ist die große Pizzaschaufel wenn es darum geht viel Druck aufs Wasser auszuüben. Beim Stud hat man beim WW- und Rodeopaddeln immer ausreichend Druck auf dem Blatt. Der Schaft hat sehr viel Flex und ist aus Glasfaser hergestellt. Die Blätter bestehen ebenfalls aus Glas und werden im PrePregverfahren im heißen Ofen gebacken. Die Verarbeitung unseres Exemplars war sauber und nach über einem Jahr paddeln waren die Blätter immer noch gut in Schuß und kaum ausgefranst. Negativ ist uns nur das Flatterverhalten aufgefallen, welches z.B. dann auftritt wenn man das Paddeln stark durchzieht. Wer ein leichtes und günstiges Paddel mit mit großen Blättern und ordentlich Flex sucht ist mit dem Stud gut beraten. Getestetes Material: Robson Stud 198cm 55° rechtsgedreht.

Robson Green: Das Green gibt es nur in dieser Farbe - außer ihr spendiert dem Robert einen Kasten Bier. Es wurde vor urlanger Zeit vom damaligen Rodeoweltmeister Olli Grau designt (drum auch der Kosename Ollilöffel) und bietet höchste Handlingwerte, und das trotz der relativ extrem geshapten Kinetic-Blätter. Durch das schmale Blatt am Schaftende lässt sich das Paddel bei den gängigen Moves sehr eng am Boot entlangführen ohne daran hängen zu bleiben. Durch die großen Paddelflächen erreicht man gewaltigen Vortrieb und bleibt elegant auf der Welle, wenn rundherum schon wie wild am Löffel gezogen wird, um den Ritt nicht zu verpassen. Das Paddel wird Robson-üblich in verschiedensten gewünschten Längen und Verschränkungen ausgeliefert. Der Schaft besteht aus dem von Robert Sky Epoxy genannten Glas, das Blatt ist wie auch bei anderen Herstellern pressure molded. Zum Blatt sei noch erwähnt, dass es wirklich lange gehalten hat, als wir es in der Welle und in der Walze verwendet haben. Als wir das Paddel jedoch dann vermehrt am Bach eingesetzt haben, hat sich der Rand des Green relativ schnell ausgefranst, und ist auf einer Seite sogar in Längsrichtung ein Stück eingerissen. Fazit: Ein nach wie vor geniales Stück für angehende Rodeoreiter und Profis in dieser Disziplin, dessen Stärke eindeutig im Spielbereich liegen. Getestetes Material: Robson Green 196cm 45° rechtsgedreht.

Robson Gemini Das Robson Gemini ist ein klassischer Vertreter der symmetrische Paddel: Der Unterschied zu asymmetrischen besteht daran, dass diese Art des Blattes keine Ecken und Kanten zum Verschneiden bietet, sich das Paddel also über eine gute und gleichmäßige verteilte Druckübertragung erfreut. Das Robson Gemini bietet eine relativ lange Lebensdauer trotz dem bekannten leicht erhöhten Verschleiß, wenn man dies mit Mitbewerbern vergleicht. Bei statisch geführten Ziehschlägen schmiert das Heck nicht ab. Robson bietet das Gemini, wie auch die meisten anderen Paddel, in verschiedenen Farben an, wobei unseres Erachtens ein besonders guter Look in schwarz/silber erreicht wird. Das stoßdämpfende Material, das Robson für Schaft und Blätter verwendet, schont Arme und Schultern. Der Schaft selbst ist allerdings nur minimal ovalisiert, was sich teilweise nachteilig bemerkbar macht. Fazit: Das Gemini ist ein gutes Paddel zu einem vertretbaren Preis, dass keinerlei besondere Stärken, aber auch absolut keine Schwächen aufweist. Getestetes Material: Robson Gemini 184cm, 55° rechtsgedreht.

Robson RED Carbon Das Red gibt es im Gegensatz zum Green auch in anderen Farben. Unser Testpaddel war in marmoriertem Winrot - verdammt edel. Doch auch dieses Paddel war verdammt ein paar Kratzer abzubekommen. Schaft und Blatt sind aus Vollcarbon, überzogen mit einer Deckschicht aus rotgefärbtem Glas. Da der Shape des Blattes exzentrisch und schmal ist, lässt sich das Paddel sehr eng am Boot führen. Wie bei Robson üblich gibt's das Paddel in allen möglichen Längen und Schränkungen. Von der Verarbeitung her ist das RED absolut Top, nach mehrmonatiger Benutzung hielt sich der Verschleiß in Grenzen. Positiv war das beim Red Carbon keinerlei Ausfransungen an den Blättern auftraten und das Blatt nicht gekippt ist und somit eine Führungsrippe fehlt das Paddel überhaupt nicht flattert. Fazit: Ein geniales Paddel für Leute die eine etwas kleinere Blattform bevorzugen. Ein edles Paddel zu einem fairen Preis. Getestetes Material: Robson Red Carbon, 192cm 30° rechtsgedreht.

Prijon PreTec Carbon Als immer verlässlich, und als Paddel in welches man sehr viel Vertrauen haben kann, erwies sich das Prijon PreTec Carbon. Exzentrischer Blattshape, mittelgroße Blätter aus Vollcarbon und ein Schaft aus Kohle Kevlar Material vermitteln einem das Gefühl der Unzerstörbarkeit dieses Löffels. Wir scheuten es nicht mit dem Paddel schonungslos umzugehen und auch öfters mal den ein oder anderen Stein mitzunehmen - umso erstaunter waren wir als wir selbst nach mehrmonatiger Benutzung noch immer keine all zu großen Gebrauchsspuren in Form von Schrammen oder Ausfransungen an den Blättern feststellen konnten. Das Paddel ist absolut steif und flatterfrei, die Verarbeitung sehr gut. Für relativ wenig Geld bekommt man von Prijon ein Highendgerät aus Vollcarbon welches von Verarbeitung, Stabilität und Handling absolut top ist. Getestetes Material: Prijon PreTec Carbon 194cm 45° rechtsgedreht.

Prijon PreTec Glas Der kleine Bruder des oben getesteten Pretec Carbon. Erhältlich in mehreren Farben, Verschränkungen und Längen. Dieses Paddel mit seinen günstigeren Materialien ist etwas für den "schmäleren" Geldbeutel, wobei wir auch hier von der Qualität der eingesetzten Kunststoffe positiv überrascht waren. Wir haben das Paddel jetzt 1,5 Jahre wirklich ausgiebig getestet, hauptsächlich im harten WW- Einsatz auf klassischen Rinnen. Das Paddel ist noch immer ganz, auch wenn es nun am Ende der zweiten Saison beginnt auszufransen, so ist dies doch in deutlich geringerem ausmaß wie bei manch anderem Paddel zu beobachten. Der dünnere Schaft lässt sich angenehm in den Händen halten, ohne dass Ermüdungserscheinungen auftreten, und ist dadurch auch für Personen mit kleineren Händen (Mädchen, Kinder) sehr interessant. Das Blatt ist mittelgroß, weißt einen deutlichen Shape auf, und ist ebenfalls von innen nach außen zwei Mal verstärkt, d.h. die Paddelaußenseite ist deutlich dicker. Das PreTec bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis, und gibt aus stylisch was her. Getestetes Material: Prijon PreTec 198cm 45° rechtsgedreht.

Prijon G29 Als das Prijon G29 in den Soulboater Studios ankam fragten wir uns zuerst, ob überhaupt etwas in dem Lieferkarton, den uns der UPS brachte, drinne ist. Endlich in der Hand gehalten fiel uns zuerst das äusserst geringe Gewicht dieses High-End Paddels auf. Gerademal 830g bringt das Prijon Ergopaddel auf die Wage und es fühlt sich sogar noch leichter an. Das G29 besteht aus einem 29mm dünnen Ergoschaft aus Carbon und einem Carbonblatt, welches mit einer farbigen Glasdeckschicht überzogen ist. Die Verarbeitung ist sehr sauber. Vom Handling her fiel war nicht viel anzumerken, ausser dass der Ergoschaft die ein oder andere Führungskante gebrauchen und etwas rauher sein könnte, da der Schaft wirklich an jeder Stelle rund geformt und blitzblank poliert ist. Hat man sich allerdings nach einiger Zeit an diesen Schaft gewöhnt, fällt dieses Manko nicht weiter auf. Die Blätter sind sehr groß geshapet, sodass man beim WW-Paddeln viel Druck auf das Paddeln bekommt. Flattern tut das G29 nicht, da eine stabilisierende Führungsrille im Blatt vorhanden ist. Das G29 macht genau das, was die Paddlerin vorgibt. Fazit: Dieses Paddel besticht zu allererst durch sein äusserst geringes Gewicht und ist aufgrund des kleinen Schaftdurchmessers sehr gut für Mädels geeignet. Getestetes Material: Prijon G29 194cm 20° rechtsgedreht.

Prijon C28 Das "C 28" ist ein Carbon-Prepeg Paddel, das heisst, geringes Gewicht und gleichzeitig hohe Stabilität. Die Blätter sind asymmetrisch und aus bis zu 15 Lagen Carbon hergestellt, welche den Paddelblättern eine hohe Steif- und Robustheit verleihen. Der Schaft ist in der Compotech-Bauweise gefertigt und besteht aus Carbon mit einer Glasfaser - Innenhülle und hat einen Durchmesser von 28 mm. Er ist auf einer Seite ovalisiert, was eine gute Führung des Paddels erlaubt. In dieser Zusammenstellung wiegt das Paddel leichte 830 Gramm ( bei 197,5 cm Länge ) und gehört somit zu den leichtesten Paddeln auf dem Markt. Der Vorteil eines Paddels mit geringerem Flex liegt eindeutig in der Kraftübertragung des Paddels, da die Energie beim Paddeln nicht in dessen Biegung gesteckt wird. Besonders bemerkt man den starken Zug bei  festen Paddelschlägen, so wie beim Boofen, in der Walze oder auf der Welle. Ganz im Gegenteil zu grassierenden Gerüchten, "Carbon Schäfte brechen schnell...", kann ich das aus meiner Erfahrung (mit gutem Gewissen !!) nicht bestätigen, denn ich benutze dieses Paddel schon seit 2 ½ Jahren sowohl im Wildwasser als auch beim Rodeo und es hat mich noch nie im Stich gelassen! Gerade das geringe Gewicht ist sehr angenehm beim Paddeln, vor allem bei ausgedehnten Sechsstundenamstücksessions auf der Wittelsbacher oder auf jedem anderen guten Bach oder Playspot. J.

Schlegel Workblade Seit mittlerweile 2 Jahren fahre ich mit dem Workblade auf vorzugsweise materialintensiven, weil steinigen und verblockten Mittelgebirgsbächen und an flachen Playspots. Das Material des aus Nylon gefertigten Schlegelpaddels hat sich dabei als extrem robust, abrieb- und schlagfest erwiesen. Es ist ein Paddel zum "Holzen" ohne Rücksicht auf Materialschwächen nehmen zu müssen. Selbst Unterwasserstochern bei Bergeaktionen oder wilden Walzenaufenthalten bleibt ohne Folgen. Trotzdem ist das Gewicht erstaunlich gering und das Paddel dadurch sehr dynamisch zu führen. Der Glasschaft hat einen guten Flex, wenn man mit erhobenem Paddel zwischen 2 Blöcken durchfährt und hängenbleibt, kann es passieren, dass das Workblade durch die schlagartige Spannung aus den Händen und in die Luft katapultiert wird. Die asymmetrische Blattform neigt bei kräftigem Durchzug etwas zum Flattern. In seiner Klasse hat das Workblade mit Sicherheit eines der besten Preis-Leistungsverhältnisse. Getestetes Material: Schlegel Workblade 198cm, 45° linksgedreht.

Seven2 Wenn man das Seven2 Paddel betrachtet, bekommt man gleich den Eindruck, etwas völlig neues und einzigartiges entdeckt zu haben. Und einzigartig ist auch das Fahrgefühl. Die zwei wohlgeformten, gummiähnlichen Griffzonen, die den zarten Schaft umschließen, lassen kein verrutschen der Hände am feuchten Paddelschaft zu und sind auch im Winter viel wärmer und gemütlicher als ein kalter Cabonschaft. Hinzu kommt, das die Hände immer an der gleichen Stelle des Schafts fixiert sind und das deshalb ein zu enges oder weites Greifen unmöglich ist. Die asymmetrische Blattform und die schöne Verarbeitung des Blattes sorgen für unendlichen Fahrspaß: Genug Zug im Wasser, kein flattern, das Seven2 ist wohl das angenehmste Paddel, das ich je gefahren bin. Einzig die Haltbarkeit des Paddels lässt zu wünschen übrig. Das Cabonblatt ist sehr filigran und mag den Kontakt zu Steinen nicht wirklich. Auch die Verklebung von Schaft und Blatt, sowie die angeklebten Griffzonen sind Schwachstellen des Paddels und lösen sich schon mal ganz gerne. Wenn man aber nicht grade in der Wildnis ist, sonder in der Nähe der heimatlichen Werkstatt, kann jeder Defekt mit etwas Heiß- oder Sekundekleber behoben werden. Das seven2 ist ein Ideales Rodeopaddel, aufgrund der filigranen Verarbeitung und des hohen Preises von ca. 400 Euro aber nur bedingt in steinigen Gewässern zu gebrauchen. Getestetes Material: Länge: 1,94m Material: Carbon mit Schaumkern und Carbonschaft, Hartgummigriffe am Schaft Schränkung: 35 Grad Blattform: Asymmetrisch

Lettmann Ergonom Pro LCS 70 Das Lettmann Ergonom ist mit Sicherheit eines der besten und ausgereiftesten Paddel auf dem Markt. Das asymmetrische Blatt schneidet ohne jegliches flattern durchs Wasser und bringt enormen vortrieb. Der harte Carbonschaft überträgt jeden Befehl des Paddlers 1 zu 1 aufs Blatt. Ziehschläge gelingen aufgrund des Ergo- Schaftes butterweich und handgelenkschonend. Die Verarbeitung des Paddels ist erste Sahne und wenn's doch mal bricht, weil's zum Beispiel in der Autotür eingeklemmt wird (räusper), erledigt Lettmann in Moers jede Reparatur schnell und vor allem gut und preiswert. Das Ergo verkraftet auch im harten Einsatz viel Steinkontakt und ist äußerst robust und zuverlässig. Das Paddel ist Ideal fürs Stürzen als auch für den Einsatz an jedem denkbaren Playspot. Technische Daten des Testpaddels: Länge: 1,96m Material: Carbonblatt und der halbe Schaft sind jeweils aus einem Stück. Die beiden Hälften werden in der Mitte verklebt. Schränkung: 55 Grad Blattform: Asymmetrisch

Mergner Futa light in zwei Ausführungen: Play und Wildwasser.   Daten:  Material: schlagzähes Hochleistungspolyamid verstärkt mit Carbon. Schaft: Carbon Kevlar Glas mit integrierter Griffleiste. Gewicht: circa 1065 Gramm bei 195 cm Länge   Als erstes fällt das edle Finish der Paddel auf, schicker Carbonschaft, mattschwarze Blätter, top Schrumpfschlauch,... Dann beim Hochheben bemerkt man das geringe Gewicht und die ovalisierte Griffleiste. Das nach dem Rio Futaleufú in Chile benannte Futa glänzt jedoch nicht nur mit "Äußerlichkeiten", es verfügt über ein neues Blatt-Design, das Blatt ist nicht wie bei herkömmlichen Paddeln in einer geraden Linie am Schaft befestigt, sondern um ein paar Grad nach vorne gewinkelt. So soll ein "Ergoschaft-Effekt" erzielt werden, also gelenkschonendes Paddeln. Dieser Design-Kniff hat aber auch positive Auswirkungen auf das Handling. Beim Kehrwasserfahren z.B. greift das Blatt früher in die Strömung und bei Ziehschlägen profitiert man auch vom neuen Design. Ansonsten macht sich das know-how des Herstellers schnell bemerkbar, die Paddel "flattern" nicht und wenn man sich erst einmal an das neue Design gewöhnt hat, will man die Vorteile nicht missen. Die assymetrischen Blätter der Wildwasserversion sind gut dimensioniert (ca.48cm x 20cm), so hat man immer Druck auf dem Blatt. Die ebenfalls asymetrischen, aber etwas kleineren Blätter der Playersion (ca.44cm x 19.5cm) sind für mich persönlich zu klein. Zwar kann man eine hohe Freqwenz schlagen, jedoch war es schwieriger z.B. für einen Cartwheel Setup genug Gegendruck aufzubauen. Dieses "Manko" macht sich eher in der Walze bemerkbar. Legt man das Paddel nach einer langen Session wieder ins Auto, wird man wohl vergeblich nach Gebrauchsspuren suchen, die Teile sind echt stabil.   Fazit: Für knappe 200€ bekommt man ein ausgereiftes ,leichtes, edles Paddel, mit dem man im Wildwasser viel Spaß haben wird. Auch die Playversion sollte man auf jeden Fall testen.

 

Techniktext: Team Soulboater
Paddelberichte und Tester: Nils Kagel, Toni Edelmayr, Darko Pelikan, Jan-Peter Reichardt, Jobst Hahn, Christian Zicke, Thomas Müßig, Achim Jüttner, Harry Moose.

© Soulboater.com 2003

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