Der Liquidlogic Remix im Test

Autor: Christian Zicke
31.01.2008
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- Christian Zicke war wieder fleißig am Boote testen: Neuestes Test-Opfer ist der Liquidlogic Remix. Hier der

FAHRBERICHT

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Gefahren wurde der Remix 69, der zweitgrößte der Remix-Serie.

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Der neue LL Remix soll ein Boot für alle Fälle sein. Der Hersteller beschreibt den Remix als gutmütiges Boot für Einsteiger und fortgeschrittene Paddler, dass auch dem ambitionierten Wildwasserfahrer alle Möglichkeiten bieten soll. Dieser Text klingt zu gut um wahr zu sein. Deshalb haben wir den Remix auf der Hohen Rur bei sattem Pegel und schließlich in Holibu ausgiebig Probe gepaddelt.

Der erste Ausflug auf der Rur

Der brandneue Remix passt auf Anhieb. Und das obwohl ich nur den zweitgrößten Remix mitgenommen habe. Normalerweise benutze ich wegen meinem stattlichen Gewichts von 95 Kilo immer das größtmögliche Boot. Doch der größte Remix war selbst mir zu voluminös.
Die Sitzanlage des Remix, genannt „Bad Ass“ ist so gemütlich wie das heimische Sofa. Bequemer geht’s nimmer.

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Doch der erste Wermutstropfen folgt direkt. Die dicke Kamera-Peli passt nicht ins Heck – denn der Remix–Sitz ist hinten zu hoch gezogen. Schade! Dann muss die Box eben zwischen die Beine. Ich rutsche in die braune Rur und fahre in das erste Kehrwasser. Der Remix ist erstaunlich wendig. Bei einer Länge von knapp 270cm habe ich das nicht erwartet. Doch der Remix hat viel Kielsprung und ordentlich Volumen in Bug und Heck. Diese Kombination, gepaart mit einem recht flachem Unterschiff und humaner Kante sorgt für hohe Beschleunigung, hohe Endgeschwindigkeit und große Drehfreudigkeit. Besonders bei der Beschleunigung und bei der Endgeschwindigkeit kann kein reinrassiger Creeker mithalten.

Die Rur hat einen satten Pegel. Schon unter der ersten Brücke steht ein fettes Loch. Ich verzocke den Boof und sause voll ins Loch. Der Remix stellt sich ein wenig auf, ich überschlage mich aber nicht. Das Heck hat an der richtigen Stelle das nötige Volumen.
In wuchtigen Passagen fährt der Remix wie an der Schnur gezogen. Er ist spurtreu, präzise zu fahren und schnell! Sauber schießt er durch Walzen und Wellen. Hier hilft das viele Volumen und die Länge.
An einigen Wehren und kleinen Stufen kann ich das Boofverhalten des Remix ausprobieren. Durch die abgerundete Kante im Unterschiff muss man schon etwas suchen um den richtigen Punkt zu finden. Wenn man diesen gefunden hat, lässt sich das Heck sauber ins Wasser drücken und so kommt der Bug beim Boof schön weit aus dem Wasser.

Jetzt: Holibu

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Die Fahreigenschaften die sich auf der Rur heraus kristalisiert haben, bestätigen sich auf der Slalomstrecke in Hohenlimburg. Das Boot ist sehr schnell und wendig, auch surfen ist kein Problem.

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Mit ein wenig Anstrengung (und Übung) kann man sogar noch schöne Rückwertskerzen in der Verschneidungslinie machen.

Fazit

Hervorragendes Boot für Einsteiger und fortgeschrittene Paddler, die eine präzise Technik erlernen oder diese festigen möchten. Der Remix ist kein Boot zum rumdümpeln sondern möchte besonders im schweren Wasser aktiv gefahren werden. Für wuchtiges Wasser ist der Remix durch seine hohe Endgeschwindigkeit und Beschleunigung ein hervorragendes Boot.
Auch die Wendigkeit des Remix ist erstaunlich, somit eignet er sich auch, wenn man mit der Länge des Bootes klarkommt, für steile, steinigen Rinnen. Hier wird er auch durch seine abgerundeten, sanften Kanten viele Freunde finden.

Der Remix 69 ist für ein Gewicht von 85 bis 110 Kilo sehr gut geeignte. Für größere und schwerere Paddler gibt es noch den Remix 79, der unheimlich viel Platz und Volumen hat. Leichtere und kleinere Paddler können auf den Remix 59 und 47 zurückgreifen.

Daten Remix 69:
Länge: 267 cm
Breite: 66 cm
Volumen: 261 Liter

Christian Zicke

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