Der Löwe wird erneut gezähmt - Kajak-Expeditidition nach Pakistan

Autor: Olaf Obsommer
28.03.2007
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 AKC Expedition "Die Zähmung des Löwen IV"

 - Rob Hind:
We paddled in Pakistan from mid April till mid May in 1992.  The team was four UK paddlers, Loel Collins, Dave Read, Collin Hill and Rob Hind, and we called the trip " The Shimshal Kayak Expedition", we got backing from the British Canoe Union.   We based our selfs in the town of Gilgit, and did a 2 day warm up on the Gilgit and Hunza rivers, overnighting on the river.  We then headed up the Indus to Skardu and spent 3 days paddling back down to the big waterfall at Mulapor, with Jeep support.  Then it was up the Gilgit River and 3-4 days paddling back down to the Ishkoman River confluence.  We wanted to paddle the Ishkoman, but had a jeep crash (no one hurt !)and had to head back to Gilgit.  We then trekked from Passu to Shimshal village and then made a first descent of the Shimshal Gorge.

Regarding the Indus and the Rhondu Gorge, In 1990 Mickey Coyne and John Taylor organised a trip there, with Mumbo, Gerry Moffatt, RossPurdy, Guy Baker,  Mike Hewlett, Mick Hopkinson and Marcus Schmidt and they made a film called "Taming the Lion", worth getting hold of if you havnt seen it already.  Apart from that there was the Sobek Raft attempt and some Italians as far as I am aware.  A few Brit groups have paddled the Indus below the Gilgit Confluence as well.

Hope that all helps, have a fun trip and look forward to seeing the film.

Cheers
Rob

Warum die Rondu Schlucht?


Markus Schmid, einer der Erstbefahrer der Rondu-Schlucht, hat mir Jahr für Jahr vom Indus und vor allem den fehlenden 20 km der Schlucht vorgeschwärmt. Meine Neugierde war geweckt. Als Bernhard Mauracher 2006 von der Nanga Parbat Expedition zurückkam, schwärmte er an einem Stück von Pakistan und den wilden Flüssen dort. Dann kam das Gerücht auf, dass eine amerikanische Expedition um Scott Lindgren eine komplette Befahrung der Rondu-Schlucht plane und somit eine der letzten großen Herausforderungen im Wildwassersport in Angriff nehmen wolle. Da war uns klar: Wir müssen angreifen!

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Vorherige Expeditionen


Das Team um die Filmemacher Olaf Obsommer und Bernhard Mauracher wollen im April 2007 die Rondu-Schlucht des Indus mit dem Kajak erstbefahren. Alle vorherigen Expeditionen mussten vor den gewaltigen Wassermassen kapitulieren und konnten die Schlucht nicht durchgehend befahren. Die Crux der 250 km langen Strecke ist ein 20 km langer Canyon mit Zwangspassagen und 40 Promille Gefälle. Der AKC´ler Markus Schmid versuchte 1990 mit einer National Geographic Expedition (1 Million Dollar Budget!) das Unmögliche zu schaffen. Zu diesem Zeitpunkt war das Team eines der stärksten der Welt. Dave Manby, Mike Hopkinson, Gerry Moffat, Roger Huyton, Markus Schmid, Mike Hewlett und Ross Purdy versuchten den Löwenfluss zu bändigen, was ihnen auch weitgehend gelang. Allerdings schreckten sie vor besagtem Canyon mit seinen häuserfressenden Wasserverwirbelungen zurück. Ein Jahr später versuchte der Spanier Antxon Azra mit einer spanischen Filmproduktion den Löwenfluss zur Gänze zu bezwingen. Die dreifache Wassermasse im Vergleich zur Erstbefahrung zwang Antxon aufzugeben. Sein Team konnte noch nicht einmal den ersten, bereits befahrenen Abschnitt in Angriff nehmen, da dieses Unterfangen aufgrund der gigantischen Wassermassen reiner Selbstmord gewesen wäre. Des weiteren versuchten Rob Hind und Neil Taylor ihr Glück am Indus. Der Wasserstand war perfekt und sie konnten die während der ersten Expedition gepaddelten Abschnitte erneut befahren. Nur die Tiefen der eigentlichen Rondu-Schlucht blieben ihnen verborgen.

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Wo liegt das Problem der Schlucht?


Die Strecke ist von oben nicht einzusehen. Es erweckt den Anschein, als wolle der Indus sich einen eigenen Weg direkt in die Hölle graben, so tief ist die Schlucht. Es können überall unfahrbare Stromschnellen und nicht einzusehende Passagen eine Fahrt zum Alptraum werden lassen. Das AKC-Team wird versuchen, sich in die Schlucht abzuseilen, um herauszufinden, ob eine Befahrung überhaupt möglich ist. Dazu haben sie zwei 200m-Seile im Gepäck und Bernhard Mauracher, die Tiroler Geheimwaffe, die selbst jeden Gamsbock in Grund und Boden rennt und klettert. Das ehrgeizige Ziel der AKC-Expedition Taming of the Lion IV ist nicht nur den Löwen ein für alle mal zu bändigen, sondern auch, dieses heikle Unterfangen filmisch zu dokumentieren. Gefilmt wird im hochwertigen HDV-Format. Zwei Kameras sowie zwei Helm- und Onkayak-Kameras sind im Einsatz.

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Das Team


Das Team wird geleitet von Olaf Obsommer (36) aus Deutschland und Bernhard Mauracher (27) aus Österreich.
Das restliche Team setzt sich aus Manuel Arnu (36), Peter Fink (33), Dirk Schwarzer (38) und Viktor Claus (38) zusammen.
 
Die Teammitglieder zählen ausnahmslos zu den besten Expeditions-Wildwasserfahrern der Welt und können Erstbefahrungen rund um den Globus für sich verbuchen.
 
Expeditionen zu folgenden Ländern und Regionen verdeutlichen die außerordentliche Qualität der Athleten und Abenteurer:
Papua Neuguinea, Malawi, Sibirien, Indien, Namibia, Sambia, Simbabwe, Türkei, Albanien, Montenegro, Honduras, China, Mongolei, Rumänien, Argentinien, Neuseeland, Island, Pakistan, la Réunion, Norwegen, Chile, Patagonien, Costa Rica, Nicaragua, Nordwest Territorium, British Columbia,  Alaska, Kalifornien usw.

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Der Indus – die Lebenslinie Pakistans


Der Indus führt die doppelte Wassermenge des Nils und die dreifache von Euphrat und Tigris zusammen. Er entspringt auf der Hochebene Tibets an einem Ort namens „Singhi Kabbab“, was übersetzt „Maul des Löwen“ bedeutet. Nach seinem Ursprung fließt der Indus (Löwenfluss) zunächst durch den Himalaya nach Osten, wobei er Ladakh und Baltistan passiert. Er mäandert durch das riesige Skardubecken, knickt in der Nähe der Gilgitmündung nach Süden ab und schneidet die Berge des Karakorum. Der Indus ist mit 3180 km der längste Fluss auf dem indischen Subkontinent und wichtigster Strom Pakistans. Die Expedition wird im Skardubecken auf 3300 m starten und nach 250 km an der Gilgitmündung enden. Dazwischen liegt die Rondu-Schlucht. Sie ist die längste Schlucht des Indus und verbirgt zugleich die schwierigsten Stromschnellen und Wasserfälle - die Grenze des MACHBAREN mit dem Kajak!

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Vor der Teilung Indiens in die heutigen Staaten Indien und Pakistan stand der Indus nur dem Ganges an kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung nach. Er gab dem Land auch den Namen 'Indien', abgeleitet von 'Sindhu'. Als die Perser den Namen übernahmen, bildeten sie 'Hindu' als Begriff für Land und Leute in der Gegend des Flusses. Im Griechischen fällt das 'H' aus. Es entsteht 'Indus', jene Bezeichnung, die die Römer für den gesamten Subkontinent verwendeten und dem heutigen Indien seinen Namen gibt. Die frühe Indus-Kultur im Tal des gleichnamigen Flusses, eine der ältesten Zivilisationen der Welt, wird auch Indus-Zivilisation genannt. Der Indus markierte die östliche Grenze des Reiches von Alexander dem Großen. Mit seinem Heer zog er den Indus hinab.

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Die Strecke


Länge: 250 km
Schwierigkeiten: WW V-VI (Die internationale Wildwasser Skala reicht von WW I bis WW VI)
Wassermenge: 500-1000 cbm/sek. (Diese Durchflussmenge entspricht in etwa der des Rheins bei Köln)
Charakter: Es werden die Grenze des Menschenmöglichen erreicht. Brutalste und monströse Wassermassen. Naturgewalt in reinster Form!

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Kachura Brücke - Eingang Canyon (20m-Wasserfall - der Eingang zur Unterwelt)
Länge: 80 km
Dauer: 3 Tage.
Charakter: Klassischer, meist offener Pool and Drop Charakter. Eine Mischung aus Colorado im Grand Canyon und randvoller mittlerer Ötz. Niedrige Wassertemperatur, also kein Schmusebach.
 
Der Canyon (Kernstück)
Länge: 20 km
Charakter: Vergleichbar mit der Inner Gorge des Tsangpo. Blankpolierte Klammwände! Die Straße verlässt den Fluss und windet sich ca. 500 m oberhalb um die Klamm. Von oben kann der Fluss nicht eingesehen werden. Das einzige, was zu hören ist, ist das Brüllen des Löwen. Wasserfälle, kontinuierliches Gefälle, keine Umtragemöglichkeiten und Zwangspassagen erwarten die Kajakfahrer.
 
Ende Canyon - Gilgit Mündung
Länge: 50 km
Charakter: Niederklammen mit gewaltigen Presswässern und schwerem Wildwasser.
 
Gilgit Mündung - Chilas
Länge: 100 km Länge
Charakter: Niederklammen, lange Katarakte, schwerstes Wildwasser, teilweise Grenze der Befahrbarkeit.
 
Der richtige Zeitpunkt


"Zeitig im Frühjahr ruht das meiste Wasser noch ehrfürchtig erstarrt auf den umliegenden Karakorum-Riesen Nanga Parbat und K2. Doch schon die ersten vorlauten Schmelzfluten reichen für eine ungehemmte Wasserwüste, in der für Paddler auf den ersten Blick kein Platz zu sein scheint." (Zitat: Markus Schmid)
Der einzige Zeitpunkt, in der die Möglichkeit besteht, die Rondu-Schlucht zu knacken, liegt unmittelbar vor der Schneeschmelze. Später im Jahr führt der Indus 30000 cbm/sek. und im Herbst setzt der Monsun ein. Vor April sind die Strassen und Pässe noch nicht frei von den gewaltigen Schneemassen. Das ganze Unternehmen wird ein Wettlauf mit der Zeit!
 

Sponsoren

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Globetrotter: http://globetrotter.de/
adidas: http://www.adidas.com/de/shared/home.asp
Langer: http://www.kajak.de/
Wavesport: http://wavesport.com/
Ty Warp: http://tywarp.de/
Alpine Energie: http://www.alpine-energie.com/Content.Node2/ae/index.php 
AKC: http://www.alpiner-kajak-club.de/
Dagger: http://dagger.com/
pacelog: http://pacelog.com/DNN/
 
 
Text: Olaf Obsommer

Bearbeitung: Jan-Peter

Fotos: Rob Hind

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