Der neue Pyranha Stretch im Praxistest

Autor: Team Soulboater
19.05.2006
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Pyranha Stretch:

- Pünktlich zur neuen Saison hat Pyranha die Limits für Riverrunner wieder einmal nach oben gepusht und somit auch die Grenzen für Paddler verschoben. Ein Boot, das sich fast von alleine paddelt, selbst wieder aufrollt und endlos Cartwheels durchs Wasser schneidet. So oder so ähnlich könnte der Werbeslogan für den Stretch lauten. Fakt ist, dass mich der Stretch (M/L) auf sämtlichen Frühjahrsfahrten - von leichtem Wildwasser in der Voglauer Schlucht über Mittelwasser auf der großen Rodel, Lammeröfen und Gesäuse bis hin zu knackigen Wasserständen auf dem Strubbach - total überzeugt hat. Auch die Testpaddler der großen Ausführung L/XL, die in der Loferschlucht, im Gesäuse und in den Lammeröfen unterwegs waren, konnten ihre Begeisterung kaum zurück halten.

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Die Form des Stretch ist dem I:3 und I:4 sehr ähnlich, weicht aber im Volumen enorm ab. Der Stretch ist einen Hauch kürzer und hat mehr Volumen als die älteren Riverrunner von Pyranha, was sich vor allem im Oberschiff bemerkbar macht. Man würde denken, das erschwert das Cartwheelen, aber in Wirklichkeit hält die Verteilung des Volumens die Enden stabiler. Das Extra-Volumen am Heck verhindert auch das ungewollte Aufstellen beim Durchfahren von Walzen.

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Four-Twenty und Stretch

Die Form ist für bequemes Paddeln entworfen worden. Rund um den Süllrand gibt es keine Ecken und Kanten an denen man sich die Daumen aufschlagen kann. Die Griffschlaufen vorne und hinten sind stabil und stehen sauber vom Boot ab, so dass man leicht einen Karabiner einhaken kann oder sich dort Schwimmer festhalten können. Ebenso sind die Griffe aus Gewebe und nicht Metall. Trotz der guten Fittings und Einbauten kann man im Ernstfall noch leicht aussteigen ohne sich blaue Flecken zu holen.

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Die Kanten des Stretch sind stark ausgeprägt, das Boot lässt sich gut auf ihnen halten, dem entsprechend leicht ist dies auch zu erlernen. Von der Spitze ziehen sich die Kanten bis hinter den Sitz und laufen hier aus. Das bedeutet, dass die Kanten einfach zu kontrollieren sind, solange man in Vorlage paddelt. Die weicheren hinteren Kanten verzeihen auch mal die eine oder andere Rücklage.

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Einfach alles am Stretch macht ihn leicht zu paddeln. Anfänger schätzen die enorme Stabilität und sollten sie es dennoch schaffen, den Stretch umzukippen ist auch das Rollen keine große Schwierigkeit. Erfahrene Paddler würdigen das voluminöse Vorderschiff, welches das Boofen einfach macht. Wir haben’s geschafft, den Stretch komplett in die Luft zu schießen, und das sogar bei kleinen Stufen. Sollte man den Boof mal vergessen oder versaut haben, bringt einen das Extravolumen schnell wieder an die Oberfläche zurück.

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Pyranha’s Syncro 6 ist einfach ein super bequemer Sitz. Sitz, Hüft- und Schenkelstützen sowie der Rückengurt sind bequem gepolstert. Der Rückengurt ist mittels Ratschen anzupassen. Für kleinere Paddler lässt sich zusätzlich noch der gesamte Gurt enger stellen. Die Hüftfittings sind ebenfalls höchst variabel, da hier die mitgelieferten Zusatzfittings in 2 Taschen an den jeweiligen Sitzseiten eingeschoben werden können. Die Taschen sind mit 2 Riemen justiert, die ringsum jede Sitzseite laufen. Die Schenkelstützen können mit 2 Schrauben wie beim 4-Twenty eingestellt werden. Mittig vor dem Sitz befinden sich 2 feste Gummischlaufen, für Wasserflasche oder für einen kleinen Wurfsack. 

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Auch für große Paddler ist der Stretch super bequem, ebenso die Fußfreiheit. Kleinere Paddler sollten den Sitz ganz nach vorne schieben, den Rückengurt nachziehen, dann passt eigentlich alles perfekt. Die Fußstütze kommt dieses Jahr als Baukasten, bestehend aus verschiedenen Keilen und flachen Schaumplatten. Das macht es sehr leicht die Fußstütze in das Boot zu bekommen, allerdings ist es mühsamer, alles wieder heraus zu basteln. Vereinfacht wird das durch ein bereits aufgebrachtes doppelseitiges Klebeband auf den Pads, was ein nachträgliches Anbringen von weiteren Schaumteilen leicht macht. Ein großes Pad aus 5 mm dickem Schaum lässt sich im Bereich der Knie und Fersen großflächig anbringen.

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Wer sollte den Stretch nun paddeln? Jeder, der Wildwasser liebt! Anfänger und Kanuschulen werden den Stretch als großartiges Schulungskajak einsetzen, mit dem es enormen Spaß macht, das Kajakfahren zu erlernen, da er viele Fehler verzeiht. Kajaklehrern fällt es leicht im Stretch z. B. das richtige Kanten beim Kehrwasserfahren zu zeigen, oder Schwimmer zu bergen. Fortgeschrittene Paddler können den Stretch auf fast jedem Bach fahren, und jederzeit eine Welle zum Surfen finden. Erfahrene Paddler werden im Stretch zwar sicherlich keine steilen Flüsse oder hohe Wasserfälle runter stürzen, ihn aber dafür lieben, wie angenehm und einfach er durch die wilden Fluten ihrer Lieblingsflüsse gleitet.

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Specials:

Auf jeden Fall sehr löblich zu erwähnen ist der Lieferumfang an Fittingmaterial, mit dabei auch eine hochwertige 1-Liter Nalgene-Trinkflasche und der beliebte Pyranha-Schwamm. Auftriebskörper sind leider nicht im Preis enthalten. Eine Ersatzablassschraube ist gleich dabei, auf die sollte man auch gut aufpassen, da sie leider leicht verloren geht. (oder wie Toni in Lofer passiert ist, von beiden am Auto montierten Booten geklaut wird !!
So lässt der Stretch auch kaum mehr Wünsche offen (außer den nach viel viel Wasser...)!

weitere Infos bei www.KANU-TREFF.de und www.pyranha.com

Ian & Soulboater.com

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