Ein Schwimmfest in der Saalach oder: Sicherheit ist lernbar

Autor: Jutta Kaiser
16.04.2008
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Ein Schwimmfest in der Saalach oder: Sicherheit ist lernbar

 - Freiwilliges Schwimmen in der Saalach bei 7°C Luft- und 3°C Wassertemperatur.

Spezielle Sicherheitstrainings sind unter Autofahrern ein beliebtes Geschenk und für alle echten Motorsportfans ein Muss.

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Viele Paddler, die ihr Hobby mit Engagement betreiben, sehen das genauso. Und gerade am Anfang der Saison ist es sinnvoll, nicht nur den Staub von den Booten abzuwischen, sondern auch die eigenen Kenntnisse noch einmal aufzufrischen, bevor die Saison mit der Schneeschmelze so richtig durchstartet.

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Sicherheit am Fluss ist für alle Paddler ein wichtiges Thema – da ist es egal, ob man mit Einsteigern im Wildwasser auf leichten Wildflüssen unterwegs ist; ob es gilt, anspruchsvolle Katarakte in höheren Schwierigkeitsgraden zu befahren oder die ganze Familie mit dem Kanadier auf Zahmwasser das Wochenende verbringt.

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Anbieter für spezielle Sicherheitskurse, die auf die unterschiedlichen Zielgruppen zugeschnitten sind, gibt es zahlreiche gute. Der VDKS macht in seinen RSR-Kursen (Risikomanagement – Sicherheit – Rettung) neben der Vermittlung von sicherheitsrelevantem Handwerkszeug vor allem auch die psychologischen Faktoren der Sicherheit zum Thema. Wenn es um die Sicherheit bei erlebnispädagogischen Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen am Wasser geht, ist die ZQ Erlebnispädogik eine gute Adresse.
Eine weitere anspruchsvolle, weltweit anerkannte und standardisierte Ausbildungslinie im Bereich Wildwasserrettung sind die Swiftwater Rescue Ausbildungen, die auch in Europa immer bekannter werden.

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Unter der Leitung von Neil Newton Taylor, Ausbilder für solche Kurse, fand sich am vergangenen Wochenende trotz niedriger Temperaturen eine Gruppe erfahrener Paddler an der Saalach ein, um den speziell auf Kajakfahrer zugeschnittenen Whitewater Rescue Technician (kurz WRT)-Kurs zu besuchen.

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Die zwei Tage waren voll gepackt mit Programm - im Wasser und im Trockenen - und für die Gruppe von acht Paddlern stand schnell fest: „Es ist super, sich für einen solchen Sicherheitskurs einmal ausgiebig Zeit zu nehmen. Vieles kennt man, doch erst der absolut sichere Umgang mit dem Material und häufiges Üben bringt das notwendige Vertrauen – sowohl in das Material als auch in die eigenen Fähigkeiten! Und zudem macht so ein Wochenende viel Spaß.“ Mehr Spaß hatten wohl diejenigen, die für die niedrigen Temperaturen der Saalach gut ausgerüstet waren: neidische Blicke zogen vor allem die „Trockenanzug-Fahrer“ auf sich!

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Dass man in diesem Bereich nie auslernt und nur häufiges Üben und Anwenden der gelernten Aktionen dazu führt, dass man sie auch im Fall der Fälle souverän beherrscht, darüber waren sich alle schnell einig.
„Als erfahrener Paddler denkt man beim Thema Sicherheit und Rettung oft: ja klar, das können wir doch. Doch wenn man dann konkret in der Situation ist und handeln muss, sieht man wieder einmal, dass es nicht so flüssig geht, wie man es sich vorstellt. Da ist es gut, die einzelnen Rettungsaktionen mehrfach zu üben und sich gemeinsam über einen flüssigen, reibungslosen Ablauf und die Kommunikation im Team Gedanken zu machen“, sagt Kursteilnehmer Thomas Baudisch.

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Und Jürgen Nickles fügt hinzu: „Wichtig für mich ist auch, dass in der Gruppe, in der ich paddele, alle einen ähnlichen Standard bzgl. Sicherheitsausrüstung haben. Ein Wurfsack, zwei Schraubkarabiner, eine Seilrolle, eine kleine Steigklemme, eine Bandschlinge sowie Messer und Rettungsdecke sollte bei jedem als Minimalausrüstung immer dabei sein. Dazu ist etwas Tape und natürlich ein Handy, in dem am besten die Notrufnummern direkt eingespeichert sind, sinnvoll.“

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Für viele Teilnehmer der Gruppe am Wochenende, die ausnahmslos aus guten, erfahrenen Paddlern bestand, war es überraschend zu sehen, wie schwierig es sein kann, eine Rettungsaktion mit mehreren Leuten zu koordinieren und als Leiter einer Gruppe Strategien effektiv und schnell umzusetzen.

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Selbst bei spielerischen Rettungsversuchen kam es zu oft zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen, die in der Summe zu einem unbefriedigenden Ergebnis, manchmal sogar zum Scheitern führten. Manfred Beer meint: „Ich bin sehr dankbar, auf diesem Wege auf meine Fehleinschätzung aufmerksam gemacht worden zu sein“, und empfiehlt allen Paddlergruppen, die sich gemeinsam auf den Fluss begeben: „Probiert solche Aktionen doch selbst einmal spielerisch mit eurer eigenen Paddlergruppe aus oder besucht einen Kurs, ihr werdet überrascht sein.“

Weitere Informationen zu Sicherheitskursen, den erwähnten Anbietern und Ausrüstung findet sich unter:

www.vdks.de
www.swiftwaterrescue.at
www.zusatzqualifikation-ep.de
www.paddle-people.de

Text: Manfred Beer/Jutta Kaiser, Fotos: Manfred Beer

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