Freestyle Weltcup 2008: Finale in Thun

Autor: Jutta Kaiser
03.09.2008
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Freestyle Weltcup 2008: Finale in Thun


 - Nach den beiden tollen Weltcup-Events in Prag und Augsburg waren die Erwartungen bei Athleten und Zuschauern hoch gesteckt, was den dritten und finalen Weltcup in Thun betraf.

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Und Simon Hirter, als Organisator des „Riverjam“-Events, legte sich voll ins Zeug: von Donnerstag bis Sonntag war auf der Aare-Welle direkt hinter der Scherzligschleuse ununterbrochen Programm geboten.

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Die gut 170 Freestylepaddler aus aller Welt zogen alle Register, um Publikum und Schiedsrichter tagsüber mit ihren Wettkampfläufen zu beeindrucken.

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Abends wurde es dann für die die zahlreichen Zuschauer an dem Spot mitten in Thun noch bunter: Big-Air-Contest, King-of-the-Wave und Raft Highender dazu Live Music und eine Food-Lounge in unmittelbarer Nähe – perfekte Rahmenbedingungen für die Generalprobe für die Kajak Freestyle-WM 2009 an gleicher Stelle.

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Natürlich zeigten sich die internationalen Gäste auch von den Schönheiten des Berner Oberlands begeistert: das morgendliche Bad im Thuner See, ein kurzer Abstecher nach Interlaken, die Szenerie mit den berühmtesten Bergen der Schweiz: Eiger, Mönch und Jungfrau brachte so manchen ins Schwärmen. Nicht verwunderlich, dass einige Paddler direkt mit einer festen Buchung für eine Unterkunft für die WM 2009 in der Tasche nach Hause fuhren. Wer die besten Plätze will, muss frühzeitig handeln!

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Das gleiche Motto galt auch auf dem Wasser: die schwierig zu fahrende Welle, die den ein oder anderen Paddler auch schon mal früher als erwünscht abwarf, erlaubte kein langes Zögern. Wer hier lange nach dem „perfekten Set-Up“ suchte, musste am Ende erleben, wie schnell 45-Sekunden vergehen können. Doch um vorne mit dabei zu sein, bedurfte es solider Läufe, in denen Trick auf Trick folgte.

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Und wie das geht, konnte am Sonntag in den Finals bestaunt werden.

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Zum Warmwerden stand für Schiedsrichter und Zuschauer zunächst das Finale der OC Fahrer auf dem Programm: hatten die Jungs in ihren schwimmenden Badewannen am vergangenen Wochenende in Augsburg die Massen mit Loops und Cartwheels begeistert, taten sich die Finalisten hier in Thun schwer. Entweder rauschten sie direkt ganz an der Welle vorbei oder verkanteten bei ihrem ersten Trick und wurden rausgespült. Den Sieg nahm schließlich Jeremy Blanchard aus Australien mit nach Hause, der sich dadurch auch den Titel des Weltcupsiegers 2008 sicherte!

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Im folgenden Finale der Juniorinnen stand die amtierende Europameisterin Sandrina Hornhardt aus Deutschland bereits mit einem Fuß auf dem Weltcup-Siegerpodest – nur rein rechnerisch konnte ihr der Sieg von der Polin Izabela Fidzinska noch streitig gemacht werden. Doch Sandrina zeigte, dass sie dieses Jahr alle verfügbaren Titel nach Deutschland holen will: ein dritter Platz in Thun reichte ihr zum Weltcupsieg! Vor ihr platzierten sich die Schweizerin Leonie Häberling und Nouria Newmann aus Frankreich.

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Das Finale der Stechpaddler fand dann leider ohne deutsche Beteiligung statt: Weder Markus Hummel, der Sieger aus Augsburg, noch Philip Hitzigrath, der bei den beiden vorherigen Weltcups im Finale gestanden hatte, war es gelungen, sich für die Runde der letzten 5 zu qualifizieren. Um den Sieg in Thun kämpften nun 2 Franzosen, 2 Engländer und der erst 15-jährige Dane Jackson aus den USA. Derweil zitterte Stepan Fiedler als Weltcup-Führender auf der Tribüne um seinen Gesamtsieg: sowohl Lee Pyke (GBR) als auch Alexandre Besseau (FRA) hatten mit einem Sieg ebenfalls noch Chancen auf den Titel. Doch der amtierende Europameister Dave Bainbridge (GBR) sicherte sich den ersten Platz in Thun, dicht gefolgt von Dane Jackson. Der dritte Platz brachte für Alexandre Besseau viel Applaus der französischen Fans, doch reichte leider nicht für den Weltcupsieg. Der ging an den „Zuschauer“ Stepan Fiedler.

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Ganz anders dagegen in der Klasse der Junioren: hier führte eine Franzose souverän im Weltcup. Sebastien Devred (FRA) konnte ganz entspannt im Finale seine Läufe in die Aare-Welle zaubern, denn ihm war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Und so war es für ihn auch kein Problem, Jason Craig aus Reno (USA) den Sieg in Thun zu überlassen. Seine zweite Medaille holte hier Dane Jackson als Drittplatzierter, so dass sich Sebastien bei der Siegerehrung mit zwei erst 15-jährigen Amerikanern auf dem Podium einfand.

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Und dann zeichnete sich auch schon eine weitere Medaille für die Jackson-Familie im Finale der Damen ab. Emily Jackson ging als Erstplatzierte aus dem Halbfinale in die Endrunde, was ihr direkt einen taktischen Vorteil brachte. Und obwohl die anderen Finalistinnen wie Ruth Gordon, Jutta Kaiser und Mariann Saether durchweg gute Läufe zeigten, behielt die jüngste im Felde die Nerven und holte mit einem letzten Highscore-Lauf den Titel. Silber ging an Norwegens Mariann Saether und Bronze an die amtierende Weltmeisterin Ruth Gordon (CAN).

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Dann stand das große Showdown der Kajak-Herren an: Nick Troutman (CAN), Dustin Urbin (USA), Mathieu Dumoulin (FRA), Stephen Wright (USA) und Peter Csonka (SVK) – Eric EJ Jackson hatte es überraschenderweise am Samstag im Halbfinale anders als seine Kinder nicht geschafft, sich für das Finale zu qualifizieren.


Schon vor dem Beginn der letzten Runde war klar, dass allein Dustin Urbin (USA) dem Slovaken Peter Csonka noch den Gesamtweltcupsieg abnehmen könnte. Doch Urbin, der Sieger von Augsburg konnte in keinem seiner drei Läufe richtig hoch punkten und ging schließlich mit Rang 5 vom Wasser. Etwas besser machte es der kleine Franzose Mathieu Dumoulin: der amtierende Europameister konnte sich noch auf den 4. Platz nach vorne schieben.

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Damit machten die anderen drei Finalisten die Medaillenränge unter sich aus: Peter Csonka mit seiner ganzen Wettkampfroutine zeigte direkt im ersten Lauf Höchstschwierigkeiten auf beiden Seiten und legte die Messlatte auf 540 Punkte. Doch Stephen Wright (USA) war davon völlig unbeeindruckt und fuhr den wohl spektakulärsten Lauf des ganzen Events: „AirBlunt-into-McNasty“ rechts und direkt danach noch einen nach links draufgesetzt. Diese ComboTricks gab es im bisherigen Wettkampfverlauf kaum zu sehen. Wow!

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Doch wer glaubte damit stünde der Sieger schon fest, hatte die Rechnung ohne den wohl derzeit besten Wellen-Freestyler der Welt aus Kanada gemacht. Der zukünftige Schwiegersohn der Jacksons, Nick Troutman legte auf den Lauf von Stephen noch einen drauf und konnte dessen Highscore noch um 7 Punkte überholen.

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Damit hieß es am Ende Troutman (CAN) vor Wright (USA) vor Csonka (SVK) beim Riverjam in Thun, doch der große Sieger des Tages war natürlich Peter Csonka, der in der Königsklasse den Weltcuptitel souverän für sich verbuchen konnte.

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Text und Fotos: Jutta Kaiser

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