Solo? Warum nicht?

Autor: Bianca Banschbach
30.11.2015
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Solo? Warum nicht? 

Alleine Paddeln wird oft als negativ bewertet. Doch was, wenn die Paddelkumpanen keine Zeit haben oder aus sonstigen Gründen niemand verfügbar ist? AufsPpaddeln verzichten?

Ein Klares Jain!

Denn das muss und darf jeder für sich selbst entscheiden. Für mich kommt der Verzicht nicht in Frage.  Das wäre ja wie gar nicht paddeln, denn paddeln ist bestimmt gefährlicher als nicht paddeln.

Es gilt das Risiko zu minimieren und sich mit den Gefahren intensiv auseinanderzusetzen.

Wesentlich Intensiver als das mit der Gruppe geschieht!

Und genau das ist der Punkt was alleine auf dem Fluss unterwegs zu sein so attraktiv machen kann:  Intensiveres Erleben von  Wildwasser, Natur, sowie sein eigenes Leben.

Bei der einfachsten Strategie für Solotouren geht der Paddler von seinem persönlichen Können um mindestens einen Schwierigkeitsgrad nach unten, auf einen Bach den er kennt.

Klar, schief gehen kann immer etwas.

Dann  sollte man aber auch gleich sein ganzes Leben ausschließen; so meine Meinung.

Aber das muss jeder für sich entscheiden, denn auch in der Gruppe liegt das Sicherheitsbedürfnis oft weit auseinander.

Dann die 2. Strategie.

Das Abenteuer eines Flusses selbst zu entdecken.

Nicht nur einen Abschnitt schweren Wildwassers in der Gruppe in kürzester Zeit hinunterzustürzen, nein, wie Slow Food langsam genießen mit allen Sinnen.

Das geht nur alleine, in Ruhe.

Sich nur zwei Kilometer anspruchsvolles, fremdes Wildwassers in  zwei Tagen erarbeiten und bis ins Detail kennenlernen. 

Am Anfang gibt es nur eines:

Besichtigen!

Alles!

Bei kleinsten Unsicherheiten von beiden Seiten: Jede Situation mit einbeziehen, was ist wenn?

Fällt die Entscheidung zu einer Befahrung ist bei jeder Unsicherheit auf die nahende Stelle an einen erneuten Landgang zu denken.

Im Zweifelsfall Umtragen!

So ist schnell mal ein Tag vorbei obwohl nur 2 Kilometer Strecke mit einigem Umtragen gemacht wurde.

Läuft man dann Abends nochmals den Fluss ab und hat ein gutes  Gefühl geht die Paddelei am nächsten Tag oft schon flüssiger und viel Aussteigen ist auch nicht mehr.

Gibt es ein ungutes Gefühl  besteht ja die Möglichkeit zu einer Bergtour.

Es gibt nur die eigene Stimme.

Alleine sein bedeutet auch flexibel sein, mit eigenem Gewissen und Wissen zu entscheiden und sich nicht im Gruppeneffekt irgendwo hinunterzustürzen.

Kein Wildwasser prägt meine Verantwortung,  Einschätzung und Kenntnis des Flusses mehr als das Kennenlernen alleine.

Nirgends befasse ich mich so intensiv mit so unendlich viel Zeit mit den Gegebenheiten und Folgen wie hier.

Auf der nächsten Tour im Freundeskreis machen sich solche Touren bemerkbar.

Ausstrahlung von Sicherheit und  Souveränität.

Und vor allem, in der Gruppe paddeln kann dann wieder ganz lustig sein.

Die meisten Paddler, ja Menschen allgemein, verbringen ihr Leben mit Geld Verdienen, eilen mit dem Auto zur Freizeit, Tür auf …..Tür zu und weg sind sie wieder.

Zum Paddeln gehört das Abenteuer, die Abwechslung, das selbst Erkunden und Erleben, die Zeit, die Ruhe und ein gewisser Kick.

Schade, im Mainstream dem Geld, religiösen, sowie staatlich beworbenen „Werten“ hinterherlaufen scheint der Lebenszweck. Natur und Fluss werden zugrunde gerichtet.

Ich schwelge mal wieder in meinen Philosophien, schreibe es auf, sehe auf die HVZ,

Oooh!!, Montag/Dienstag könnte ich ja auch paddeln gehen!

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