Gemütliche Sommerpaddeltour auf der Ardèche

Autor: Martina
04.08.2010
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- Nach dem doch eher spannenden Urlaub auf Korsika mit Taravo und Co. stand bei soulboater-Reporterin Martina erst mal was Erholsames auf dem Paddelprogramm: Die Ardèche. Im Juni vor allem wegen des Wetters attraktiv, auch wenn die Flüsse so langsam aber sicher nicht mehr paddelbar sind - wegen Wassermangels und Touristenüberfluß.

Nachdem über die Große Schlucht der Ardèche schon berichtet wurde, stand nun die Paddelstrecke von Vogüé nach Chauzon (Campingplatz La Digue) auf dem Plan:

Streckenlänge: Ca. 15 Kilometer
Bei Niedrigwasser WW I, ein Wehr
Wasserstand: Pegel an der Brücke in Vogüé oder unterhalb des Ortes an der nächsten Brücke (D103).

Die Tour beginnt im malerischen Örtchen Vogüé, das direkt an der Ardèche gelegen ist und sich im Übrigen auch für eine kleine Besichtigung anbietet.

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Man steigt auf einem öffentlichen Platz unterhalb der Brücke in den Ort (Abzweigung der D103) ein, der vor allem auch von den örtlichen Kanuverleihern als Einstieg genutzt wird.

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Für Anfänger ist die Einstiegsstelle vor allem geeignet, weil man auf „Flachwasser“ erst einmal geradeausfahren üben kann, bevor die Tour losgeht.

Es folgt ein kleiner Schwall, in dem man schon mal Kehrwasserfahren üben kann und am Ende des Schwalls gibt es auch kleine Wellen, die für Surfeinsteiger sehr schön sind.

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Der Fluß beschreibt danach einen Rechtsbogen und teilt sich vor der Brücke der D103 in zwei Arme.

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Bei niedrigem Wasserstand empfiehlt sich der rechte Arm. Unter der Brücke hindurch geht es etwas spritziger zur Sache, vor allem, da das Wasser auf den Pfeiler auf der rechten Seite hin zieht. Bei höheren Wasserständen geht es hier sicher spannender zu.

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Am linken Pfeiler der Brücke befindet sich auch der Pegel, der bei mir am ersten Tag schon gar nicht mehr zu erkennen war, waren wohl 10 cm.

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Am zweiten Tag bei knapp über 30 cm.

Anschließend geht es gemütlich auf WW I weiter durch eine sehr schöne Waldlandschaft. Wenn man Glück hat, kann man riesige Karpfen im Wasser sehen und Reiher und Greifvögel beobachten. Dazu die akustische Untermalung durch den Gesang der vielen Nachtigallen - was braucht man noch mehr, um mal abzuschalten..

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Am Ort Lanas teilt sich der Fluß noch einmal, auch bei niedrigem Wasserstand konnte man beide Arme problemlos fahren – auch ohne Geschrabbel.

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Nach ca. 1 Kilometer kommt das einzige Wehr der Strecke, in dessen Mitte sich eine gut von weitem erkennbare Bootsrutsche befindet.

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Es schadet nicht, aufmerksam hinunterzufahren, bei meiner zweiten Tour bin ich nämlich von der – eigentlich nicht so spektakulären – Walze überrascht worden und kam zu einer unfreiwilligen Rolle. Da es im Juni in der Gegend sehr warm sein kann und auch an diesem Tag war, kam die aber gar nicht so ungelegen…  ;o))

Nach dem Wehr wird es erst richtig schön: Die Felswände kommen näher an die Ardèche heran, man kann Höhlen in den Felsen direkt über dem Fluß sehen und "besichtigen".

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Oben auf den Felsen stehen so einige Traumhäuser und die S-Kurve vor Balazuc ist wirklich eine Augenweide.

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An dieser Stelle kann man auch sehr schön baden gehen und – wenn man ganz wild auf Action ist – von der Brücke in die Ardèche springen (man bitte die teilweise schlechte Qualität der Bilder zu verzeihen, sie sind aus dem Film herauskopiert...)..

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Balazuc ist ebenfalls ein sehr schönes mittelalterliches Dörfchen mit netten kleinen Restaurants und Cafés, engen Gässchen und einer malerischen Kirche, das man auch nicht einfach nur links liegen lassen, sondern besichtigen sollte.

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Nach ca. 3 Kilometer auf der rechten Seite befindet sich eines der bekannteren Klettergebiete bei einem winzigen Dorf.

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Hier kann man auch sehr schön auf einem Platz mit Blick auf den Fluß sitzen und den Sirup probieren, den die Franzosen dort herstellen. Die Geschmacksrichtungen gehen vom „normalen“ Himbeer- oder Erdbeersirup bis zum ausgefallenen Lavendel- oder Thymiansirup (SUPER!). Die Sorten kann man natürlich auch kaufen, die Preise sind aber recht hoch.

Die Ardèche fließt dann ruhig durch eine sehr schöne Schlucht, die Schwierigkeiten gehen nicht mehr über WW I hinaus, vor allem bei Niedrigwasser.

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Von oben sieht das so aus:

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Bei höheren Wasserständen kann es kurz vor dem Campingplatz La Digue noch einmal spannender werden, dort gibt es eine Ansammlung von Steinplatten im Fluß, die dann schöne Walzen entwickeln können – eine Stelle, an der man dann auch schön spielen kann. Bei Niedrigwasser geht leider nichts mehr.

Den Ausstieg am Campingplatz auf der rechten Seite kann man recht schlecht erkennen, es handelt sich um eine breite große Kiesbank, vom Wasser aus kann man den Weg zum Platz durch die Büsche erkennen. Es gibt aber auch noch ca. 50 Meter weiter unten eine Ausstiegstelle in einer Rechtskurve. Dort geht der Weg dann bis ans Ufer.

Fazit: Die Tour ist hervorragend geeignet für Wildwassereinsteiger und Familientouren im offenen Kanadier o.ä.. Man kann sehr viel Kehrwasserfahren und sogar ein bisschen Surfen üben. Dabei sind bei normalem bzw. niedrigem Wasserstand keine wirklichen Gefahrenstellen vorhanden, die Wehrpassage sorgt für den notwendigen Adrenalinschub für Anfänger.
Die Landschaft ist sehr schön und bei mir stellte sich regelrechtes Bedauern ein, dass die Tour nach den 15 km schon zu Ende war…

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Bericht und Fotos: Martina

 

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