Herbsttreffen im Ötztal

Autor: Burkhard Esser, Wienhausen
13.10.2017
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Halbwilde Kajakfahrer Norddeutschland      

–Traditionelles Ötztaltreffen über den  3.Oktober -   

Schon viele Jahre vor den Sickline Rennen fand das erste traditionelle HKN-Herbsttreffen über den 3. Oktober im Ötztal statt.  

Der Einladung unseres neuen Präsies Reinhold Jaenisch  sind dieses Jahr über 40 HKN´ner und Sympathisanten gefolgt und das, obwohl im Vorfeld kein gutes Wetter hervorgesagt war.

Aber der Wettergott war uns bis auf Sonntag gnädig gestimmt.

Die Frage der Übernachtung

Wie jedes Jahr stellte sich die Frage : „Wo wird übernachtet?“

Die Ötztal WG um Mister Soulboater hatte es da einfach. Sie zogen einfach in eine Pension und waren alle Sorgen los, hatten ein super Frühstück, trockene und warme Paddelklamotten, heisse Dusche, abendliche Videoshow usw.

Zu empfehlen gerade für Wildwasserpaddler ist das"Alpenhotel Oetz" oder auch die Pension Maurer ein paar Strassen weiter.

Das freie Stehen gestaltet sich im Ötztal immer schwieriger. Am Schießstand an der Köfelser Brücke kam schon um 19:00 Uhr die Polizei vorbei und notierte die KFZ Nummern. Sie sind nicht einmal ausgestiegen, aber Abschreckung wirkt.

Wir sind weggefahren.

Das Biwakieren ist in ganz Tirol verboten und mittlerweile werden auch Bußgelder verhängt und gleich abkassiert. Zwei befreundete Paddler von mir waren mit 40-€ pro Nacht und Person dabei..

Oft wurde das freie Stehen von den Offiziellen toleriert, aber wenn man die Müllberge auf dem Parkplatz an der Hühnerleiter oder dass zugeschissene Areal  um den Sportplatz in Zwieselstein an der Venter Ache gesehen hat, kann man den Unmut der Tiroler nachvollziehen.

Kanuten, das haben wir uns selber versaut!

Bleiben dann noch die Campingplätze im Ötztal.

Dieses Jahr waren wir in Umhausen auf dem Campingplatz. Dieser Platz bzw. Campingplatzwart hat mich genau dreimal gesehen: Das erste Mal, das letzte Mal und nie wieder. So etwas unfreundliches habe ich bisher ganz selten erlebt.

Begrüßt wurden wir mitEigentlich nehme ich keine Paddler auf, die  mag ich nicht, die machen immer nur Ärger.“

Naja, der Platz war leer. 40 Kanuten bringen ja auch Geld in die Kasse, also wurden wir toleriert. Überteuert war der Platz auch. Ich habe für eine Übernachtung 20- € in der Nebensaison plus Duschmünzen bezahlt und das für Unfreundlichkeit und nicht ganz saubere Toiletten.

Zu empfehlen sind viele günstige Pensionen im Ötztal, wie z.B. der Scheiber Hof in Umhausen/Östen. Als Selbstversorger eine gute und preiswerte Alternative. Warm, sauber, familiär und paddlerfreundlich.

Das offizielle  HKN Treffen

Eigentlich wollten wir unser offizielles Treffen mit Grillen auf unserem Lieblingsplatz abhalten. Aber aufgrund der vielen Zusagen von über 30 Halbwilden im Vorfeld wurde das Treffen kurzfristig auf einen Campingplatz verlegt.

Aufgrund der neuen  und aktualisierten Kontaktliste war es für Reinhold kein Problem, allen Teilnehmern rechtzeitig die neue Location bekannt zu geben.

Gekommen sind dann weit über 40 HKN´ner und Sympathisanten.

Unser Präsie hat wohl wissend reichlich Getränke und Grillgut eingekauft, so dass keiner Hunger leiden musste.

Schön war, dass auch viele Newcomer da waren und dass viele Familien mit ihren Kindern angereist sind.

Die Flüsse und ihre Abschnitte

Unsicher wurde das gesamte Ötztal mit den verschiedenen Flussabschnitten der Ötztaler Ache gemacht.

Besonders beliebt war dieses Jahr der Run von Ötz nach Haiming. also Ötztaler Ache in Kombination mit dem Inn und der Reststrecke der Imsterschlucht.

Optimal zum Warm- bzw. Einpaddeln, um die oberen Abschnitte anzugehen.

Toll an diesem Abschnitt ist, dass man Anfänger gut an das Wildwasserfahren heranführen kann und dass ab der AREA 47 auch Kinder und nicht so sichere Kanuten dazu kommen können.

Nach dem Warmfahren ging es für viele HKN´ner auf die Mittlere Ötz und Köfelser Strecke.

Schöne Wasserstande haben wir auch auf der oberen Ötz und Venter Ache angetroffen.

Ganz starke Fahrer haben dann noch die Heiligkreuzschlucht der Venter mit nur einer Portage befahren.

Die Ötztal WG war auf Zack und hat noch einen schönen Pegel von 145cm auf der Loisach abgegriffen.

Sanna und Tösener Strecke des Inn gehörten auch zum Programm.

Es wurde jetzt schon im Vorfeld angekündigt, dass wir im Herbst 2018 wieder das Ötztal unsicher machen werden.

Unser König Reinhold will das offizielle Treffen dann auf dem Campingplatz in Huben abhalten.

Die Sickline im Vorfeld

Immer wieder zog es uns an die Wellerbrücke, um den Sickline Teilnehmern beim Training zuzuschauen und auch aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen.

Besonders beeindruckt war ich am Mittwoch Abend bei einem sehr hohem Wasserstand, als nur noch die Creme de la Creme, ca 15 Weltklasse Paddler am Trainieren war.

Paddeln in Perfektion.

Hier saß wirklich jeder Paddel- und Boofschlag. Dieses war auch notwendig, um die immensen Rückläufe zu überwinden.

Es gab an diesem Tag nur einen Schwimmer und die Rettungsaktion war ein perfektes, reibungsloses Abspiel. Einfach nur perfekt und sicher, so wie es auch bei Normalpaddlern sein sollte.

Alle Zuschauer waren an diesem Abend tief beeindruckt von dem Können dieser Ausnahmekanuten.

Die Sickline

Eine ausführliche Berichterstattung über die sickline hat schon Mister Soulboater Jan-Peter gemacht, ich möchte das nicht wiederholen und euch damit langweilen.

Seine Berichte findet ihr auch hier auf Soulboater.com

Weitere Infos über den HKN auf www.halbwilde.com

Text: Burkhard Esser, Wienhausen

Fotos: Burkhard Esser und Jan Peter Reichardt

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