Highhouse Creek I Die Erstbefahrung

Autor: Jan-Peter
15.06.2001
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Bericht über eine typisch norddeutsche Erstbefahrung: Urban Creekboating in Northern Germany

Anläßlich des 20jährigen Topo-Jubiläums beschlossen auch die Extremfahrer von "Team Skamrei", in der Norddeutschen Tiefebene eine spektakuläre Erstbefahrung durchzuführen. Nachdem nach wochenlanger intensiver Suche immer noch kein geeigneter Wasserfall gefunden wurde, der den teaminternen Vorgaben "irre hoch und brutal spektakulär" entsprach, ging man schließlich nach dem Motto "Der Eiskanal ist schließlich auch nur ne künstliche Rinne" vor. Und siehe da, der ultimative künstliche Sturzbach war denn auch schnell gefunden, nämlich eine steile Rutsche mit Namen "Highhousecreek". Leider fehlte das wesentliche, nämlich das Wasser, aber das kann den echten Hardcore-Topolinisten nun überhaupt nicht mehr erschüttern. Dafür sind die äußeren Bedingungen wesentlich besser als in der Natur: Zum Einstieg geht es nämlich erst einmal ganz bequem mit dem Lift.

Jan-Peter beim Einfahren in den ersten Katarakt Und auch die Sicherung gestaltet sich einfach und durchaus effizient. Kurze Fußtritte der Begleitmannschaft aus den Fensterkehrwassern am Rande der Rinne befördern den unterstürzenden Kajaker immer wieder in die richtige Spur und damit optimale Linie.Das Gefälle ist enorm und der Creek fällt auf kürzester Distanz um mehr als 40 Meter. Fast wie das altehrwürdige Treppenhaus, nur viel steiler und steiniger als auf der Loisach. Immerhin 7 Stockwerke hoch mit nur wenigen Möglichkeiten, auf den Zwischenfluren ins Kehrwasser zu schwingen und Atem zu holen. Dafür extrem wenig Wasser, das aus den Feudeleimern der vorausgewanderten Putzkolonne stammt. Aber genug Flüssigkeit, um mit hohem Tempo um die Ecken zu schießen und die hochaufragenden Wände der engen Klamm mit brachialer Gewalt zu touchieren.

Das stabile Eskimo-Akrobatpaddel bewährt sich wieder einmal bei Ziehschlägen und Verklemmungen am Geländer. Und der Integralhelm ist hier kein billiger Showeffekt sondern bitter nötig, um nicht vom Hausmeister erkannt zu werden. Alles in allem eine erfolgreiche und spektakuläre Befahrung, die auf ihre Nachahmer wartet. Jan-Peter beim Befahren des "Steilen Ecks" mit Unterstützung durch die aufmerksame Landmannschaft. Gewohnt souverän hier mit im Bild: Sicherungsposten Sven Grimpe

Bachinfo:

- jedes beliebige Hochhaus in der Stadt als Creek möglich

- möglichst mit geräumigem Fahrstuhl, um anstrengende Portagen zum Einstieg zu vermeiden

- mit dem Bootswagen zum Einstieg zu kommen ist sehr beschwerlich und daher nicht sinnvoll

- Vorsicht vor unsauberen Unterwassern und Hindernissen im Bach in Form von abgestellten Fahrrädern und Kinderwagen besonders im unteren Streckenabschnitt

- Strecke vorher unbedingt besichtigen, ob sich keine gläsernen Zwischentüren in der Sturzrinne befinden, daraus können sich schnell (besonders bei der Erstbefahrung) gefährliche Siphone bilden

- Mit etwas Schmierseife erhöhen sich die Schwierigkeiten und vor allem die Rutschweiten in den Zwischenflachstellen erheblich

- Steigerung des Funs und Adrenalinspiegels durch Befahrung zu Zeiten des Schichtwechsels in Bürotürmen oder zu Pausenzeiten in Schulzentren

- auch Banditruns bei Nacht möglich, aber Vorsicht vor wilden Hausmeistern und Wachdiensten

- Rekord steht zur Zeit bei 7 Stockwerken, mehr ist sicherlich möglich und auch erstrebenswert

- besonderes Highlight ist sicherlich die Befahrung von Leuchttürmen mit hölzernen Wendeltreppen aber hier bitte Rücksicht auf den Denkmalschutz nehmen, denn:

URBAN-CREEKER SIND WAHRE DENKMALSCHÜTZER!!!

Story by Jan-Peter

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