Interview mit Andreas Stockinger

Autor: Soulboys
05.11.2004
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Liebe Soulboater-Gemeinde,
Es gibt ein neues Gesicht in der Soulboater-Mannschaft. Damit auch ihr auch wisst wer ab nun an weiter mit an Bord ist, haben wir ein kleines Interview mit ihm gemacht.

Servus Stocki, von dir hört man ja die krassesten Sachen! Du giltst als einer der besten österreichischen Nachwuchspaddler.
Erzähl uns doch einmal etwas über dich…


1. Wie alt bist du und wo kommst du her?
Also, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Lochen. Das ist eine kleine Ortschaft in Oberösterreich, ca.30 km von Salzburg entfernt.

2. Wann bist du das erste Mal im Boot gesessen, und wer hat dir das Paddeln gelehrt?
1999 mit meinem Vater auf der Traun.



3. Erste Erlebnisse, was sind deine Hausbäche?
Bei meiner zweiten Bootsfahrt waren wir auf der Lammer bei gutem MW, ich kämpfte die ganze Strecke lang um mein Leben, bis es mich bei der Aubachwalze völlig zerlegte und ich japsend ans Ufer schwimmen musste. Von da an wusste ich, dass ich die richtige Sportart gewählt habe.
Meine Hausbäche befinden sich hauptsächlich im Salzkammergut und im Lammertal. Im Frühjahr bin ich oft auf dem Gimbach, der Koppentraun und dem Mitterweißenbach unterwegs. Im Sommer und Herbst trifft man mich meistens an der Lammer oder Saalach.

4. Wie ging es dann weiter, kam der Sprung auf schweres Wildwasser plötzlich?
Nein, natürlich nicht. Erst nachdem ich Robert kennen gelernt hatte, fing ich an meine Grenzen in die Höhe zu pushen. Ein fixer Paddelpartner mit dem man sein Können messen kann, bringt einem mehr als jeder Kajakkurs. Man schaut sich Sachen vom anderen ab und gibt sich Tipps. Es existiert so etwas wie ein Konkurrenzdruck, man versucht immer etwas besser als der andere zu sein.


Nur ganz selten einzeln anzutreffen: Robert Machacek und Andreas Stockinger

5. Inzwischen haust du dich Sachen mit dem Boot runter, wo andere Leute nur noch „NO-Brainer“ denken. Worin liegt für dich der Reiz bei diesen Sachen?
Der Reiz liegt in der Herausforderung. Das schönste Gefühl das ich beim Kajakfahren haben kann ist: wenn ich durch einen schweren Katarakt genau die Spur fahre, die ich mir vorgenommen habe.

6. Hast du schon Erstbefahrungen auf deinem Konto? Welche?
Ja, zwei. Das wären ein kurzer Abschnitt auf dem Offenseebach und die unterste Rindbachklamm.

7. Was waren deine tollsten Erlebnisse beim Paddeln bislang?
Das ist schwer zu sagen, da ich meistens bei jeder Bootsfahrt tolle Dinge erlebe. Aber der Boof über den Rizzanesefall und die Erstbefahrung des Offenseebachs gehören sicher zu meinen Highlights.

8. Gab es schon kritische Situationen, an die du dich nur ungern erinnerst?
Außer kleineren Steckunfällen, zum Glück noch nicht.


keep cool!!!                                         Foto: Wolfgang Bruckner

9. Mit wem paddelst du meistens?
Hauptsächlich paddle ich mit Robert Machacek. Aber ich bin auch gerne mit meinem Vater, Alex Meindl, Michael Schneebichler, Armin Auer und seit kurzem auch mit Matthias Rittmann unterwegs.

10. Hast du Sponsoren?
Nein, leider noch nicht. Momentan bin ich nur sponsored by Daddy. Natürlich würd ich als armer Schüler mich total über eine Unterstützung freuen...

11. Idole?
Tao Berman und Jens Klatt. Tao bewundere ich wegen seiner extremen Erstbefahrungen und seinem Selbstvertrauen. Jens Klatt ist für mich, der Styler schlecht hin. Er freewheelt beinahe jeden Drop und weiß wie man die eleganteste Spur durch Monsterkatarakte findet.


Stocki im Stombodingfall

12. Irgendwelche Traumflüsse, die du in Zukunft paddeln willst?
Den Rio Fuy in Chile. Sowie jede glattpolierte Granitrinne in Kalifornien.

13. Man hört, dass du feuchte Waldwege dem Wuchtwasser bevorzugst, stimmt das?
Ja, also grundsätzlich bevorzuge ich kleine, verwinkelte Bäche wie den Untertalbach, gegenüber dem Wuchtwasser. Aber ich hab auch kein Problem damit wenn ich für ein Wochenende auf der Enns paddeln muss.(Falls man das schon Wuchtwasser nennen darf)

14. Da wir bis jetzt nur über Alpines Paddeln sprachen, was ist mit Playboaten?
Tja Playboaten...Also Spielbootfahren ist nicht so meine Stärke. Ich schaff zwar den Cartwheel und Spins aber mehr schon nicht. Ich bin nicht der Typ fürs Park’n’Play, ich spiel mich lieber den Fluss hinunter. Dabei lernt man aber keine radikalen Moves wie California Roll oder den Butterfly.

 

Danke für das Interview; Soulboater wünscht weiterhin guten und vor allem sicheren Flug!

Interview: Stocki, Soulboys
Bilder: Wolfgang Bruckner, Matthias Rittmann

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