Jackson Fun 2007 Fahrbericht.

Autor: Ferry
02.03.2008
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Jackson Fun 2007 Fahrbericht.

 - Die Jackson Fun Produktlinie gibt es seit Mitte 2004, zwischendurch wurde sie mit einer besseren Ausstattung sogar aufgewertet. Im Jahr 2006 wurde bekannt gegeben, dass es einen ganz neuen Fun geben sollte, der die guten Eigenschaften des Vorgängermodells absolut übernehmen würde.

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Die ursprüngliche Serie zeichnete sich durch viel Platz im Boot, neutrale Fahreigenschaften und sehr einfaches Eskimotieren aus. Insgesamt hatte der Fun gute Freestyle- und Riverrunningeigenschaften.

Fer Jackson Fun wurde laut EJ (Eric Jackson) von der Idee her nicht für den Rodeoprofi sondern für den Durchschnittsplayboater entworfen. Dabei sollten gerade die Spieleigenschaften nicht beeinträchtigt werden, das Boot sollte mit komplexen Moves mitwachsen.

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In der Praxis heisst das, Frontsurfs, Spins und Hecksquirts lassen sich gut ausführen, im Flachwasser werden dagegen Cartwheels zur echten Kraft- und Technikprobe. Für Soulboating und Riverrunning konnte das Boot der ersten Generation dagegen voll punkten, ebenso als Kajak für Anfänger im Playboating.

Daher war die Neugier gross, wie die neue Generation des Fun sich wohl paddeln lässt. Das alte Modell gibt es auch noch, es ist etwas preisgünstiger gegenüber früher zu kaufen unter dem Namen Fun Classic.

Auf den ersten Blick fällt die neue Linienführung ins Auge:

Das Vorderschiff wurde im Fussbereich deutlich voluminöser, der Übergang zum Cockpit verläuft in viel weicherer Formgebung als beim Vorgängermodell.

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Insgesamt ist das Boot im Vergleich zur vorherigen Serie deutlich „entschärft“, das gilt auch für das Unterschiff, wo jetzt statt Centralrails die gemässigteren Siderails eingeshaped sind.

Neu ist auch der grosse zentral positionierte Handgriff hinter der Sitzluke, der es deutlich leichter macht, das Boot zu fassen.

Weiterhin neu in der Ausstattung ist der Rückengurt und die verbesserte stufenlose Sitzregulierung. Ansonsten hat sich gegenüber dem 2006er Fun nichts weiter geändert.

Alle neuen Boote der Fun-Serie sind deutlich grösser ausgefallen, so dass es auch für grosse und schwere Fahrer möglich sein kann, sich eine Nummer kleiner zuzulegen und damit die persönlichen Spieleigenschaften deutlich zu verbessern.

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Wenn man sich in ein Jackson Kajak reinsetzt, hat man sofort dieses „Alles passt“ Gefühl (zumindest bei mir ) Über die spezielle Vakuum-Fussstütze wurde schon viel diskutiert, wer sich nicht daran gewöhnen mag, kann auch auf herkömmlichen Schaum und ein scharfes Messer zum Schnitzen zurückgreifen.

Fahreigenschaften auf dem Wasser:

Wir haben das Boot sowohl im Schwimmbad wie auch auf dem natürlichen Wildwasser getestet.
Im Pool konnte das Boot absolut überzeugen bei einfachen Moves wie Bowplows, Squirts und Cartwheels. Allerdings müssen wir dabei zugeben, dass wir uns im oberen Bereich der empfohlenen Gewichtsspanne für den Fun befinden

Im Wildwasser überzeugt der Fun absolut, es sollte aber unbedingt folgendes beachtet werden:

Es ist auf jeden Fall das empfohlene maximale Fahrergewicht zu beachten, je dichter der obere Rand der Skala rückt, desto grösser werden die Playboating- und desto schlechter werden die Riverrunningeigenschaften. Das Boot taucht dann leicht weg und wird langsam. Trotzdem blieb es in allen Situationen kontrollierbar und in seinen Eigenschaften gutmütig.

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Kehrwasserfahren funktioniert tadellos, beim Queren gegen die Strömung verliert man aufgrund des geringen Speeds schnell an Höhe. Boofen geht wie von selbst.

Auch im Spielbereich spürt man aber die Konsequenzen zu hohen Fahrergewichts: Für Spins liegt das Boot recht tief und spinnt dadurch nicht so leicht wie man es gern hätte. Alle vertikalen Moves sind dagegen aufgrund des grossen Volumens schon fast Selbstgänger.

Eskimotieren im Fun ist total einfach und auch der Sitzkomfort ist erstaunlich gut: Nach einer Stunde auf dem Wasser spürten wir immer noch unsere Füsse...

Das 2008er Modell soll laut Hersteller nur minimal in der Ausstattung von der von uns getesteten Version abweichen.

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Fazit:

Gegenüber dem Classic Fun ist die Überarbeitung des Bootes sehr gelungen. Ob die empfohlene Gewichtsbandbreite auch praxisgerecht ist, hängt davon ab, wo man mit dem Fun paddeln möchte.

Für Playboating ist sie ok, für Riverrunning sollte man doch eine Nummer grösser nehmen.

Insgesamt ist die neue Fun-Serie gut geeignet für Playboating-Anfänger, die ein Boot suchen, dass auch noch Potenzial bietet, wenn sich das Können im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. 1A- Verarbeitung und praktische Lösungen und ideenreich umgesetzte Details sind bei Jackson Kajaks nicht erst seit gestern Standard.

Text und Fotos: Ferry

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