Kajak-Freestyle Weltcup Part 2: Augsburg

Autor: Jutta Kaiser
27.08.2008
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Augsburg präsentiert sich als Austragungsort der Spitzenklasse

 - Schon 1995 versammelten sich die weltbesten Freestyler in Augsburg: damals wie heute ist die Waschmaschine einer der besten Playspots Europas.

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Diese Meinung teilten die gut 170 internationalen Teilnehmer am zweiten Weltcup einhellig. Vor allem auch die tolle Atmosphäre an der Anlage, die nun bereits weit über 3 Jahrzehnte existiert, ist etwas besonders. „Ich habe mittlerweile viele künstliche Wildwasser-Kanäle gesehen, doch so schön wie hier am Eiskanal ist es nirgends. Wissen die deutschen Paddler eigentlich zu schätzen, was sie hier haben?“, war der Kommentar von Clay Wright, einem der erfahrensten Paddler im US-Team.

Ja, sie wissen es: viele Paddler ziehen extra aus allen Teilen Deutschlands nach Augsburg, um täglich hier paddeln gehen zu können. Und das das der Paddlerkarriere gut tut, zeigten am Wochenende die super Ergebnisse der Augsburger Paddler.

Doch alles der Reihe nach…..

Nachdem der erste Weltcup-Event in Prag zu Ende gegangen war, zog der Freestyle-Zirkus umgehend nach Augsburg um und von Montag an waren die Kehrwasser an der Waschmaschine ständig gut gefüllt.

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Viele Paddler mussten sich erst an die Geschwindigkeit dieses Playspots gewöhnen. Die Waschmaschine trägt ihren Namen zu Recht und etliche Freestyler erlebten, wie sich ein unfreiwilliger Waschgang anfühlt. Nur einen Moment unaufmerksam sein und schon hat die Waschmaschine die Oberhand. Zudem macht das Rotieren in diesem schnellen Playspot schnell müde: etliche Paddler saßen mit Muskelkater am Rand und verlegten sich zeitweise aufs Zuschauen, während andere sich zu Stretching-Gruppen auf dem Parkplatz einfanden.

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Bei Nacht verwandelte sich der Parkplatz kurzerhand auch schon mal in eine Party-Zone: Freestyler wissen wie man feiert.

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Offiziell wurde es dann am Donnerstag: festgelegte Zeiten für Nationentrainings, Besprechung für die Teamcaptains und ein Schiedsrichtertreffen waren klare Anzeichen dafür, dass der Wettkampf näher rückte. Die Spannung bei den Teilnehmern stieg, während sich bei den Organisatoren immer mehr relaxte Stimmung durchsetzte. Die gute Arbeit im Vorfeld zahlte sich aus: alles lief wie am Schnürchen, die vielen Helfer machten ihre Jobs gut und von allen Teams gab es Lob für die gute Organisation.

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Pünktlich um 8.00 Uhr morgens ging es dann am Freitag und Samstag auch jeweils los. Bei dem großen Starterfeld war der Zeitplan für die Vorläufe eng. Zudem gab es am Samstag vor den Halbfinal-Läufen auch noch die 5. Ausgabe des Pappbootrennens sowie einen Blind Boatercross am Abend. Die Augsburger machten aus „ihrem“ Weltcup ein wirkliches Kajak-Festival: geboten wurde Freestyle auf höchstem Niveau und dazu gute Unterhaltung für alle!

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Nachdem am Samstag eine Regenfront über den Eiskanal gezogen war und die Bedingungen am Rand eher ungemütlich waren, versprach der Sonntag für die Final-Runden ein perfekter Tag zu werden.

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Den Anfang machten die Juniorinnen: unter den 6 Starterinnen waren gleich 3 Deutsche vertreten, so dass es berechtigte Hoffnungen auf deutsche Medaillen gab. Mit viel Mut absolvierten die jungen Paddlerinnen in der Waschmaschine ihre Läufe und am Ende hatte Europameisterin Sandrina Hornhardt die Nase vorn. Sie gewann Gold vor Andreas Kaspers (D) und Vera Knook (NDL) und schob sich damit auch im Gesamtweltcup auf den ersten Platz.

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Die danach startenden OC1 Fahrer begeisterten das Publikum wie auch schon in ihren Vorläufen. Die starken Jungs, die ohne Spritzdecke in ihren großen Kanadiern knien, zeigten Tricks am laufenden Band. Entrymoves, Loops, Backloops, clean Cartwheels und Splitwheels, die Schiedsrichter waren vollauf beschäftigt. Der Wahlschweizer James Weir (GBR) bestätigte schließlich seinen ersten Platz aus den Vorläufen und siegte vor Jeremy Blanchard (AUS) und Jan Liska (CZE).

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Dann wurde es Zeit für einen der Lokalmatadoren: Markus Hummel hatte im C1 bereits in Vorlauf und Halbfinale jeweils den ersten Platz für sich verbuchen können. Doch würde er das auch im Finale wiederholen können?

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Erst sah es nicht danach aus. Zwei etwas schwächere Läufe von Markus und eine starke Performance der Konkurrenz aus Frankreich und Tschechien führten zu einem spannenden Wettkampf. Alles lag jetzt am letzten der drei Final-Läufe, von denen nur die beste Wertung für das Endergebnis zählt. Doch Markus konterte mit all seiner Routine und fuhr einen super letzten Lauf, der ihm die verdiente Goldmedaille einbrachte. Der Weltcup-Führende Stepan Fiedler (CZE) und Alexandre Besseau (FRA) feierten schließlich auf dem Podium mit ihm.

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Bei den Herren unter 18 Jahren hatte sich Jakob Ehrl mit super Läufen am Samstag für das Finale der letzten 5 qualifiziert und dabei etliche hoch gehandelte Konkurrenten bereits hinter sich gelassen. Voll konzentriert und mit einer guten Strategie wollte er nun auch im Finale beweisen, dass er mit den Junioren aus Amerika und Frankreich mithalten kann. Während gerade die US-Jungs als „quasi Profis“ das ganze Jahr an den besten Paddelrevieren der Welt trainieren und auch die Franzosen mehr Zeit im Boot verbringen als an irgend einem anderen Platz, erwarteten Kenner der Szene einen Sieg von einem dieser Favoriten. Doch Jakob Ehrl konnte seine Leistung noch einmal steigern und holte mit einem fulminanten letzten Lauf die dritte Goldmedaille für Deutschland! Da blieb für den Franzosen Sebastien Devred nur die Silbermedaille, Bronze ging an Michael Palmer (USA).

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Leider ohne deutsche Beteiligung fand das Finale der Damen statt. Jutta Kaiser konnte nicht an ihre gute Leistung in Prag anknüpfen und musste beim Weltcup in Deutschland anderen den Vortritt überlassen. Die jüngste im Felde Emily Jackson, Tochter von „Mr. Freestyle Eric Jackson“, dominierte am Sonntag in der Waschmaschine und holte mit weitem Vorsprung den Weltcup-Sieg. Dahinter reihten sich Ruth Gordon (CAN) und Maria Lindgren aus Schweden ein.

Zum Showdown der Herren waren alle Plätze am Ufer neben der Waschmaschine gut gefüllt. Neben den amtierenden Welt- und Europameistern hatte es auch Simon Strohmeier aus München in die Runde der besten 5 geschafft. Bereits gestern hatten die Paddler mit ihren Läufen an der 1000-Punkte Marke gekratzt. Wer würde heute im Finale nach drei Läufen der Punktbeste sein? Dank der elektronischen Schiedsrichteranlage von Herbert Hummel lagen die Ergebnisse immer wenige Sekunden nach Ende des Laufes vor – sowohl Schiedsrichter als auch die internationale Freestyle-Gemeinde zeigte sich beeindruckt von dieser Hightech-Anlage.

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Doch bevor gerechnet und taktiert werden konnte, hieß es Waschmaschine frei für die erste Runde. Eric EJ Jackson legte die Messlatte sofort hoch: mit spektakulären Kombinationen von Tricks punktete er im Sekundentakt und hatte zwischendurch sogar noch Zeit für ein Lächeln ins Publikum. Der Vorzeige-Athlet Peter Csonka zeigte sich unbeeindruckt und fuhr seinen Lauf wie aus dem Lehrbuch. Tricky Whoos wie sie sonst keiner fährt, hohe Loops, Mc Nasties und Phoenix Monkeys sicherten ihm zu diesem Zeitpunkt den ersten Platz. Auch Simon Strohmeier punktete in seinem ersten Lauf direkt hoch und schon sich direkt auf Rang drei.

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Während Mathieu Dumoulin (FRA) in allen drei Finalläufen nicht in seinen Rhythmus fand, konnte Dustin Urbin (USA) nach zwei mittelmäßigen Läufen in der letzten Runde noch einmal ins Geschehen eingreifen.

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Mit einem Super-Lauf sicherte er sich den Weltcup-Sieg und verwies Peter Csonka (SVK) und Eric Jackson (USA) auf die Plätze zwei und drei. Simon Strohmeier (D) schob sich mit seinem vierten Rang in der Weltcup-Gesamtliste um ein gutes Stück nach vorne.

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Das große Finale des Freestyle-Weltcups 2008 findet am kommenden  Wochenende im Berner Oberland statt. Auf der Aare in Thun wird sich entscheiden, wer den Weltcup-Gesamtsieg mit nach Hause nimmt.

Noch mehr Bilder von den Freestyle-Wettbewerben und das Weltcup-Gesamtranking gibt es hier

Text und Fotos: Jutta Kaiser

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