Korsika - Die Insel der Schönheit - Der Südwesten

Autor: Martina
19.06.2010
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- soulboater-Reporterin Martina war schon vor Jahren auf Korsika, damals bei Corte in den Bergen im Norden der Insel. Dieses Jahr ging es wieder dorthin, diesmal aber in den Südwesten und nicht nur zum Paddeln.

Korsikas Südwesten ist gekennzeichnet durch weniger hohe und schroffe Berge – die man aber am Horizont immer noch sehen kann, wie z.B. den Bavella, meiner Meinung nach dem schönsten Gebirgszug Korsikas:

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– dafür durch eine abwechslungsreiche Küste aus Granitsteinen und Sandstränden vom Feinsten.

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Das Klima ist deutlich milder als im Norden, vor allem, wenn man sich direkt an der Küste aufhält. Dort war es an Ostern so warm, daß wir in kurzen Radklamotten unterwegs waren.

Propriano ist ein guter Ausgangspunkt für Paddeltouren auf dem Taravo (siehe Bericht über den Mittleren Taravo), dem Rizzanese (siehe Bericht über den Unteren Rizzanese), aber auch dem Cruzzini (der bei unserem Besuch leider unter Wassermangel litt und nicht paddelbar war) oder dem Liamone.

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Die Bilder oben zeigen den Liamone, den wir auf dem unteren Abschnitt bis ins Meer gefahren sind. Zu Anfang ein sehr schöner Fluß - ähnlich der Ardèche - allerdings ziehen sich die letzten Kilometer doch sehr, wenn man normale Wildwasserboote fährt.

Für die Touren auf dem Cruzzini oder dem Liamone muß man aber von Propriano aus eine Fahrzeit von mindestens 2 Stunden einplanen.

Der Ort Propriano ist recht klein, hat aber einen hübschen Hafen

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und jede Menge Cafés und Restaurants - man hat die Wahl zwischen den sehr leckeren einheimischen Speisen, vor allem den Wurstvariationen oder den guten Standards wie Pizza o.ä. Dazu sollte natürlich das korsische Kastanienbier Pietra nicht fehlen...

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Die Gegend eignet sich sehr gut für Radtouren auf den weniger befahrenen weißen Straßen und an der Küste kann man auf schmalen Pfaden die vielen Wachtürme genuesischen Ursprungs abfahren oder wandern, immer mit einem tollen Meerblick und öfter auch mit politischen Einblicken in Form von mit Schrotgewehren durchlöcherten Ortsschildern..die Korsen sehen die Franzosen wohl immer noch eher kritisch..

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Ein kleines Schmankerl für Boulderer findet sich auch an vielen Küstenstrichen in Form von spektakulär geformten Granitblöcken. Das Bouldern an diesen Felsen ist ein reines Vergnügen, so griffig ist der Granit. Dazu der grandiose Meerblick – schöner kann bouldern nicht sein!

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Für Besichtigungstouren bieten sich an Städten an:

Sartène – die korsischste aller korsischen Städte, ca. 9 Kilometer von Propriano. Am besten fährt man dort an Ostern hin, um sich gleich auch noch die Osterprozession am Karfreitag Nacht anzusehen, bei der ein in eine rote Kutte gekleideter Büßer ein Holzkreuz samt schwerer Eisenkette durch den Ort trägt - als Buße für unzählige Vendettas mit tödlichem Ausgang.

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Bonifacio – spektakulär auf die brüchigen Küstenfelsen gebaute Kleinstadt, ca. 60 Kilometer von Propriano. Eine mittelalterliche Stadt mit raffinierten Befestigungsanlagen, einer schönen Altstadt - die man allerdings nicht im Sommer besuchen sollte (wegen zu vieler Touristen) - und natürlich wieder einem grandiosen Ausblick auf's Meer und die Stadt.

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Allerdings sollte man aufpassen, wo man sein Auto abstellt: Die Möwen sind unglaublich groß und ihre Hinterlassenschaften sind es auch...

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Ajaccio – größere Küstenstadt, in ca. 1 Stunde Fahrzeit zu erreichen. Diese haben wir uns aber dieses Jahr nicht ansehen können - zu wenig Zeit in 10 Tagen...

Fazit: Der Südwesten von Korsika gefällt mir als wärmeliebendem Menschen noch viel besser als der Norden - auch wenn es manchmal zu wenig Wasser hat zum Paddeln - aber er hat noch viel mehr als paddelbares Wasser zu bieten! Wir werden sicher wieder hinfahren und uns auch die Westküste noch näher ansehen.

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Bericht und Fotos: Hannes und Martina

P.S.: Geheimtipp: Wer gerne lecker ist UND einen sehr netten Service mag und darüber hinaus auf dem Weg von Propriano nach Ajaccio oder zurück essen gehen will, der sollte im Restaurant "U Fiumicellu" an der N 196 von Propriano aus 20 Minuten Richtung Ajaccio auf der rechten Straßenseite gelegen, vorbeischauen. Die Leute waren supernett, vor allem auch noch, nachdem unser Kanulehrer seinen Stuhl zerlegt hatte (sie sagten dauernd was von "Le Pauvre (der Ärmste)" ) und gaben uns unter anderem die ganzen Espressos aus, die wir nach dem Essen orderten.

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