Auf der Saalach wird es wieder wild

Autor: Jan-Peter
09.09.2019
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Am Wochenende vom 13. bis 15. September 2019 findet erneut eines der wildesten Kajakevents des Jahres statt:

Das Lofer Rodeo auf der Saalach.

Wenn die Loferer Whitewater Slaves e.V. zum Lofer-Rodeo laden, dann befindet sich die Saalach für zwei Tage im absoluten Ausnahmezustand:

Alle Blicke sind dann wieder auf die vielen Kajaker gerichtet, die im Rahmen der spektakulären Wettkämpfe ihr Können unter Beweis stellen.

Spannende head-to-head Rennen werden bei vielen Zuschauern die Lust wecken, auch einmal ins Boot zu steigen und den Ritt durch die wilden Fluten zu wagen.

Aber das ist gar nicht so einfach wie es vielleicht aussieht und erfordert deshalb langes Training und viel Erfahrung.

Im Mittelpunkt des Wildwasser-Events steht ein Boatercross auf der Slalomstrecke – und am Abend natürlich die legendäre Bootshausparty. 

Programm 2019 Lofer Rodeo

Freitag, 13. September

Beleuchtete Saalach und Sundowner Clubbing
Ab 20 Uhr Einleuchten der Slamlomstrecke am Teufelssteg mit Lasershow, Grillstation und Paddlerbar

Sundowner Clubbing mit DJ Sir Flow

Samstag, 14. September

Boatercross

10 - 13 Uhr Qualifikation

14 Uhr Finale an der Slalomstrecke am Teufelssteg

Bootshausparty

ab 19 Uhr im Schoffastadl in St. Martin mit Mothership 3 und DJ Maqua

20 Uhr Siegerehrung inkl. anschließender Verlosung von Kajaks unter den Teilnehmern vom Boatercross

Im Anschluss an das Lofer Rodeo ruft der Alpine Kajak Club am 15.09.2019 auf zur Protestfahrt gegen die Verbauung unter dem Motto

RETTET DIE SAALACH!

Der Wildflusscharakter der Saalach ist für das Salzburger Saalachtal prägend und stellt ein Bindeglied zwischen unverbauter Natur und verträglichem Tourismus dar. Geht es nach den Wünschen privater Investoren, dann soll die Saalach durch den Bau eines grenzüberschreitenden Ausleitungskraftwerks in Unken erneut gebändigt und ein Großteil ihres Wassers in eine über sechs Kilometer lange Betonröhre bis nach Schneizlreuth gezwungen werden.

Das Rinnsal von 6,8 Kubikmetern Restwasser, welches weitgehend das ganze Jahr über auf der Ausleitungsstrecke übrig bleiben soll, ist für Wassersportler und lokale Rafting-Unternehmen nicht mehr nutzbar. Wenn grundsätzlich das Wasser fehlt, dann ändert daran auch der „Erlebnischarakter“ der vorgesehenen Wassersportrampe nichts.

Darüber hinaus wird der Aspekt der Natürlichkeit durch das geplante Bollwerk auch für Wanderer, Radfahrer und Erholungssuchende entlang der Saalach zerstört. Auch die ökologisch wichtige Flussdynamik durch Erosion und Sedimentation von Geschiebe im Flussbett, wird durch das Wehr unterbrochen. Die darauf spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt geht verloren, was sich auch negativ auf noch unverbaute Flussabschnitte auswirkt.

Zudem stellen Fischtreppen keine Lösung dar, da hier nur die stärksten der Starken flussauf schwimmen können - sofern sie die Aufstiegshilfe überhaupt finden. Fische orientieren sich an der Hauptströmung, was besonders beim Abwandern flussab dramatische Folgen hat.

Die Ausleitung in den Kraftwerksstollen wird als der Hauptstrom gehalten, an dessen Ende zwei Turbinen stehen. Andere im Fluss lebende Kleinstlebewesen verenden im Schlick der strömungsberuhigten Stauzone, welcher zudem durch anaerobe Prozesse zur Emission von kilmarelevantem Methan und CO2 führen.

Dies alles und einiges mehr spricht besonders gegen die europaweit geltende Wasserrahmenrichtlinie, welche ein Verschlechterungsverbot für unsere Flüsse vorschreibt.

Nachdem im Bundesland Salzburg für den Bau des Wasserkraftwerks mit einem 2,8 Meter hohen Schlauchwehr zur Ableitung von bis zu 44 Kubikmetern Wasser, einem 6,3 Kilometer langen Stollen mit 5 Meter Durchmesser, einer Restwassermenge von 6,8 Kubikmeter und einer 7 Kilometer langen Ausleitungsstrecke KEINE Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist, heißt es wieder in Boote, Rafts und auf SUPs zu steigen, um gegen den Bau des Wasserkraftwerks Unken-Schneizlreuth zu protestieren.

Auf deutscher Seite wurde für das Kraftwerksprojekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, das behördliche Verfahren dazu ist in naher Zukunft zu erwarten.

Daher ist es jetzt umso wichtiger auf die Missstände eines Kraftwerkbaus in einem bisher unverbauten und natürlich fließenden Flussabschnitt durch eine gemeinsame Protestfahrt hinzuweisen!

Aus ökologischer und sportlicher Sicht ist es dem Alpinen Kajak Club und seinen Freunden ein großes Anliegen die letzten Wildflussjuwelen zu erhalten.

Daher bittet der AKC diese Protestfahrt durch rege Teilnahme und Engagement zu unterstützen!

Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr!

www.saalach-allianz.info

Mit besten Paddlergrüssen vom AKC!

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