Mit Kind und ohne Kegel in McPomm

Autor: Andy Klotz
18.06.2009
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  - Es gibt immer wieder Tage oder sogar Wochen, an denen alles stimmt: Wasser, Wetter und die Mitpaddler. Vor 10 Jahren wurde so eine Zeit einmal KAVU-Day genannt und es gab sogar Videos über diese Ausnahmetouren.

Wir möchten euch mit diesen Bildberichten dazu inspirieren, einmal in euch zu gehen, wann ihr eure letzte richtig schöne Paddeltour hattet. Und wenn ihr Lust habt, auch darüber zu berichten, mailt uns einfach ein paar Zeilen mit euren Eindrücken und sendet uns die passenden Bilder dazu. Wir veröffentlichen es gern. Egal, welcher Schwierigkeitsgrad, egal ob Genusstour einen Fluss hinab oder ein schöner Nachmittag am Playspot. Alles ist willkommen, was unter den Oberbegriff „Soulboating“ fällt, denn nicht von ungefähr trägt diese Website den Namen Soulboater.com.

Andy Klotz war mit seinen Kindern in Mecklenburg-Vorpommern auf Canadiertour und schildert uns seine Eindrücke und Erlebnisse:

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Mit Kind und ohne Kegel in McPomm


Die Mecklenburger Seenplatte umfasst das größte zusammenhängende Seengebiet Deutschlands und erstreckt sich von der Landesgrenze zu Niedersachsen bis an das Ueckertal im Osten.

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Entstanden ist das Seengebiet während der Eiszeit vor ca. 12000Jahren. Die Gletscher hinterließen tiefe Furchen im Untergrund, die sich zum Ende der Eiszeit dann mit Wasser füllten.

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Relativ kurzentschlossen machte ich mich mit meinen beiden Rackern auf den Weg gen Norden.

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Eigentlich stand McPomm schon seit Jahren auf dem Programm, doch irgendwie kam immer wieder irgendeine verlockende Tour in den gebirgigeren Teile unseres schönen Europas dazwischen.

Nun ja, die Pfingstferien standen an, und die Frage stellte sich, wohin mit zwei 8jährigen Kids, die noch keine wirkliche Erfahrung im Einerpaddeln vorweisen konnten.

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Also Canadier aufs Dach und ab nach Mecklenburg-Vorpommern. Ins Land der tausend Seen. (gezählt hab ich sie jetzt nicht, aber es sind eine ganze Menge).

Auf dem weitläufigen Seenverbund steht paddeln pur auf dem Programm.

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Die einzelnen Seen sind durch teilweise natürliche und teilweise gebaute Kanäle miteinander verbunden.

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Die natürlichen Höhenunterschiede der einzelnen Gewässer werden durch Schleusen ausgeglichen, die vor allem für die Kids immer wieder für eine gelungene Abwechselung sorgen.

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Zahlreiche, teilweise urwaldähnliche Kanäle durchziehen das Gebiet. 

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Teilweise sind die Strecken und Seen für den motorbetriebenen Verkehr gesperrt. Leider wird diese Sperrung wohl nicht besonders konsequent durchgesetzt, oder es gibt doch zahlreiche Freizeitkapitäne mit Motorberechtigung, die über eine Sondergenehmigung verfügen. (Irgend ein Hintertürchen gibt es in Deutschland ja immer :-))

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Da es sich hier im eigentlichen Sinne nicht um ein Fließgewässer handelt, ist die Festlegung des Start- bzw. Endpunktes  der Paddeletappe eigentlich egal. Lediglich die infrastrukturellen Voraussetzungen geben hier Einschränkungen.

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Wer keinen Rundtrip unternehmen möchte, kann auch auf den Service einiger Paddeltaxis zurückgreifen, die einen mitsamt seiner Ausrüstung wieder zum Ausgangpunkt und damit zum eigenen Fahrzeug zurückbringen. Der Preis hängt hier ähnlich wie bei gewohnten Taxis von der Entfernung ab.

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Desweiteren bietet es sich gerade für diejenigen, die mit jüngerem Nachwuchs unterwegs sind an, auf einem der zahlreichen Kanucamps ein Basislager aufzuschlagen, um von dort aus seine Trips zu planen und zu unternehmen.

Wir hatten hierzu als ersten Anlaufpunkt das Camp Palizsee in Canow gewählt. Von hier aus starteten wir unsere ersten Trips in Richtung Ziernsee und Drewensee.

Rastmöglichkeiten gibt es entlang der Strecke zahlreiche, und an Campingplätzen mangelt es auch nicht. Als hervorragendes Kartenmaterial hat sich der Touren Atlas Wasserwandern Nr 6: Mecklenburg Vorpommern, erhältlich bei www.juebermann.de, oder an Ort und Stelle in fast jedem Zeitschriftenladen, erwiesen. Alles was für die Tourenplanung erforderlich ist findet sich hier an Infos.

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In der zweiten Woche sind wir dann nach Mirow am Mirower See umgesiedelt. Das Wetter spielte jetzt leider nicht mehr so mit, sodass wir ausschließlich den Wetterverhältnissen angepasste Kurztrips in die nähere Umgebung unternommen haben.

Nett für die Kids hier, eine Umrundung der Schlossinsel mit anschließendem Eisessen in Mirow.

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Unser Lager haben wir hier in der Kanustation  Mirow aufgeschlagen. Sehr empfehlenswert. www.kanustation.de 

Ein interessantes Gelände, mit Badestrand, eine riesige Verleihbootflotte, die wirklich keine Wünsche offen läßt. Vom einfachen Verleihkanadier bis zum extrem schnittigen Kevlarcanadier über Seekajak für 1 und 2 Personen Besatzung bis zum Drachenboot kann man hier alles was das Paddlerherz begehrt leihen.

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Sogar eine Polobootflotte mit dazugehörigem Spielfeld steht für nicht ausgelastete zur Verfügung. Freundliches Personal und nicht zuletzt saubere und gut ausgestattete Sanitäreinrichtungen nicht zu vergessen.

Um hier mit den Kids unbeschwert seine Tage genießen zu können sollte man den Tagesablauf einigermaßen vorausplanen. Hierzu gehören eine vernünftige Etappenplanung genauso wie das "Guti" (was Süßes) um die paddelnden Kleinen bei Laune zu halten.

Bei unserem Trip war das Wetter recht durchwachsen, sodass wir bei unserer Klamottenauswahl das Zwiebelprinzip konsequent durchzogen.

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So sind dann auch immer die richtigen Klamotten mit an Bord. Als sehr hilfreich erwies es sich auch einen Regenschirm an Bord zu haben, nicht etwa um Ihn als Segel zu verwenden – der Wind pfeift hier auch gerne mal ordentlich um die Ecke – nein die Kids waren dankbare Abnehmer als uns ein Regenguß so richtig überraschte, während Papa mit einer Kombination aus Trockenhose und Trockenjacke doch recht gut geschützt war.

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Aber nichtsdestotrotz soll es sich jetzt nicht so anhören, als ob es ständig regnen würde, wir hatten auch einige hervorragende Sonnentage, an denen wir den ein oder anderen Sprung ins erfrischende Nass genossen. 

Gepaddelt sind wir übrigens während der bayrischen Pfingstferien, und da sich in diesem Jahr der sonst wettertechnisch durchwachsene April eher von seiner besten Seite gezeigt hat, waren der Mai und Juni doch eher launig.

Bei schlechtem Wetter lohnende Ausflugsziele für Kids: Das Müritzeum in Waren oder die Müritztherme in Röbel.

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Text und Fotos: Andy Klotz

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