Europas Flüsse in Gefahr

Autor: Soulboater
01.04.2022
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Neue EU-Verordnung (EU) Nr. 2022/104 gefährdet Flüsse in Europa

Die neueste Verordnung der EU – erlassen im Hinblick auf Versorgungsengpässe im Energiesektor in der Zukunft und den Klimawandel – gefährdet sämtliche Flüsse in Europa, deren Gefälle mehr als 1,5 % beträgt.

Da andere Maßnahmen wie Kohle, Kernkraft, Sonnen- und Windenergie in der EU zum größten Teil kritisch gesehen werden, scheint man der Meinung zu sein, dass die Wasserkraft die Energiequelle der Zukunft ist. 

Für alle europäischen Paddler sieht die Zukunft daher sehr düster aus. Selbst kleinste Bäche sollen mit Mikrokraftwerken genutzt und damit verbaut werden.

Beispiele:

Das Socatal soll zu einer Kette von Stauseen werden. Für Paddler am bedrohlichsten ist der Bau eines Durchlaufwehres am Ende der dritten Socaklamm, das nur noch nachts einen befahrbaren Wasserstand auf der beliebtesten Strecke bis zum Friedhof zulassen wird.

Um die vorhandenen Einwände aus der Fremdenverkehrsbranche auf Umsatzeinbußen zu entkräften, soll tagsüber als Alternative der neue Trendsport "Whitewaterpower" auf trockenen Kiesbetten u.a. mit Geländemotorrädern und -wagen etabliert werden, um eine zahlungskräftigere Klientel ins Tal zu locken.

Wer mit dem eigenen Fahrzeug und nicht per Flugzeug anreist, soll vom slowenischen Ministerium für Tourismus und Umweltschutz zur Begrüssung einen Tankgutschein in Höhe von 100 € erhalten.

Auch der Wasserfall der Boka soll kompett zur "umweltfreundlichen" Energiegewinnung genutzt werden.

Im Ötztal ist der Bau des Kraftwerks Tumpen-Habichen an den Achstürzen oberhalb der von Extremrennen bekannten "Wellerbrückenstrecke" schon weit fortgeschritten.

Durch die Wasserableitung soll die Ötztaler Ache dadurch auch im Sommer für schwächere Wildwasserpaddler nahezu gefahrlos befahrbar werden, so dass der Fluss von viel mehr Paddlern als zuvor angesteuert werden kann, was auch zu steigenden Übernachtungszahlen in den Hotels und Pensionen der Gemeinden des Ötztals führen sollte.

Aus dem selben Grund wurde auch das Brunauer Wehr geschliffen, das Gefälle ist jetzt problemlos auch für Anfänger beschiffbar.

Über Details der Planungen und Auswirkungen für das Ötztal berichtet der Verein WET - Wildwasser erhalten Tirol in einer ausführlichen Expertise.

Ganz aktuell:

Auch die Imster Schlucht des Inn ist bedroht:

Die Bürgerinitiative "Naturerlebnis Imster Schlucht" sammelt bereits seit Tagen  Unterschriften gegen die Errichtung und den Betrieb des Kraftwerkes Imst-Haiming durch die TIWAG.

Helfen können ihr dabei leider nur Bürger und Bürgerinnen, die in den Gemeinden Haiming, Karres, Roppen, Imsterberg und Arzl im Pitztal Ihren Hauptwohnsitz haben und wahlberechtigt sind.

Es wurde eine Petition erstellt, die allerdings nur noch bis zum heutigen Freitag, 01.04.2022 unterstützt werden kann.

Aussichten:

Im Gegenzug soll der gewonnene Strom vorzugsweise für den Betrieb moderner Anlagen wie den Kanupark Markkleeberg bei Leipzig, das neue Wildwasserstadion nahe Paris oder auch die Vienna Watersports Arena in Wien genutzt werden, die von Politikern und Funktionären als die Zukunft des Wildwassersports gesehen werden.

Uns naturverbundenen Wildwasserfahrern bleibt nur noch der Weg über Petitionen noch Änderungen am Beschluß zur Umsetzung der neuen EU-Verordnung (EU) Nr. 2022/104 zu erwirken.

Gesucht  werden deshalb engagierte Paddler, die die Koordination der Proteste zielgerichtet übernehmen.

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