"Paddeln" ohne Paddel

Autor: Bia
02.10.2015
1 / 0

In den alten Paddelfilmen war es manchmal zu sehen. Geschickte Wildwasserpaddler die nur mit ihrem Gleichgewichtssinn und Reflexen, ohne Paddel, sich in Walzen kontrolliert bewegten.
Ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren solch ein lehrreiches Tun beobachtet zu haben.
Warum?
Ich selbst lasse immer wieder das Paddel im Auto und „lätschle“ mich mit Geschick und Händen den Bach hinab. Und warum dieser Blödsinn? Naja, ehrlich gesagt es macht riesig Spaß und ist gar nicht so schwer. Damit die Hände ins Wasser greifen und Kraft übertragen können, muss der Oberkörper nach vorne (Angriffsstellung, nicht wie mit dem Paddel wackelig im Rückengurt hängen!)
Der Schwerpunkt liegt so tiefer und näher am Boot. Ein klarer Vorteil gegenüber dem Paddelnden.

 

Wenn es mal brenzlig wird, hat man ohne Paddel natürlich schlechtere Karten. Man wähle den Fluss also mit Bedacht. Schnell wird aber auch bewusst, dass diese Kraftmeierei mit Paddel oft gar nicht nötig ist.
Fluss und Strömungen lassen sich mit den Händen besser lesen als mit „toter Materie Paddel“. Bewussteres Zusammenspiel von Mensch, Boot und Wasser; hellwach die Sinne.
All das sind Pluspunkte, die das Paddeln „ohne“ erleichtern. Ausgenommen bei Holz, Syphonen und haltkräftigen Walzen können wir uns mit unserem tiefen Schwerpunkt auch mal treiben lassen, denn wenn das Wasser zwischen den Felsen hindurch kommt, weshalb nicht auch wir?

Loisach und Koritnica gehören bei mir zum Standard, die obere Isar war auch mal lustig, als ich das Paddel im Auto lies und oben am Einstieg „entsetzt“ aufschrie, mein Paddel ist nicht dabei!
Die Hochwasserwelle vor der Türe und die untere Murg bleiben eine Herausforderung, auch schon mal mit Schwimmeinlage. Hier zeigen sich die Grenzen. Bei Wuchtwasser hört der Spaß schnell auf. Zum Schutz der Hände sind Neohandschuhe wichtig. Jedoch lehne ich alles andere als normale Neohandschuhe ab da gerade der direkte einfache Kontakt zum Element den Reiz ausmacht.

Ich hasse es, raus aus dem Auto, den Standardbach mit Dickschiffen runter, rein ins Auto. Das Leben und der Fluss bleiben nur mit Abwechslung und Ideen ein immer wieder schönes Abenteuer zum neu verlieben.

Voriger Artikel

Paddler gegen Wasserkraft

Nächster Artikel

Neues aus der Welt der Sportsonnenbrillen