Österreich erhebt Befahrungsgebühren auf allen Gewässern

Autor: Soulboater
01.04.2013
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Seit Jahren verdichteten sich die Gerüchte, jetzt ist es amtlich:

In Österreich wird pünktlich zu Beginn der Kanusaison eine Paddelvignette eingeführt.

Eine entsprechende Verordnung wurde im vergangenen Winter vorbereitet und tritt mit dem heutigen Ostermontag 2013 in Kraft.

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Waren es bisher nur vereinzelt lokale Fremdenverkehrsregionen in Österreich, in denen für das Befahren der Flüsse Gebühren verlangt wurden, wird jetzt flächendeckend eine Befahrungsgebühr erhoben.

Im Nachbarland Slowenien wird seit vielen Jahren ein Gebührenmodell für Flussbenutzer an der Soca erprobt. Die Gebühren an der Soca werden von den betroffenen Paddlern akzeptiert, zum Teil sogar begrüsst. 

Ein ähnliches Modell soll nun nach jahrelanger Beobachtung und Erfahrungssammlung durch die zuständigen österreichischen Bundesbehörden auch im Alpenstaat eingeführt werden.

Aus den Erfahrungen Sloweniens wurde gelernt und das erfolgreiche Gebührenmodell optimiert.

Die Verwendung der Einnahmen aus der Paddelvignette ist zweckgebunden für verschiedene kanusportliche Zwecke.

Als erstes Projekt wird mit den erwarteten Geldern bereits der Bau der "Verbund Wasserarena", einer künstlichen pumpenbetriebenen Wildwasseranlage in Wien voran getrieben.

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Analog zur Autobahnvignette wird es sowohl Jahres- als auch Zweimonats- und Zehntagesaufkleber geben, die in Fremdenverkehrsbüros als auch in Paddelshops und auf regelmäßig von Kanuten frequentierten Campingplätzen erworben werden können.

Die Preise sind wie folgt gestaffelt:

  • Zehntagesvignette: 25 Euro
  • Zweimonatsvignette: 150 Euro
  • Jahresvignette: 400 Euro

Die Vignetten sind bootsbezogen und nicht übertragbar, d.h. pro Boot ist eine separate Vignette zu erwerben.

Beispiel:

Der Kanute besitzt ein Seekajak für ganzjährige Wandertouren, ein Wildwasserboot für die Sommersaison und ein Spielboot für die Teilnahme an einer Serie von Freestyle-Events. Hier empfiehlt sich der Erwerb einer Jahresvignette für das Seekajak, eine oder zwei zeitlich aufeinander folgende Zweimonatsvignetten für das Wildwasserboot und je nach Bedarf und Termin der Rodeos ein oder mehrere Zehntagesvignetten für das Spielboot.

Die Kosten von errechneten 700 bis 800 Euro pro Jahr für die Nutzung von immerhin drei verschiedenen Booten pro Kanute sind als äusserst moderat zu bezeichnen, wenn man sie beispielsweise zu den Kosten für die private Autonutzung zur Anreise an die Flussreviere ins Verhältnis setzt, die durchaus mit mehreren tausend Euro in der Saison zu Buche schlagen können.

Sparfüchse werden in Zukunft wohl die Kategorie der Kombiboote wieder entdecken, die sich für viele Zwecke im Kanusport eignen. Mit der Entwicklung von Hybridkayaks hat die Industrie bereits reagiert und interessante Modelle zeitnah zur Einführung der Paddelvignette auf den Markt gebracht.

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Vorteile für organisierte Kanuten:

Mitglieder von Kanuclubs können die Vignetten auch per Sammelbestellung über den ÖKV beziehen.

Online kann die Vignette auf der eigens vom Kanuverband eingerichteten Website www.paddelvignette.at  mittels Bezahlung per Kreditkarte oder PayPal gekauft werden.

Inhaber des EPP (europäischer Paddelpass) erhalten nach erworbener Qualifikation (Weiß, Grün, Blau, Rot, Schwarz) einen Rabatt von 1 bis 5% je nach EPP-Stufe auf die Vignettengebühr, dafür ist für jede Farbe ein spezielles Passwort erforderlich.

Weitere Infos dazu unter diesem Link.

Service für Soulboater-User: Das Passwort für den entsprechenden Rabatt der Qualifikation des roten Paddels  kann unter diesem Link abgefragt werden.

Zur Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen der Vignettenverordnung sind die Bediensteten der zuständigen Behörde, die Polizei sowie Mitarbeiter der Gemeinden/Samtgemeinden, durch deren Gebiet die in der Verordnung genannten Gewässer fließen, berechtigt.

Ordnungswidrig gem. § 104 Abs. 1 Nr. 3 österr. NWG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Verboten und Beschränkungen dieser Verordnung zuwider handelt. Diese Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbuße bis zu 50.000 EURO ersatzweise Haft geahndet werden.

 

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