Overthruster selbstgebaut

Autor: Jan-Peter
14.08.2003
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Playboat-Tuning

Wer kennt das Problem nicht: Du setzt zum Loop an, aber das Boot poppt nicht aus der Walze sondern versinkt im Schaum und du landest kopfüber im Rücklauf. Oder du versuchst dich an Cartwheels und das Boot steigt nicht richtig aus dem Wasser.
Abhilfe schaffen kann da entweder generell das Reduzieren deines Körpergewichts durch eine strenge Diät (nix mehr McDonalds mit den Kumpels nach dem Park'n Play sondern Slim-Fast im Kehrwasser...) oder Aufstockung des Volumens deines Kajaks im relevanten Bereich.



Dieser Bereich sind nicht die Enden des Bootes, die ja möglichst widerstandslos durchs Wasser ziehen sollen und daher möglichst dünn gehalten werden, sondern der Mittelteil im Bereich des Cockpits.



Eine Volumenerweiterung erfolgte bisher entweder durch Erhitzen und nachfolgendem Dehnen des Materials (gefährlich, weil irreparable Schäden entstehen können) oder durch Aufkleben von Foam rund um den Cockpitbereich (häßlich und kann sich mit der Zeit wieder ablösen).
Eine dritte Möglichkeit wird von uns seit einiger Zeit mit großem Erfolg praktiziert: Eine aus wasserfest verleimten Sperrholz geschnittene Holzplatte wird genau nach den Maßen der Sitzluke zugeschnitten, mit Foam beklebt und unter der Spritzdecke auf den Süllrand gelegt.



Der Effekt ist, dass die Spritzdecke bei vertikalen Moves vom Wasserdruck nicht mehr eingedrückt werden kann, im Gegenteil sogar nach außen gewölbt ist und das Boot dadurch ca 10 bis 15 Liter mehr Auftrieb an der optimalen Stelle bekommt.

Wer es einmal probiert, ist begeistert!

Die Details in der Verarbeitung liegen darin, dass am vorderen Ende der Platte ein Zapfen eingearbeitet werden muß, der in ein in den Süllrand gebohrtes Loch greift. Dieser Zapfen darf nur ca 1 cm lang sein, damit sich das Brett beim Notausstieg zuverlässig löst.

Ansonsten kann das Volumen des Foams auf der Platte individuell angepasst werden, Grenzen liegen darin, dass sich irgendwann die Spritzdecke nicht mehr vernünftig schließen lässt.



Mit dieser Methode lassen sich auch ältere Semifloater wie z.B. der Pinball in der Performance wesentlich verbessern.

Viel Spass beim Basteln.

Jan-Peter
© Pics by J-P

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