Die SÖSE, mal kein Banditrun

Autor: Burkhard Esser, Wienhausen
13.12.2017
0 / 0

Brutal reißt mich der Wecker Samstagmorgen um 5:00 Uhr aus meinem wohl verdienten Schlaf.

Sanft prasselt der Regen auf das Dachfenster. Schön es hat nachts weiter geregnet. So besteht Hoffnung, dass die Pegel im Harz nicht gefallen sind.

So, jetzt schnell aufstehen, zuerst die Kaffeemaschine anstellen und dann den PC hochfahren, um die Talsperrendaten zu checken.

Es sieht gut aus, der Füllungsgrad des Sösestausees beträgt 89% und die Wasserabgabe beträgt 6 Kubikmeter.

Die Mitpaddler

Seit Mittwoch beobachten wir die Pegelstände im Harz. Es herrscht Dauerregen und die Pegel sind viel versprechend angestiegen.

Schnell haben sich HKN`ner zusammen gefunden. Die Kommunikation erfolgt über die HKN Kontaktliste, per Telefon und Email.

So hat sich schnell eine kleine, aber feine Truppe Gleichgesinnter zusammen geschlossen. Freitagabend haben wir uns entschlossen die Söse unterhalb der Talsperre zu paddeln. Die große Unbekannte war, lassen die Harzwasserwerke auch noch Samstagfrüh Wasser ab?

Die Weicheier

Die Paddelsachen hatte ich schon am Vortag gepackt. Sie mussten nur noch trockenen Fußes ins Auto geschmissen werden.

Das war wohl nichts, hier habe ich mir das erste mal einen nassen Arsch geholt.

Während der ganze Fahrt nach Osterode hat es stark weiter geregnet. Teilweise bestand Aquaplaninggefahr.

Wohlbehalten bin ich pünktlich bei Doris und Michael angekommen. Kurz nach mir kamen auch meine Mitstreiter an.

Weicheimäßig wurde die Küche kurzerhand zur Umkleidekabine umfunktioniert.

In unserem Alter, der Altersdurchschnitt betrug immerhin 51 Jahre, muss man sich nicht mehr draußen in der Nässe und Kälte umziehen, wenn einem eine  komfortablere Gelegenheiten geboten wird.

Bekloppt genug ist man ja schon bei diesem Sauwetter paddeln zu gehen. Dann soll man sich dieses  auch so angenehm wie möglich gestalten.

Die Söse

Die Söse unterhalb der Talsperre bietet kein brutales Wildwasser,  Der Einstieg bzw. der Ausstieg kann beliebig frei gewählt werden.

Wir haben uns wohl für den sportlichsten Teilabschnitt entschieden. Es wurde der Streckenabschnitt Osterode/Jugendzentrum bis Oberhütte gewählt.

Dieses sind rund sieben Kilometer WW I bis II+ , übergehend auf der Hälfte der Strecke auf einen stark mäandrierenden Wald- und Wiesenfluss.

Besondere Gefahren stellen quer liegende Bäume dar und dass man die Fliesgeschwindigkeit  im allgemeinen und besonders auf dem letzten Streckenabschnitt unterschätzt.

Laufend laden kleine Walzen und Surfwellen zum Spielen ein.

Es hat Spaß gemacht jedes noch so kleine Kehrwasser anzufahren.

Es war ein herrliches Vergnügen diesen Abschnitt zu befahren, oft wird einem diese Gelegenheit nicht geboten.

Aber aufgrund des hohen Füllungsgrad des Stausees und des Dauerregens hatten wir Glück und das schöne an diesem Run im Harz war, dass es kein Banditrun war und wir uns nicht außerhalb des erlaubten, sprich gesetzlichem, bewegt bzw. gepaddelt haben.

Wie heißt es so schön: „Second run-double fun.“ Das haben wir wörtlich genommen und sind gleich zweimal gefahren.

Sechs Kubikmeter sollten es schon sein, sonst wird die Fahrt arg schrappelig, nach oben hin sind fast keine Grenzen gesetzt.

Die Gefahren bei Hochwasser bestehen dann aus rückläufigen Stufen, nicht zu passierenden Brücken im Stadtgebiet von Osterode.

Im Stadtgebiet wird das  Flussbett in Natursteinmauern  eingefasst, sodass ein Anhalten vor Hindernissen sich schwierig gestalten kann.

Fazit der Fahrt, wir kommen wieder!

Text: Burkhard Esser, Wienhausen

Fotos: Burkhard Esser, Peter Oppermann

Voriger Artikel

Weihnachtspaddeln im Harz

Nächster Artikel

Eine kleine Tour auf der Elz