Interview mit Corran Addison

Autor: Soulboater
15.01.2011
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Deutsche Übersetzung - Das Originalinterview in Englisch gibt es auf der internationalen Soulboater.com. Wir haben dieses Interview nach bestem Wissen und Gewissen ins Deutsche übersetzt, können aber nicht garantieren dass jeder Satz auch absolut korrekt übersetzt ist. Schaut einfach zusätzlich auf die Englische Soulboater falls ihr was nicht versteht oder das Original lesen wollt! Viel Spaß!!!

Dieses Interview erschien ursprünglich zu Weihnachten 2004 auf Soulboater.com, aufgrund der aktuellen Diskussion um neue Trends im Wildwasser und Corran Addissons grosses Engagement für den neuen Wassersport SUP finden wir, dass es durchaus auch aus heutiger Sicht nicht an Aktualität verloren hat und veröffentlichen es deshalb erneut.

Interview mit Corran Addison

---------------- Personal ------------------

SB: Du bist in Südafrika aufgewachsen und hast dort auch Paddeln gelernt. Erinnerst du dich an deinen ersten Tag auf dem Bach?

Mein erster Tag? Ich glaube ich war damals zu jung um mich an meinen ersten Tag im Boot zu erinnern. Aber ich habe eine vage Erinnerung aus dieser Zeit. Ich erinnere mich dass mein Vater und seine Freunde an der Rhodes Universität Fiberglas benutzten um ihre eigenen Boote zu bauen. Ebenso erinnere ich mich an den Gestank und den Juckreiz. Ich erinnere mich auch dass wir zum Settlers Dam in der Nähe von Grahamstown, wo wir lebten, gingen und dort auf dem See paddelten. Ich erinnere mich dass mein Vater entschied dass Paddel eine Schränkung benötigen, er schnitt seins durch, baute eine Schränkung ein und verlor es anschließend (es sank!!!). Ich habe eine Menge solcher Erinnerungen aus dieser Zeit, glaube aber nicht dass es einen besonderen Tag gab als ich mich ins Kajak setzte und sagte: „Ich mag das“. Ich glaube nicht dass es jemals die Frage gab, ob ich es mag oder nicht. Mein Vater war mein Held. Er paddelte, und so tat ich das auch.

SB: Wer hat dir das Paddeln erstmals beigebracht, wer gehörte später auf schwererem Wildwasser zu deinen Lehrmeistern? Und angenommen dass niemand je aufhört zu lernen, von wem lernst du heute am Meisten?

Mein Vater war der Erste der mich das Paddeln lehrte, aber ich denke es wäre besser zu sagen dass wir es gemeinsam lernten, da er paddeltechnisch betrachtet auch herzlich wenig konnte. Er war es der mit seinen Freunden zu den größeren Touren unterwegs war, und ab und zu war ich auch eingeladen. 1981 allerdings wurde ich dem Vizeweltmeister in der Kajak-Abfahrt, Jerome Truran, vorgestellt und er hat mich dann praktisch unter seine Fittiche genommen. Jerome war die erste Person die mir wirklich beibrachte wie man anständig paddelt, und vieles von dem was er mir damals beigebracht hat ist die Grundlage meiner heutigen Paddeltechnik. Ich habe das was er mich gelehrt hat weiterentwickelt, aber die Grundlagen sind von ihm. Ich paddle wie Jerome (wenn ihr uns nebeneinander paddeln sehen tätet, würdet ihr den Stil erkennen). Später hatte ich das Glück, einige Zeit mit den Größen Richard Fox, Scott Shippley und dem Olympia Silbermedaillengewinner von 1972, Norbert Sattler, der 2 Jahre lang mein Trainer war, zu verbringen. Ich war sehr sehr glücklich darüber immer von Paddlern umgeben zu sein die besser waren als ich, und so konnte ich immer etwas lernen. Ich war auch umgeben von Paddlern, die mir immer rieten das Erlernte zu hinterfragen, und darauf aufzubauen. Auch die Größen wie John Wassen, Rob Lesser, Markus Schmidt – die Abenteurpaddler aus den 80er Jahren hatten großen Einfluß auf mich, ebenso wie Paul Broussard (welcher vor kurzem starb) und Russ Kullmar, mit dem ich jede Woche über Jahre hin paddeln ging, während meiner Draufgänger Phase.

Ich lerne auch heute noch nach wie vor, aber auf andere Art und Weise. Ich bin ständig von Paddlern jeglicher Art umgeben, die die Besten der besten in den verschiedenen Disziplinen sind, und ich lerne ebenso von ihnen wie sie von mir. Preston Holmes hat mir viel über Surfen beigebracht, Daniel Herzig zeigte mir, wie man mit einer kraftvollen flüssigen Eleganz paddelt. Von Steve Fisher lernte ich seinen explosiven Paddelstil, und Pat Camblin zeigte mir wie man einen Move immer und immer wieder trainiert bis man ihn vollends geschnallt hat. Aber noch öfter sind es die Leute mit denen ich paddeln gehe die mir zeigen was ich von mir selbst lernen kann. Yannick Larouch und sein Bruder Guilhome paddeln sehr oft mit mir und haben einen ähnlichen Stil und Vorlieben auf dem Wasser und so profitiert jeder von jedem. Und immer wenn ich Rusty Sage begegne belebt dies mein Paddeln.

SB: Wie lange hat es gedauert bis du das erste Mal überhaupt den Zambezi gepaddelt bist?

Eine lange Zeit. 1986 fand unsere erste Paddeltour statt. Innerhalb von sechs Tagen schwamm ich vier mal. Brach zwei Paddel und verlor eines… und wurde beinahe aufgefressen. Aber es öffnete meine Augen. Von dieser Zeit an wusste ich, dass ich die Kraft eines Flusses liebte.

SB: Welches sind deine Lieblingsbäche?

Wow, das ist so eine suggestive Frage. Es ist so als ob man fragen würde was du an Frauen am meisten magst? Aber lass es mich so ausdrücken. Ich lebe und paddle jeden Tag in Montreal, das bereits seit 7 Jahren und ich bin weit davon entfernt mich zu langweilen.

SB: Man hört von dir immer wieder coole Geschichten. Eine ist die als du bei den Weltmeisterschaften in Sort gegen Cartwheels protestiert hast in dem du nur Aerials gemacht hast und deshalb vorzeitig aus dem Wettbewerb ausgeschieden bist. War es so unwichtig für dich Weltmeister zu werden, auch wenn du eine große Chance gehabt hättest?

Gut, eigentlich möchte jeder gewinnen. Und so tat ich es auch. Ich habe den Wettbewerb nicht „weggeworfen“.Ich war zwar derjenige der verloren hat. aber ich hatte dermaßen genug von eintönigen endlosen Cartwheel Serien (so wie jetzt von endlosen Butt-Bounce Blunts). Ich setzte vollkommen auf Air Loops und dachte dass ich auf diese Weise sowohl den Titel gewinnen als auch meine Ansichten zum Ausdruck bringen könnte, ohne die ganze Cartwheelvielfalt auf meinem Punkteblatt. Ich war überzeugt davon dass ich dies mit Airloops, Space Godzilla’s, Loops und Grubs machen kann. Dies war aber nicht so. Das war zum Teil meine Schuld, weil ich nicht gut drauf war, obwohl ich mit dieser Taktik nach den Vorläufen unter die ersten 10 fuhr das andere Problem war das Bertungssystem . Uns wurde gesagt dass wenn wir einen Airloop machen, den weiteren Punkt, falls wir zusätzlich einen Space Godzilla machen würden, nicht bekommen. Uns wurde auch gesagt dass wir nur einen Punkt fürs Air oder den Loop bekommen, aber nicht für Beides (wie es eigentlich sein sollte). Im Grunde genommen ging das Bewertungssystem zum Vorteil der Cartwheeler. Aber ich rechnete trotz dieser ernsthaften Beschränkungen damit das ich gewinnen könnte falls ich den Lauf bringen sollte den ich im Kopf hatte. Dies klappte aber nicht und so wurde ich zwar nicht letzter, war aber auch nicht weit entfernt davon ;-). Dies ist mir aber nicht peinlich. Es war wichtiger für mich mein Zeichen zu setzen als zu gewinnen, obwohl ich eigentlich auch gewinnen wollte.

SB: Erzähl uns bitte noch mal von deiner Batman Aktion an den Looking Glass Falls von 1990. Was hast du dir dabei gedacht, und wie hast du darüber gedacht als du danach mit Rückenbruch im Krankenhaus lagst? Wie denkst du heute darüber?

Gut… ähm… yeah! Hm…. Hey, ich kann schwere Sachen heben! Ich bin mir nicht sicher was ich dachte, aber es schien damals eine spaßige Idee zu sein. Als ich danach im Spannbett lag und meine Frau mir vorlas und ich qualvoll gestöhnt habe, und all die Jahre danach wo ich nicht rennen konnte bereute ich es mit Sicherheit, aber zu dieser Zeit schien es eine coole Idee zu sein. Nun wache ich jeden Tag mit schmerzendem Rücken auf. Wenn ich paddle und einen richtig geilen Tag habe fühle ich mich als ob mich ein Lastwagen plattgefahren hat. Es ist kein Spaß, aber nach 15 Jahren mit Rückenschmerzen gewöhnst du dich daran. Es ist jetzt einfach ein Teil von mir geworden.

SB: Manche halten dich für DEN Kajak-Psycho-Freak schlecht hin, kannst du dir vorstellen warum?

Weil ich hässlich bin?

Ich denke dass es wahrscheinlich ungewöhnlich für einen ist, selbst nach 30 Jahren Paddeln genauso aufgeregt zu sein wenn man paddeln geht, wie in den ersten Jahren. Ebenso wie genausoviel Zeit damit zu verbringen vom Paddeln zu träumen und über neue Wege nachzudenken meine Erfahrungen noch cooler und spaßiger zu gestalten, als ich noch ein Teenager war. Ich denke dass es diese Art Enthusiasmus und Motivation ist. Hin und wieder mache ich etwas sinnvolles, glaube ich ;-)

SB: Was willst du beim Paddeln noch erleben? Gibt es da überhaupt noch etwas was du bislang nicht erreicht hast und worauf du dich jetzt konzentrieren willst?

Ja Mann, Ich bin immer noch nicht so gut wie ich eigentlich gerne sein würde. Ich muss noch so viel lernen… Es ist so als ob man gerade die Oberfläche von etwas ankratzen würde was in einem Kajak in ein paar Jahren möglich sein wird. Es wäre schön 10 Jahre jünger zu sein, aber ich bin noch jung genug um auch weiterhin maßgeblich Einfluss auf das Ganze zu haben.Wir sind in Richtung Air gegangen, und gerade gehen wir in Richtung Geschwindigkeit. Ich glaube dass es eine wahre Fülle in Sachen Akrobatik geben wird wenn man lernt, beides miteinander zu kombinieren.

SB: In älteren Interviews haben wir schon vieles über deine Leidenschaft zum Snowboarden gehört, und einige von uns erinnern sich an Riot Snowboards. Heute sieht es so aus als ob das Wellenreiten diesen Platz eingenommen hat. Wie beschreibst du die Rolle welche Hobbys (außer Paddeln) in deinem Leben spielen?

Sie spielen eine große Rolle. Wer möchte schon auf einer einzigen Hochzeit tanzen? Ich liebe Kajakfahren und wie sehr es mein Leben bereichert, aber ich war noch nie allein vom Paddeln besessen. Als Kind segelte ich mit Hobicats. Ich boarde seit 16 Jahren. Ich bin fanatischer Skateboarder und Inlineskater… Und vor vier Jahren entdeckte ich das Wellenreiten. All diese Aktivitäten machten bisher etwa 50% meiner Freizeit aus, die anderen 50% das Paddeln, und jetzt ist es nicht anders. Bei Dragorossi ist es toll weil die Jungs mich richtig anspornen diese Dinge zu entwickeln und auch gewillt sind, in sie zu investieren. So kann ich mein Surfhobby ebenso zum Geschäft machen und das ist wirklich genial.

SB: Einige vermissen das alte Rebellen Image von Riot aus dem Jahr ca. 1997-2000. Während du in der Vergangenheit mal erwähnt hast dass es zum Teil auch eine Marketingstrategie war, spiegeln deine Proteste, Innovationen und so weiter einen Teil von dir selbst wieder. Dürfen wir annehmen dass die italienische „High Style Strategie“ die man mit Dragorossi verbindet selbstreflektierend zu deiner eigenen Persönlichkeit ist?

So, ihr glaubt also ich hätte ein wenig italienischen Charme und Stil, hä? Cool. He he. Ich denke das vieles von Riot’s Image auf meinem Enthusiasmus basierte. Nicht so sehr das wieso und warum, sondern vielmehr den Enthusiasmus welchen ich heineinsteckte. Nicht die Art des Krachs die man macht - meine Stärke so denke ich, war so viel wie möglich davon zu machen. Ich bin selbst immer wieder überrascht über die ganzen Dinge die ich anpacke, und ich liebe es darüber zu reden und es der Welt zu erzählen. Ich denke dass es diese Energie ist, welche die Leute bei Riot vermissen werden, mehr als WAS die eigentliche Aussage war. Wenn man sich das alles so anschaut wird man meine ganze Begeisterung nun bei Dragorossi finden. Wir sind zur Zeit immer noch dabei uns zu formen, feilen an unserer Identität, und es wird sich über die Zeit entwickeln. Genauso energisch wie ich damals bei Riot auftrat werde ich dies nun bei Dragorossi tun.

SB: Was ist mit den Mädels?

Was mit denen ist? Könnt ihr ein Geheimnis für euch behalten? Gut. Ich auch.

------------ Extrem-Paddler, Rodeo-Ass ----------------

SB: Hast du eine feste Gruppe mit der du paddelst? Mit wem bist du am liebsten unterwegs?

Ja, habe ich. Aber das sind zwei verschiedene Fragen. Am meisten paddle ich mit Yannick Larouche und Olivier Langeudoc. Aber ich mag es auch sehr mit David Arnaud, Rusty Sage und Steve Fisher zu paddeln. Genauso mit Arnd Schäftlein. Mit Paul Lindseth zu Paddeln und Abzuhängen ist immer ein Riesenspaß, genauso mit Daniel Herzig, Billy Harris und Pat Camblin. Am häufigsten bin ich aber mit den Locals unterwegs.

SB: Gefährlichste Situation bisher?

Der Tornado auf der Outdoor Retailer 2000 in Salt Lake City. Ich weiß nicht so recht, es gab schon ein paar wirklich haarige Situationen, aber ich kümmere mich nicht so sehr drum. Ich bevorzuge es die gefährlichen Situationen auf einem Minimum zu halten, aber es gab halt ein paar wo ich wirklich dachte „naja, das war’s dann wohl. War ein netter Run…“ und dann zog mich irgendwas oder irgendwer dort raus.

SB: Was für Extrembäche möchtest du noch in Zukunft fahren? Gibt es Bäche die du schon befahren hast um keinen Preis wieder paddeln möchtest?

Nicht wirklich Flüsse die ich nie wieder fahren würde, aber es gibt einige Katarakte von denen ich mich fern halten werde. Nunja, ich möchte wieder mehr in Richtung Expeditionspaddeln, und so habe ich einige auf meinem Plan fürs kommende Jahr.

SB: Du hältst den eigentlichen Weltrekord durch die Befahrung eines 33m hohen Wasserfalls in Frankreich. Warum ist dieser Rekord inoffiziell und hast du Pläne den offiziellen Weltrekord, den derzeit immer noch Tao Berman für sich beansprucht, zu überbieten?

31m um genau zu sein. Er ist nicht offiziell weil Guiness um ihn anzuerkennen fordert, dass er von einem Polzisten, Feuerwehrmann, oder so ähnlich bezeugt werden muss. Er muss ebenso durch deren eigenes Meßsystem vermessen sein, usw und so fort. Während es noch sechs von uns waren die ihn zwei Wochen zuvor gescoutet haben (auch Jerome Truran und seine Frau Morna Frazer), war es nur ich allein der zurückkam und ihn tatsächlich befuhr als ich mit dem Kajak auf einer Tour quer durch Frankreich war. Ein Local nahm ein Foto auf und schickte es mir zu. Beschissen nur, dass es auf einer meiner zahlreichen Reisen verloren ging. Vergesst nicht, zu dieser Zeit taten wir Sachen um sie zu machen, nicht um im nächsten Kajakvideo zu sein, so dachten wir einfach nicht weiter damals. Heutzutage wären es 20 Kameras und ein Paddler.

Ich habe keine Pläne irgendwelche Rekorde zu brechen, aber wie ihr wisst, Fisher’s Wasserfall in Ontario ist höher als Tao’s. Genauso wie ich kümmert er sich nicht drum ihn „offziell“ gesprochen zu bekommen. Ed ist leider geschwommen, somit ist sein Rekordversuch ungültig. Du musst dich von der Basis wegbewegen damit dein Rekord zählt. (etwas was Shaun Baker und ich vor Jahren diskuttiert und dann entschieden haben, dass es eine der Regeln werden sollte).

SB: In End Game wird deine Erstbefahrung einer extremen Passage auf der obersten Sorba gezeigt. Wie bereitet man sich mental für solche Sachen vor? Hast du immer einen Plan-B für den Fall der Fälle dass es nicht so läuft wie es eigentlich laufen sollte oder einfach nur pures Gottvertrauen in Dich und dein Material?

ICH BIN GOTT! Oder wenigstens, wenn ich in meinem Kajak sitze und etwas wie dieses hinunterrutsche, bin ich das nächste Induividuum zu Gott welcher dort von irgendeiner Bedeutung sein kann. Aber es ist eher wie ein Griechischer Gott. Fehlbar, und oft in Bedürfniss von Hilfe. Grundsätzlich mache ich keine Befahrungen die auf einer guten Sicherung aufbauen. Entweder kann ich es oder ich kann es nicht. Wenn ich mir nicht absolut sicher bin, umtrage ich. So scoute ich, studiere es und analysiere meine Chancen, dass ich absolut meine Linie durch den wichtigen Teil des Kataraktes einhalten kann. Normalerweise machen wir uns weniger Sorgen über die Konsequenzen, aber die Krux gibts nunmal. Plan B ist deinen Tod auf Film zu bekommen!

SB: Wieso hast du eine eigene WW- Bewertung (I-VI ~ a/b/c) entworfen? Inwieweit siehst du sie inzwischen bei den Paddlern akzeptiert?

Weil das standardmäßige System im ganzen gesehen absolut ungenau ist. Es ist wie wenn jemand sagen würde, „draußen ist es kalt“, wenn es minus 20 grad mit minus 40° kaltem Wind hat und es herrscht Schneetreiben, Glatteis auf den Straßen und null Sicht. „Wie sieht es draußen jetzt wirklich aus?“ „Kalt!?!“ – Für mich ist das eine sinnlose Antwort!! Im Wesentlichen zeigt mein System genau das es draußen minus 20 grad hat, mit –40° kaltem Wind und 0 Sicht. Ich weiß das viele Paddler mein Bewertungssystem verwenden und es gibt natürlich einige, die das nicht wollen. Es reicht ihnen wenn man ihnen sagt dass es „kalt“ draußen ist. Das ist okay…. Meine Idee war, Dinge sicherer und informativer zu machen, sodass alles einfach mehr Spaß macht. Man kann den Leuten nichts aufzwingen, wenn sie lieber im Dunkeln tappen wollen, ist das ihr Problem. Man kann jemandem zeigen wie man es besser machen könnte, aber man kann niemanden dazu zwingen es auch wirklich zu tun.

SB: Nicht alle Paddler wissen dass du früher ein äußerst erfolgreicher Slalompaddler und sogar Finalist bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona warst. In wie weit beeinflusst einen die solide Bootsbeherrschung als Slalompaddler im extremen Wildwasser, und bei Freestylecontests in Sachen Wettkampfgeist?

Meine grundlegenden Salom-Techniken wurden mir anfangs von Jerome Truran, dann von Fritz Haller und später von Norbert Sattler zusammen mit Fox und den anderen Jungs beigebracht. Jedem der mich schon einmal neben Anderen paddeln gesehen hat ist aufgefallen, dass mein Paddelstil sehr vom Slalomstil beeinflusst ist. Ich sitze nicht zurückgelehnt im Rückengurt, und ich bestimme wo es lang geht, nicht immer nur der Fluß. Es gibt sicherlich andere Wege mit seinem Können an die gleiche Stelle zu gelangen, aber ich bin absolut davon überzeugt dass ich nicht annähernd ein so guter Paddler wäre wenn ich nicht für die Olympischen Spiele trainiert hätte. Verglichen mit den Olympischen Spielen, zehrt kein Freestyle Wettbewerb auch nur annähernd dermaßen an den Nerven, das steht fest. Alles nach Barcelona war ein Zuckerschlecken. Das hat dazu beigetragen, dass ich als Wettkämpfer immer so gut abgeschnitten habe......weil ich eben nervlich nie so angespannt war.

SB: Was hat es mit dem Gerücht auf sich dass du nächstes Jahr beim Lyon River Festival im Spiderman-Kostüm gegen die Freestyle-Konkurrenz antrittst und diese mit „Megaerial-Moves“ schocken willst? ?

Ihr habt Eure Fragen aber quer durcheinandergemischt. Ich komme als Spiderman verkleidet und werde jedes Mädel küssen, das ich finde, und die entweder Mary oder Jane heisst. Pat darf den Event gewinnen. Ich werde nach Mary schauen. Oder war es Jane…?

SB: Einige Freestyleprofis wie z.B. Tobias Bersch benutzen einen ausgefeilten Trainingsplan nach dem sie ihr Leben ausrichten. Wie schaut das bei Dir aus?

Jedem das Seine. Jeder Slalom-Paddler würde dir sagen, dass das „Freestyletraining“ gegenüber dem „Slalomtraining“ mehr oder weniger ein Witz ist. Wir trainierten nicht annähernd auf so eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit hin, sondern mehr auf Technik. Es ist wichtig eine gute Technik zu beherrschen, vor allem dann wenn es einmal heiß hergeht. Aber wenn Tobias das Training etwas hilft, warum nicht. Er ist sicherlich ein guter Paddler.

SB: Glaubst du, dass du dich noch immer an der Spitze befindest wenn es darum geht neue Moves zu erfinden? Kürzlich hast du erzählt dass du neue Wellenmoves entwickeln möchtest. Hast du schon neue Tricks auf Lager?

War ich jemals an der Spitze? Wer weiß, aber ich habe einige der letzten Moves entwickelt. Spencer Cook brachte es auf den Punkt als ihn sein Vater fragte, was eigentlich der springende Punkt bei mir ist. Er sagte dass „nicht Corran irgendwas von dem besser macht als all die anderen, es ist nur so dass Corran es immer vor allen anderen tut“. Ironischerweise stoßen meine Aktionen jedesmal wenn ich was Neues mache immer auf große Empörung. Als ich damit anfing Carthwheels zu entwickeln waren „Pirouetten“ gerade In, und ich wurde auf Events eliminiert. Als jeder cartwheelte, machte ich Flatspins und Blunts, und wurde geschlagen. Als ich Airblunts machte waren immer noch alle am cart- und splitwheelen. Nun sind sie alle beim Airblunten, und ich gehe wieder weiter. Wird die Masse wieder folgen (und die Pro’s)? Wer weiß? Wen kümmerts? Ich sehe es so wie ich das Paddeln sehen will – eine Kombination aus Geschwindigkeit, Kraft und die Nutzung des ganzen Bachs, nicht nur ein 1m breiter Abschnitt davon. Das ist wie ich mein Paddeln sehen will. Vielleicht möchten das andere auch, vielleicht auch nicht. Die Zeit wird es zeigen, aber ich denke dass dies in 3 Jahren ab nun an zum Standard gehören wird und all die „Nein-Sager“ von heute so tun werden als ob es schon immer so war – mal wieder ?. Wir werden sehn.

---------------Designer------------------

SB: Deine Bootsdesigns waren von Anfang an radikal. Warum?

Weil ich Überflüssiges hasse! Wenn ich schon ein zuverlässiges Boot gebaut habe, warum sollte ich es noch mal machen? Dies ist umso so wichtiger, wenn ein anderer schon ein zuverlässiges Boot gebaut hat. Ich will keine Kopien machen. Es bleibt also nur eine Option: Innovation. Der Begriff Innovation meint nicht unbedingt “for experts only” (in der Tat sind die Experten oft gar nicht an Innovationen interessiert), sondern er meint lediglich, dass etwas radikal von der Norm abweicht. Nimm z.B. den Disco. Er ist wahrscheinlich eines der unkompliziertesten Boote, die jemals gebaut wurden. Für seine Zeit war er jedoch radikal. Alle Leute in Zweivierziger-Booten sahen mit Abscheu auf den zwei Meter langen Disco herab. Erst nachdem (!) die EZ-Serie und der Sub7 herauskamen, begannen die Leute den Disco zu würdigen. Vorher war er nur irgend so ein radikales, disfunktionales und verrücktes Addison-Vehikel, das man nicht ernst nehmen musste. Mein Kajakdesign ist vom ersten Tag an einem einzigen vorherrschenden Prinzip gefolgt: Was kann ich tun, das in dieser Bootsklasse nicht schon ausprobiert worden ist? Und immer dann, wenn du dir diese Frage stellst, weicht das Ergebnis zwangsläufig von dem ab, was die Masse erwartet und akzeptiert.

SB: YDeine gestalterischen Wurzeln liegen bei den Firmen Perception, Prijon und Savage (mit einem kurzen Intermezzo bei Dagger). Wie viel Freiheit hat man dir bei Riot gelassen, um deine Ideen umzusetzen?

Am Anfang hatte ich bei Riot die totale Freiheit. Der Hammer war das Boot, das ich machen wollte. Beim 007, Glide und Disco war ´s genauso. Bei jedem dieser Kajaks hatte ich die totale gestalterische Freiheit. Nach dem Disco wollte ich den Wave machen und damit begann der allmähliche Niedergang. Der Booster war ebenfalls meine Idee, aber ich musste bereits einige Zugeständnisse machen. Die Prototypen des Airs sahen dem Vibe (Necky) sehr ähnlich, aber ich wurde gezwungen, ihn zu entschärfen. Das gleiche geschah mit dem Turbo. Das sind alles großartige Boote, aber sie alle hätten besser sein können, wenn mir die Möglichkeit gegeben worden wäre, sie nach meinen eigenen Vorstellungen zu bauen. Ich hatte jedoch Buchhalter und “Marketingleute”, die noch nicht einmal Kajakfahrer waren und mir erzählten, ich solle dieses oder jenes verändern. Sogar der Tekno, den Arnd und ich zusammen designt haben, war ursprünglich wesentlich radikaler als das letztendlich produzierte Boot. Dies ist der Hauptgrund, weshalb ich ging bzw. gezwungen wurde, zu gehen. Einen Buchhalter zu haben, der mir sagt, wie man ein Boot zu designen hat, ist so als ob ich einem Buchhalter sagen würde, wie er seine Bücher zu führen hat - Keine gute Idee, kann ich dir versichern. Deshalb war ich schließlich gezwungen, zu gehen. Aber jetzt bin ich wirklich froh (und es ist lange her, dass ich das letzte mal wirklich froh war). Die Jungs von Dragorossi geben mir die absolute Kontrolle.

SB: Hast du während deiner Zeit bei Riot jemals ein Boot gebaut, mit dessen Form du wirklich zufrieden warst und die dann genauso produziert wurde?

Sicherlich – der Glide, Dico, 007, Hammer… und der Boogie. Alles großartige Boote, die so produziert wurden, wie ich es vorgesehen hatte.

SB: Wie ich es verstanden habe, ist es im Falle von Savage, Riot und Dragorossi so gewesen, dass du und ein Partner die Firma gründeten, damit du die Freiheit haben solltest, Boote nach deinen Vorstellungen zu bauen. Worin unterscheidet sich Dragorossi von den anderen Firmen?

Man lernt aus seinen Erfahrungen. Eine sehr einfache Sache. Mein Vertrag beinhaltet es. Wenn ich gezwungen werde, irgendwelche Veränderungen an einem Boot vorzunehmen, ist das eine Verletzung meines Vertrages (und eine sehr teure obendrein). Allerdings haben die Jungs bei Dragorossi gesehen, was bei Riot passiert ist – die deutliche Verschlechterung des Ansehens und der Marktposition ab 2000 – und sie haben erkannt, warum dies geschah. Sie konnten sehen, wie Riot innerhalb von gerade einmal zwei Jahren ein Großteil seiner Marktanteile verlor. Ich denke deshalb nicht, dass sie denselben Fehler machen würden, selbst wenn ich dies nicht in meinen Vertrag geschrieben hätte.

SB: Was war deiner Meinung nach das coolste Boot, das du bei Riot designt hast? Welches ist das coolste, das du jemals designt hast, abgesehen von der Marke? Welches ist das revolutionärste Design in deiner Bootspalette?

Das sind eine Menge Fragen. Coolest - Nun gut, der Glide war das innovativste. Die erfolgreichste Innovation war der Disco. Aber das innovativste Boot, das nie produziert wurde, war der Wave (der später zum Flash wurde). Ich würde sagen, dass das innovativste Kajak wahrscheinlich der Fury war. Nicht zuletzt war es das Design, das jene Revolution einleitete, auf der alle modernen Bootsformen basieren (das Grundkonzept, nicht die spezifischen Designmerkmale). Ich denke jedoch schon, dass der Squashtail ein großer Sprung in der Entwicklung ist, zumindest ist er nicht weit davon entfernt.

SB: Welches ist dein beliebtestes Dragorossi Boot?

Nun gut … „beliebtestes“ meint eine Menge Dinge. Beliebtestes zum Paddeln? Der Squashtail. Beliebtestes? Der Stinger, weil er unser Verkaufsschlager wird. Letztendlich entscheidet immer das Geld ,-).

SB: Was macht für dich ein Kajak perfekt? Oder im Hinblick auf den Entwicklungsstand bei Dragorossi: Was muss ein Kajak für dich haben, dass du mit ihm zufrieden bist und sagst: „Ich habe das vollendet, was ich mit diesem Boot vollenden wollte?"

Die Parameter eines Designs müssen neu definiert werden. Beispielsweise sind Freestyle-Kajaks entweder mit etwas mehr Kielsprung ausgestattet (dann sind sie leicht einen Fluß hinunterzupaddeln, dafür jedoch langsam und träge), oder sie besitzen weniger Kielsprung (dann sind sie schnell und flink, aber auch schwer zu paddeln und keine großartigen Riverrunner). Der Fish besitzt wahrscheinlich den meisten Kielsprung aller Zweimeter-Kajaks, die auf dem Markt sind. Außerdem ist es das schnellste Zweimeter-Kajak auf dem Markt. Somit habe ich mein Ziel erreicht und den Status quo bei den „Butt-Bouncern“ gebrochen. Der Fish bounct weiterhin großartig, gleichzeitig besitzt er für ein Freestyle-Kayak wirklich gute Carvingeigenschaften. Er ist ein großartiger Riverrunner und ein phantastisches Park-`n-Playboat. Ich war ausgezogen, die Summe aller Parameter des „Stummelboots“ neu zu definieren und ich denke, ich war damit erfolgreich. Das ist natürlich nur ein Beispiel.

SB: Wir haben einige von den Beiträgen über die 2006er Boote im Dragorossi-Forum gelesen. Habt ihr schon eine Vorstellung, was die 2006er-Boote angeht?

Alle 2006er-Boote gibt es bereits als Prototypen. Ich habe schon eine Vorstellung, was ich 2007 machen möchte, aber bis die 2006er-Boote fertig gestellt sind, werden es noch reine Gedankenspiele bleiben. Es handelt sich jedenfalls um recht nette Sachen. Ähnlich wie beim Fish wird es notwendig sein, aufgrund der Klassifizierung eines Bootes einige Anpassungen an den Designparametern vorzunehmen.

SB: Bislang gibt es in Bezug auf das Volumen keine Dragorossi-Boote für leichtere Paddler oder Frauen. Was können wir in dieser Beziehung erwarten?

Nun gut, sowohl die Boote für leichtere als auch die für schwerere Paddler fehlen, aber mit dem Stinger und dem Pintail werden auf jeden Fall letztere berücksichtigt. Zu gegebener Zeit werde ich mich mit dem Rest beschäftigen, aber natürlich nur, wenn ich eine wirklich originelle Idee habe. Ich möchte nicht irgendwelche „Cookie-Cutter“-Boote raushauen, die diesem oder jenem passen.

SB: Denkst du, dass es einen Retrotrend geben wird, weg von den kurzen Booten und zurück zu einem schnittigeren Design?

Mal halblang… Das werde ich euch bestimmt nicht erzählen. ;-)

SB: Ist es für dich wichtiger, radikale, neue Boote zu bauen, konzentrierst du dich mehr auf die Verbesserung der Ausstattung oder ist Innovation eine Gesamtstrategie für dein Design?

Die Ausstattung ist etwas, das jeder alljährlich radikal verändert. Das neue und großartige System wird einfach in einen anderen Klon gepackt. Die Innenausstattung ist extrem wichtig (sie ist mit einem Skistiefel auf einem Ski zu vergleichen). Hast du jedoch erst einmal ein System, das funktioniert, dann lass es so. Unser Ausstattungssystem ist meiner Meinung nach konkurrenzlos gut, weil es so wie eine Skistiefel funktioniert – es lässt sich öffnen, um rein und raus zu kommen, und dann kann man sich mit den Ratschen (oder Gurten) fixieren. Darüber hinaus spielt es keine Rolle, wohin du deinen Sitz stellst, da das System immer mitwandert. Kombiniert mit den Vorteilen der Hüllenform erhältst du das optimale Ergebnis.

SB: Welche Art Freestyle-Bootsformen werden wir in 10 Jahren haben? Was wird sich grundsätzlich ändern?

Puh… Das ist eine mutige Frage weil ich schon Ideen habe wo wir zu dieser Zeit sein werden und was wir ändern wollen, aber ich habe nicht die Absicht dies unseren Mitbewerbern zu verraten.

SB: Der Tekno war damals Dein und Arnds non plus ultra Surfkonzept als du noch bei Riot warst. Was unterscheidet den Tekno von deinem neuestem high-end Surfdesign, dem Squashtail? War beim Tekno down the line carving auch schon ein designkriterium? Haben sich deine Präferenzen bis heute was ein Boot können sollte geändert?

Tatsächlich war der Tekno nie die "absolute" Surfmaschine. Ich hatte stattdessen das Wave-Projekt. Arnd hatte einen gutes Surf- und Walzenboot (den Tekno). Als Eskimo es ablehnte diesen zu bauen, packten wir die Gelegenheit am Schopf Arnd für Riot zu bekommen. Im wesentlichen managte ich es, das Tekno-Projekt von den Schreibtischhängsten abgesegnet zu bekommen und Arnd dazu zu bewegen bei Riot zu unterschreiben. Als ich nun das Boot hatte, versuchte ich so viel vom Wave wie möglich in den Tekno einfließen zu lassen, natürlich mit Genehmigung von Arnd, da es sein Design war. Er war dafür, allerdings wurde uns von oben gesagt, dass wir den Rocker zu erhöhen haben und die Kanten umbauen sollen. Ironischerweise waren Arnds und mein eigener Tekno keine Standard-Boote. Wir nahmen den Rocker am Heck raus und zogen die Kanten der Seitenwände weiter nach innen (so wie bei den Prototypen). Somit paddelten wir eigentlich nie ein Boot von der Stange. Es war ein klasse Boot, keine Frage, aber es hätte besser sein können.

SB: Wie stehst du zu deinem langjährigen Freund Eric Jackson? Tauscht ihr untereinander Ideen aus oder habt ihr immer noch vollkommen verschiedene Konzepte und Ansprüche an eure Designs?

EJ ist ein super Typ! Ich mag diesen Kerl. Wir verbringen immer eine tolle Zeit zusammen. Designtechnisch haben wir völlig unterschiedliche Ansichten. Für nahezu alles woran er bei seinen Designs festhält habe ich kein Interesse, und umgekehrt genauso. Daraus resultiert das wir beide nicht viel von den Booten des anderen halten, glaube ich. Allerdings bleiben wir so gut es geht bei anderen Gesprächsthemen als beim Design. Wir gehen lieber zusammen paddeln, gut Essen und Trinken und haben unseren Spaß. Und so sollte es auch sein.

SB: Kommt Steve Fisher ins DragoRossi Team? Welche bekannten Paddler hättest du gerne im Team?

Vermutlich nicht, so sehr ich ihn gerne in meinem Team hätte. Erstens können wir ihn uns nicht leisten, und ob wir es mögen oder nicht müssen wir akzeptieren dass Paddler dort hin gehen wo das Geld ist, nicht wo die Designs sind (die meisten, aber nicht alle). Steve ist gut bezahlt und er ist auch jeden einzigen Cent davon wert. Es gibt einige Paddler die ich mag, aber nochmal, wenn ich die Wahl hätte ein paar Paddlern 30000 U$ zu zahlen oder eine neue Form zu bauen, würde ich die neue Form bauen. So suchen wir uns einfach Paddler aus, die das beste Boot haben möchten und nicht wegen des Geldes da sind, aber auch hier sind wir eingeschränkt. So ist das Leben.

-------------Wellenreiter --------------------------------

SB: Mit Arnd Schäftlein warst du vor ein paar Jahren auf Hawaii um mit dem Kajak Jaws am North Shore zu surfen. Keine Angst vor 20m hohen Wellen oder zählt eher „No Risk, no Fun“?

Nein, ich lebe nicht nach diesem Motto, aber ich setze gerne einem gewissen Risiko aus um ein Ziel zu erreichen, und dies ist eines davon. Das letzte Mal waren wir nicht erfolgreich, aber das Projekt ist noch immer aktuell. Ich komme wieder.

SB: Wie surft man mit dem Kajak Jaws, habt ihr auch eine Jetski-Safety, die euch auf die Welle zieht bzw. wieder von ihr runter holt, wie die Big-Wave-Surfer?

Natürlich muss man raufgezogen werden. Ich habe 1997 damit angefangen mich von Motorbooten im Kajak ziehen zu lassen. (Erst waren es Zodiac Schlauchboote, später immer öfters Jet-Ski’s). Und natürlich braucht man beim Jaw Surfen einen Jet Ski als Sicherheit, der einen wieder dort raus holt.

SB: Bei Dragorossi baust du ja nicht nur Kajaks. Wie wichtig ist Wellenreiten für dich?

Sehr wichtig…Es ist meine neue Liebe. Kajaks sind meine Frauen. Ich liebe sie. Aber jeder braucht eine Geliebte und das ist bei mir Wellenreiten. Der Unterschied zum realen Leben ist dass meine „Frau“ kein Problem damit hat. ;-)

--------------Globetrotter----------------------------SB: Nachdem du jetzt für Dragorossi arbeitest, wie oft bist du daheim in Kanada? Werden wir dich nun öfters in Europa sehen?

Ich bin alle paar Monate in Europa und es macht mir Spaß. Meine Italiener brauchen Arbeit, aber die bekommen sie schon.

SB: Wenn du so durch die Welt reist, erkennst du einen Unterschied der verschiedenen Paddlerszenen in den verschiedenen Teilen der Erde? Na klar, die verschiedensten. Aber die Ähnlichkeiten fallen eher auf, als die Unterschiede. Was mich absolut umbringt sind Leute die bei -5°C auf Wildwasser 1 paddeln gehen… Wie in Norddeutschland. Ich würde mir lieber meine Zähne ziehen lassen!

SB: Welches ist dein absolutes Lieblingsland zum Paddeln?

Kanada

---------------Filmemacher -------------------------------

SB: Sieht so aus das Imagine Inc letztes Jahr ziemlich ausgelastet war. Du bringst derzeit alle möglichen Filme raus, z.b. Air Force 1, River Surfing 101, Space Ship 1, Legend of the Falls und Risking Life. Wieviel Zeit nimmt das alles in Anspruch und woher nimmst du diese?

Ich bin mehr oder weniger ein „Ein Mann Betrieb“, demnach ist es ein Haufen Arbeit. Ich habe Schlafstörungen und schlafe nicht mehr als vier Stunden pro Nacht, somit kann ich einiges erledigen. Ich arbeite auch sehr effizient. Im wesentlichen produziere, filme, schneide, vermarkte und verschicke ich die Filme selbst. Natürlich mit Hilfe einiger Paddler die den Sommer über immer wieder hier vorbeischauen und von mir Arbeit aufgebrummt bekommen.

SB: Was können wir von Dir in Zukunft erwarten?

Space Ship 1 und Risking Life kommen bald raus, aber sicher auch ein End Game ähnlicher Film. Aber das ist noch ein Geheimnis.

SB: Gibt es derzeit ein Video auf dem Markt das den „Spirit of Kayaking“ deiner Meinung nach wirklich einfängt. Was bedeutet „Spirit of Kayaking“ für dich?

Ja. Mothership Connection war großartig. Paddle Quest genauso. Und ich denke Sick Line 3 ist sehr gut. Aber es gibt viel zu viele und ich habe nicht so viel Zeit um sie mir alle anzuschauen.

SB: Wir sind am Ende unseres Interviews. Hast du noch eine Botschaft für die Freestyle und Wildwasserpaddler da draussen?

Ja Mann, haltet die Interviews kürzer. Wow.

SB: Corran, wir danken Dir dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast und wünschen dir weiterhin viel Erfolg mit allem was du tust. Pass auf dich auf und mach keinen Mist ;-)

Gerne!

Corran

www.2imagine.net

www.dragorossi.com

Alle Photos © 2imagine.net, Corran Addison

Interview geführt von Soulboater.com

Darko Pelikan, Ian Brown, Andreas Stockinger, und Achim Jüttner

Deutsche Übersetzung: Darko, Nils, Stocki.

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