Plattling Rodeo und Deutsche Meisterschaft im Freestyle 2008

Autor: Jutta Kaiser
23.04.2008
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Plattling Rodeo und Deutsche Meisterschaft 2008

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 - Nach 2 Jahren Pause war es endlich mal wieder soweit: Robert Sommer aka Robson holte die internationale Kanu-Freestyle Gemeinde am 19./20. April nach Plattling, um dort die Rodeo-Saison 2008 zu eröffnen. Doch natürlich erhielt Robson als Hauptveranstalter weitere Unterstützung aus der Szene und so beteiligten sich ebenso die Firmen Blue&White, Teva, °hf , Sweet und der Badka (Badischer Kanushop) am gelungenen Saisonauftakt.

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Der erste Wettkampf des Jahres war dann auch direkt für alle Beteiligten mehr als nur eine Standort-Bestimmung. Ging es doch um den Titel der Deutschen Meister 2008 und damit auch um die Qualifikation für die im Juli in Spanien stattfindende Europameisterschaft.

Zusammen mit den deutschen  Paddlern kämpften zudem Freestylefahrer aus 4 weiteren Ländern (Österreich, Tschechien, Slowakei und den Niederlanden) um den Sieg bei der Veranstaltung.

Bereits am Freitag füllte sich die Wiese an der Isar in Plattling zusehends mit Paddlerautos und Zelten und bei bestem Wasserstand und angenehmen Außentemperaturen legten viele Kajakfahrer noch eine letzte Trainingseinheit vor dem Wettkampf ein. Natürlich gab es hier auch schon die ersten Spekulationen auf mögliche Sieger und viele nutzen die Chance, den Konkurrenten noch einmal auf die Finger zu schauen und die eigene Taktik für die Vorläufe am Samstag festzulegen.

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Gut über 70 Starter hatten sich zu dem Event angemeldet und im Programm für Samstag standen alle Vorläufe in den sechs Kategorien (K1 Damen und Herren, Junioren weiblich und männlich, C1 und OC1) sowie die Halbfinale. Ein voller Tag für die Veranstalter: doch dank professioneller Arbeit aller Beteiligten verlief alles wie am Schnürchen.
Das Team um Robert Sommer hatte für eine perfekte Infrastruktur gesorgt und kümmerte sich mit Gegrilltem und heißen und kalten Getränken um das leibliche Wohl aller Anwesenden.

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Ingrid Schlott als Organisatorin und Team-Captain der Deutschen Mannschaft sowie Sprecher Arnd Schäftlein zeigten ihre ganze Routine und stellten sicher, dass sich sowohl die alten Hasen der Freestyleszene als auch die Rodeo-Neulinge rechtzeitig zu ihren Läufen im Kehrwasser einfanden.

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Herbert Hummel, der extra mit seiner Schiedsrichter-Anlage angereist war und ein internationales Team erfahrener Schiedsrichter waren dann zum Teil aufs Höchste gefordert. Denn die Vorläufe wurden im „Session-Format“ ausgetragen: je 5 Paddler hatten 10 Minuten Zeit, um nacheinander immer wieder in die Walze zu fahren und dort ihre Tricks zu zeigen. Vor allem bei einigen hochkarätig besetzten Heats bei den K1 Herren gab es hier für die Judges keine Verschnaufpause. Am Stück wurden die „dicken Tricks“ wie Mc Nasty, Phoenix Monkey, Space Godzilla gezeigt und die Endpunktstände gingen oft bis an oder über die 1000er-Marke.

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Neben dem Slowaken Peter Csonka waren natürlich die Strohmeier Brüder sowie die Augsburger Freestyler rund um Daniel Krummreich diejenigen, die den vielen jungen Paddlern bei der Veranstaltung eindrucksvoll zeigten, wie man die Moves mit Höchstschwierigkeit sogar noch direkt verbindet und als Kombination fährt.

Eine tolle Motivation für die jungen Paddler, die teilweise aus Gegenden der Bundesrepublik angereist waren, die traditionell noch nicht zu den Rodeo-Hochburgen zählen. So gibt es z.B. seit 2007 das Freestyle-Team Baden, das unter der Leitung von Helmut Wolff bereits einige Erfolge aufweisen kann. Die Jugendlichen aus Baden, die in ihren Teamjacken schon von weitem sichtbar waren, sind ganz eindeutig vom Paddel- und Freestylevirus infiziert und nutzten die Gelegenheit am Wochenende, bei den Profis etwas abzuschauen und selber Erfahrung auch im Wettkampf zu sammeln.

Helmut Wolff: „Es ist toll, die Begeisterung zu sehen und zu beobachten, wie unser Team immer mehr zusammen wächst. Unser Ziel in Baden ist es, eine breite Basis anzusprechen und so viele Jugendliche wie möglich für Kanufreestyle zu motivieren“.

Samstag am späteren Nachmittag standen nach den Vorläufen und Halbfinalen die Finalisten für Sonntag fest und es konnte gefeiert werden. Bei den niedrigen Temperaturen, die schon den ganzen Tag herrschten, war ein großes Lagerfeuer gerade richtig und so fanden sich die ganzen Paddler am Abend zu Bier und Musik am Feuer ein.

Sonntag herrschte dann bestes Plattling-Wetter, die Sonne strahlte schon am Morgen vom blauen Himmel, endlich konnten die kurzen Hosen und T-Shirts ausgepackt werden. Zudem lockte das gute Wetter zahlreiche Ausflügler aus der Umgebung an die Isar, die die spannenden Finalläufe mitverfolgten. Alle Finalisten konnten in drei Läufen à 45 Sekunden ihr Können zeigen, wobei nur der beste Lauf für das absolute Endergebnis herangezogen wurde.

Den Anfang machten die OC1-Fahrer in ihren „schwimmenden Badewannen“. Das deutsch/tschechische Starterfeld in dieser Kategorie zeigte bereits, wie unterschiedlich die Taktik sein kann: während Daniel Schenk mit seinem fast geglückten Loopversuch (!) auf „go big or go home“ setzte, gingen es andere Paddler konservativer an und versuchten mit Spins und flachen Manövern Punkte zu sammeln. Sieger wurde schließlich Marcus Hilbel mit sauberen Cartwheels und weiteren Tricks in seinem Open Boat.

Darauf folgte das Finale der K1 Juniorinnen, das dieses Jahr mit 5 guten Paddlerinnen sehr stark besetzt war. Zwei junge Damen aus dem Badener Team kämpften mit den Paddlerinnen vom Spvg Boich/Thum und dem KC Wickede um den Titel. Die Nase vorn hatte am Ende ganz klar Melinda Schwarzer aus Wickede: sie zeigte souverän ihre Moves und schien von der Größe der Plattlinger Walze völlig unbeeindruckt.

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Bei den C1-Fahrern hieß es dann aufgepasst für die Judges: hier folgen die Tricks im Vergleich zu den beiden vorherigen Kategorien in viel schnellerer Folge und es war klar, dass sich die Titelanwärter ein heißes Duell liefern würden. Daniel Schenk, der sich bereits im OC1 warm gefahren hatte, zeigte auch direkt mit blitzsauberen Loops sein Können und ließ den Vorjahressieger Markus Hummel im ersten Lauf erst einmal hinter sich. Doch der konterte und punktete in seinem 2. Lauf 45 Sekunden am Stück, was ihm den Highscore einbrachte. Auch Philipp Hitzigrath als jüngster im Feld und sehr talentiert, konnte an den Punktestand nicht heran reichen. So blieb der deutsche Meistertitel bei Markus Hummel, mit Daniel Schenk auf Platz 2 und Philip Hitzigrath auf dem dritten Rang.

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Die Juniorenklasse stand an und damit ein weiteres Zusammentreffen der Brüder Felix und Fiete Junge aus Hannover mit Paul Meylahn vom Spvg Boich/Thum. Die „Paddelsüchtigen“ aus Boich/Thum, die seit etwa 3 Jahren auf den Veranstaltungen für gute Stimmung sorgen, hofften natürlich auf einen Sieg ihres „Stars“. Paul ist klar einer der Initiatoren der sehr aktiven Truppe von Jugendlichen, die nicht nur an jedem Wochenende zum Paddeln gehen, sondern auch ihre eigene Webseite betreiben.

Bei einem Interview kurz vor dem Finale sagte er dann auch selbstbewusst: „Letztes Jahr bin ich 2. bei der DM in Augsburg geworden, dieses Jahr will ich auf jeden Fall gewinnen!“

Und seine jüngeren Teamkollegen bekräftigten: „Paul hat ganz klar das Zeug dazu, in ein paar Jahren auch international zu gewinnen!“

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Und dass er nicht nur gut paddelt, sondern auch das Zeug zum Wettkämpfer hat, bewies er im Finale. Felix Junge legte mit einem blitzsauberen ersten Lauf die Messlatte bereits sehr hoch und auch sein jüngerer Bruder Fiete, der zu diesem Zeitpunkt schon als Deutscher Meister der U16 Junioren fest stand, gab alles. Doch Paul zauberte in seinem dritten und letzten Lauf  und konnte die beiden Hannoveraner Jungs auf die Plätze zwei und drei verweisen. Ein toller Erfolg!

Bei den K1 Damen gab es ein Comeback zu verzeichnen: nach fast einjähriger Verletzungspause war die Ex-Weltmeisterin Jutta Kaiser wieder am Start und musste zeigen, dass sie das Paddeln nicht verlernt hatte.

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Mit Lieke Servais (NDL) und Nina Halasova (SLO) war das Damenfinale ganz international, die drei deutschen Damen mussten also in Punkto deutsche Meisterschaft nur noch die Reihenfolge der Podestplätze unter sich ausmachen. Die Vorjahressiegerin und Vorlaufzweite Stefanie Bank fand nicht richtig ihren Rhythmus und belegte am Ende den 5. Gesamtplatz. Susanne Spölmink vom KC Mehlem wurde 4. und damit deutsche Vizemeisterin. Nicht ganz unerwartet packte Jutta Kaiser ihre ganze Routine aus und konnte sich den Meistertitel mit einem zweiten Gesamtrang sichern, während Lieke Servais den ersten Platz verdient mit einem tollen Lauf für sich verbuchte.

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Dann folgte das große Finale: Peter Csonka (SLO), Seppi Strohmeier, Stephan Vohradsky (CZE), Daniel Krummreich, Jan Spindler (CZE) kämpften um den Sieg bei den Herren. Da nur noch zwei Deutsche unter den Finalisten waren, war es also ein Duell zwischen Seppi und Daniel, was die DM anbelangte. Wer würde die Nase vorn haben? Seppi mit seiner ganzen Wettkampfroutine und taktisch abgeklärten Fahrweise? Oder Daniel mit seiner „go big or go home“ Fahrweise? Die Frage war bis zum Schluss offen, zeigten doch beide Paddler viele Tricks mit Höchstschwierigkeit in ihren Läufen.

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Für die Zuschauer war das Duell superspannend und erst als es zur Siegerehrung durch den Bürgermeister der Stadt Plattling kam, war klar: der alte ist auch der neue deutsche Meister! Mit wenigen Punkten Vorsprung konnte Daniel Krummreich das deutsche Duell für sich entscheiden.

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Gesamtsieger wurde ganz souverän der Slowake Peter Csonka. Der Vizeweltmeister von 2007 begeisterte das Publikum durch ein Feuerwerk spektakulärer Figuren und bekam dafür auch den verdienten Applaus.

Text: Jutta Kaiser, Bilder: Horst Fürsattel, Markus Hummel, Susanne Spölmink

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Ergebnisse:

K1 Herren
1. Peter Csonka (SLO)
2. Daniel Krummreich
3. Seppi Strohmeier
4. Jan Spindler (CZE)
5. Stepahn Vohradsky (CZE)

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K1 Damen


1. Lieke Servais (NDL)
2. Jutta Kaiser
3. Nina Halasova (SLO)
4. Susanne Spölmink
5. Stefanie Bank

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C1

1. Markus Hummel
2. Daniel Schenk
3. Philip Hitzigrath
4. Toby Hüther
5. Jan Liska (CZE)

K1 Junioren

1. Paul Meylahn
2. Felix Junge
3. Fiete Junge
4. Jakob Ehrl
5. Fabian Dick

K1 Juniorinnen

1. Melinda Schwarzer
2. Andrea Kaspers
3. Sandrina Hornhardt
4. Anne Sophie Rist
5. Judith Eickhoff

OC1

1. Marcus Hilbel
2. Jan Liska
3. Daniel Schenk
4.Toby Hüther

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