Playspot zerstört

Autor: Jan-Peter
18.04.2011
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Auch wenn der einzige ernstzunehmende Playspot Norddeutschlands in den letzten Jahren schon deutlich schlechter weil flacher geworden war, weil unbedarfte Zeitgenossen sich einen Spass daraus gemacht hatten, sein Unterwasser immer wieder mit Steinen zu füllen, wurde ihm jetzt endgültig der Rest gegeben:

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Bagger "renaturierten" das Gelände um die alte Wehrstufe, um das Gefälle für Fische und im Wasser befindliche Kleinstlebewesen leichter stromauf überwindbar zu machen und gleichzeitig Hochwasser besser abfliessen zu lassen.

Mit zu diesen "Renaturierungsmassnahmen" an der Luhewalze dürfte auch beigetragen haben, dass sich etliche Paddler nicht an das "Gegen-den-Strom"-Fahrverbot gehalten haben, wenn sie aus der Walze gespült wurden und versuchten, von unten wieder ins Kehrwasser hochzupaddeln.

Aussteigen und die zehn Meter zur Walze hochtragen, war vielen einfach zu umständlich, wurde aber von vielen "Beobachtern" aufmerksam und nun folgenreich registriert.

Die Konsequenzen sind jetzt für alle sichtbar:

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Es sieht an der Luhewalze derzeit aus wie nach einem lokalen Erdbeben mit unmittelbar gefolgter Tsunamiwellenüberschwemmung.

Die Walze selbst hat nach den grossflächigen Bagerarbeiten so stark gelitten, dass sie zum Playboaten völlig ungeeignet geworden ist.

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Die Strömung fliesst erheblich breiter über die Kante und bildet je nach Wasserführung entweder eine nur leicht brechende Miniwelle, auf der sich kein Boot im Surf mehr hält oder einen extremen Rücklauf, aus dem das Herauskommen im Boot nahezu unmöglich ist.

Durch in den Gumpen geworfene grosse Felsbrocken ist das Unterwasser zusätzlich sehr steinig und flach geworden.

Eine Spielwalze gibt es nicht mehr!

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Das Spielpotenzial dieses einzigartigen Playspots in Norddeutschland ist dadurch vollkommen verloren gegangen.

Zum Glück wurde mit der künstlichen Nordwelle ganz in der Nähe in der Lüneburger Heide in Bispingen zeitnah ein adäquater Ersatz zum Wellenreiten geschaffen.

Dort ist ein Parkplatz direkt am Spot und es gibt mit heissen Duschen, Toilettenanlagen und der gesamten Infrastruktur des Snowdome eine auch aus Sicht des Natur- und Klimaschutzes ideale Surfalternative für norddeutsche Playboater.

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