Die Bibermethode

Autor: Team Playspotbau
06.07.2019
0 / 0

Im viertem Teil unserer Serie zum Bau von Playspots zeigen wir euch mit der Bibermethode die naturnaheste Variante des Walzen- und Wellenbaus.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an den Solebader Detlef für die Teilung seiner profunden Kenntnisse und Erfahrungen im Playspotbau auf Soulboater.com in Form dieser Veröffentlichungen.

Playspotbau mit einfachen Mitteln : Teil 4

Die Bibermethode:   
- Wenn du eine Stelle an einem Flussabschnitt mit Bäumen in der Nähe oder flussaufwärts zur Verfügung hast, kannst du einen festen Spot mit natürlichem Anschein konstruieren, der die bekannte Hochwasserfestigkeit verkeilter Stämme aufweist.

bild008_500_03


Als erstes platzierst du einen herbeigeflößten Baumstamm (kaum entasten!) zwischen Uferböschung und Flussgrund jenseits der Mitte so, als wäre der Baum hineingestürzt und hätte sich mit der Spitze in den Grund gebohrt.

Dazu gräbst du mit einem Spaten o.ä. ein großes Loch in den Flussgrund, welches die Baumstammspitze so tief seitlich aufnimmt dass ein späteres Aufschwimmen bei Hochwasser nicht möglich ist.

bild034_500_02

Danach gräbst du ca. zwei Meter flussauf eine Tasche für das andere (dicke) Stammende in die Böschung, so dass der Baum in Strömungsrichtung eingesetzt werden kann.

Anschließend mißt du den Abstand zwischen Loch- und Taschenende mit einer Schnur, sägst den Baumstamm gegebenenfalls zurecht und setzt erst die Spitze in das Loch und dann das breite Ende in die Tasche ein.

bild027_500_05

Der Baum sollte sich in einem Winkel von mindestens 30° zur Flussquere festsetzen und mit der Spitze satt über die Flussmitte hinausreichen.

Nun platzierst du von der anderen Seite einen zweiten Baumstamm, für den du nur die Uferböschungstasche vorbereiten musst, da seine Spitze (ähnlich angewinkelt) vor und unter den ersten Stamm auf den Flussgrund trifft und so genügend Halt bekommt bzw. sich selbst einbohrt (das muss bei der Länge eingerechnet werden).

Für den zweiten Bauabschnitt brauchst du leider sagenhaft viele Pfosten, welche angespitzt in Pyramidenschräge vor den Baumstämmen in den Grund getrieben werden, sodass ihr oberes Ende zum Schluss am Stamm anliegt.

Die Pfosten sägst du danach passend schräg ab, damit sie in der Strömung gegen die untere Baumhälfte drücken, aber nicht durchrutschen.

bild045_500_03


Ab hier ergeben sich je nach Vorliebe und  Gegebenheit verschiedene Möglichkeiten für den letzten Bauabschnitt: 

Du dichtest die Pfostenzwischenräume mit Gras, Wasserpflanzen oder Hochwassergekröse ab und deckst alles oberseitig mit einer Kies- oder Steinpackung zu.

Du kannst (weniger natürlich) eine dunkle Folie davor treiben lassen und diese mit Kies und Zweigen abtarnen. Da bemühst du am besten Deine Phantasie unter den Bedingungen vor Ort.

Sehr wichtig ist es, eine Entstehung von Siphonen oder Steck- und Klemmstellen durch Einbrüche unter den Stämmen, wegen des tödlichen Gefahrenpotentials vollkommen auszuschließen.

Unter Umständen kann es notwendig sein, vom Unterwasser her den Hohlraum strömungsdicht auszufüllen.

bild043_500_04


Durch die Überschneidung der Stämme in der Flussmitte erhältst du ein Wasserhindernis mit einer Welle dahinter.

Um den Flussgrund  vor der starken Strömung zu schützen solltest du dort eine grobe Steinpackung anbringen.

Der Clou ist nun die Option ein Sortiment kleiner Stämme aus gerader Fichte oder Bretter vor der V-Form der Überschneidung anzulegen, deren Sitz du mit der Axt anpassen solltest.

bild019_500_05

Durch die Vergrößerung der Stauhöhe wird aus der Welle nach Belieben  eine haltende Walze und das eingesetzte Sortiment kann bequem auf Dauer unter dem Bauwerk verstaut werden. Ein Nachteil muss aber noch erwähnt werden:

bild041_500_05


Der Förster und andere Naturschützer werden intensiv nach dem Biber suchen und möglicherweise deine Stelle zum Naturschutzgebiet erklären. Dann wird es Zeit, umzuziehen...  

Bevor ihr jetzt gleich losgeht und mit dem Baumfällen und Steinerücken beginnt, informiert euch bitte vorher über die gesetzlichen Vorschriften der Gewässernutzung und haltet die Regeln ein. Wir stellen in unserer Serie über Playspotbau nur die Techniken des Walzen-und Wellenbaus anhand von einigen Beispielen aus der Praxis vor. Falls jemand auf die Idee kommen sollte, ähnliches zu machen, übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung für möglicherweise auftretende Schwierigkeiten mit Behörden oder Grundeigentümern.

Voriger Artikel

Unterkünfte für Paddler – Das Harz-Camp in Göttingerode

Nächster Artikel

Erste Bilder vom neuen Riverrunner Prijon Soca