Praktische Übungen zur Rettung im Wildwasser

Autor: Jan-Peter
12.06.2006
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Praktische Übungen zur Rettung im Wildwasser

- Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen beim Wildwasserfahren, in denen nur durch schnellen und überlegten Einsatz von Seilen und sicherheitstechnischem Know-How im Umgang mit Rettungsmitteln schwere Unfälle verhindert werden können. Wenn ein Paddler unter Wasser verklemmt oder im Boot sitzend in einem Wasserfall stecken bleibt, ist schnelle und koordinierte Hilfe lebensrettend.

Kurse, um sich derartige Rettungstechniken anzueignen, werden von einigen Institutionen im Wildwasserbereich angeboten, doch viele Wildwasserfahrer scheuen die (durchaus sinnvollen) Ausgaben oder haben keine Lust, viel Zeit in die teilweise trockene Materie zu investieren, sie gehen lieber paddeln und beim Unfall machen sie dann grosse Augen.

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Denn mal im Ernst, welcher Durchschnittswildwasserfahrer übt regelmäßig das Zielwerfen mit dem Wurfsack, Flaschenzugbauen oder auch das gewaltsame Entfernen von Material und Personen aus Verklemmsituationen?

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Wer erinnert sich noch an die wichtigen Sofortmassnahmen am Unfallort, speziell auf die Situation am Bach zugeschnitten?

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Es muss nicht immer ein teurer Kursus sein, um diese Praktiken zu üben, es reicht oftmals schon, dass sich aktive Wildwasserpaddler für einen Nachmittag zusammensetzen und in Form eines Workshops zusammentragen, wie man in der Praxis schnell und effizient gefährliche Situationen entschärfen oder auch von vornherein vermeiden kann.

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Beim diesjährigen HKN-Frühjahrstreffen in Bled in Slowenien machten wir mal wieder wie schon in den Vorjahren auf Nachfrage einiger junger Kajaknachwuchstalente spontan einen Safetyworkshop, und es war erstaunlich, wie viele gute Ideen dabei zu Tage traten und wie auch die alten Oldschooler davon profitieren konnten.

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Auf Einzelheiten soll hier gar nicht weiter eingegangen werden, es war aber für einige Paddler durchaus neu und wurde auch kontrovers diskutiert, wo z.B. die Umlenkung bei einem Flaschenzug sitzen sollte, wie einfach sich gängige Knoten wie z.B. der Palstek auf verblüffend andere Art knüpfen lassen und wie groß die Reibung bei mehreren Umlenkungen werden kann, auch wenn Kleinkinder dann drei Erwachsene auf einem Boot sitzend durch die Landschaft ziehen können.

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Zu guter Letzt ging es aber nicht nur um den Umgang mit Seil, Umlenkrolle und Bergehaken sondern auch um das richtige Verhalten bei der Konfrontation mit gegenüber Wildwasserfahrern kritisch eingestellten Personenkreisen und der Möglichkeit, die Paddeltour von diesen unbehelligt fortsetzen zu können, wenn sie mit wenigen Handgriffen für längere Zeit zum passiven Zuschauen verbannt worden sind :-).

Jan-Peter

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