Rheinfall: Befahrungsverbot offiziell aufgehoben

Autor: Team Soulboater
01.04.2007
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Rheinfall Befahrungsverbot aufgehoben

 - Nachdem in den letzten Monaten die Befahrungen des Rheinfalls bei Schaffhausen geradezu überhand nahmen, sahen sich die Schweizer Behörden auf Druck der Paddlerlobby und auch der lokalen Medien zum Handeln gezwungen. Um nicht das Gesicht vor anderen Lobbyistenverbänden wie den Anglern und auch dem Naturschutz zu verlieren, wurde nach einer eleganten Lösung gesucht und diese schließlich auch gefunden:

Der Flußabschnitt von der Brücke 500 Meter oberhalb der Kaskaden bis zum Ende des grossen Gumpens nach dem Rheinfall wird gewässerrechtlich von den Eidgenossen nach einer spontan durchgeführten Volksabstimmung an Deutschland abgetreten.

Damit ist das von Schweizer Flussbehörden auferlegte Befahrungsverbot vom Tisch, es gelten für diesen Flussabschitt ab dem 1.4.2007  die deutschen Wasserrechte und –gesetze.

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Demzufolge darf der Rheinfall von heute an völlig legal befahren werden, nur wenige Einschränkungen von deutscher Seite sind noch zu beachten:

Da es sich bei der genannten Strecke um ein Laichgebiet des seltenen Saiblings Salmo Apriliensis handelt, konnte der Baden-Würtembergische Fischereiverband durchsetzen, dass der Rheinfall nur bei einer Mindestschüttung von 700 Kubikmetern pro Sekunde befahren werden darf. Dieser Wasserstand dürfte in den Frühjahrs- und Sommermonaten oft genug erreicht werden.

Ausnahmegenehmigungen werden nur für kommerzielle Befahrungen für Gruppen von mindestens 5 Booten erteilt, wobei mindestens ein mehrsitziges Boot dabei sein muss und ein verantwortlicher Fahrtenleiter mit VDKS-Kajaklehrerausbildung die Befahrung von der Besucherkanzel aus sichert.

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Alleinfahrten sind bei dem angegebenen Mindestpegel nur dann genehmigungsfrei, wenn der Befahrer im Besitz des EPP (Europäischer Paddelpass) mindestens der Stufe 4 ist und diesen auf Verlangen jederzeit vorweisen kann.

Eine Schwimmweste, ein nach CE 1385 EN geprüfter Helm und funktionierende Auftriebskörper sollen bei der Befahrung grundsätzlich an Bord mitgeführt werden.

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Auf dem Kanu müssen nach der Rheinschifffahrtsstrassenverordnung Bootsname und Heimathafen in mindestens 10 Zentimeter grossen Buchstaben gut sichtbar angebracht sein.

Ein auf dem Hinterschiff angebrachter Vereins- oder Verbandsstander sowie der stets mitzuführende Verbandsausweis mit gültiger Beitragsmarke befreien von dieser Regelung für Mitglieder anerkannter Wassersportverbände.

Wir glauben, dass mit diesem Abkommen ein guter Kompromiss für zukünftige Befahrungen des Rheinfalls sowohl von den eidgenössischen als auch deutschen Behörden gefunden wurde.

Soulboater.com wird ab sofort geführte Touren mit den Rheinfallbefahrern der letzten Monate als Tourguides anbieten, wobei besonders die Befahrung im Topo-Duo für Paddelanfänger mit Sicherheit ein grosses Erlebnis sein wird.

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Bei Bedarf können auch praxisnahe Sicherheitskurse zum Bergen von Booten aus Rheinfallspalten und das Tauchen aus Unterspülungen gegen die Strömung gebucht werden.

Terminabsprachen für Befahrungen und feste Buchungen bitte direkt bei Team Soulboater.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit, sich seinen persönlichen Tourguide hier auszusuchen.

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