Sicherheitstraining in HoLiBu

Autor: Lars Everding
17.12.2009
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Sicherheitslehrgang Bezirk IV KV NRW am 22./23.August 2009 in Hohenlimburg
Referent: Lars Everding


 - Nachdem in den Wintermonaten schon ein ordentliches Fundament an theoretischem Wissen gelegt wurde, galt es jetzt die Inhalte in die Praxis umzusetzen.

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Trotzdem gab es zur Einstimmung erst einmal einen theoretischen Grundsatzdiskurs über Sicherheit auf Fließgewässern. Neben dem allgemeinen Risikomanagement wurden Basiswissen über Hydrologie, über die richtige WW Ausrüstung vermittelt und kamen dann zum Kernthema, den  Rettungsmethoden.

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Danach wurde es richtig nass. Im ersten von drei Praxisblöcken ging es um das Schwimmen in Fließgewässern. Sogar die alten Hasen waren erstaunt, wie man mit der richtigen Schwimmtechnik , ebenso wie beim Paddeln, kontrolliert und zielgenau Strömungen überqueren, Kehrwasserlinien überwinden und Kehrwasser anschwimmen konnte.

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Auf das praktische Anschwimmen  und Überwinden von Baumhindernissen wurde besonderer Wert gelegt, da diese ja für den nordrheinwestfälischen Kleinflusspaddler ein durchaus reales Gefahrenmoment darstellen können.

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Als nächstes folgten im zweiten Praxisblock die Rettungsmethoden vom Ufer aus. Neben wichtigen Standards wie der „Clean Line“ und den „dynamischen“ Sicherungsmethoden wurde auch deutlich, warum es im Wasser niemals „fixierte“ Seilsysteme geben darf und das ein griffbereites Messer zu jeder Grundausstattung gehört.

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Am Morgen des zweiten Tages folgten im dritten Praxisblock die Knotenkunde, die Seilsysteme und die Flaschenzüge zur Materialbergung. Bei den Knoten kam es neben der Geschicklichkeit sehr auf das räumliche Vorstellungsvermögen an.

War der Sackstich noch einfach umzusetzen, wurde es beim Mastwurf schon schwieriger. Der doppelte Spierenstich und der Schmetterlingsknoten forderten schon ein großes Maß an Übung. Um diese Knoten auch in der Dunkelheit und in Stresssituationen sicher knüpfen zu können, wurde schnell klar, dass hier regelmäßiges Üben unumgänglich ist.

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Bei den Flaschenzügen wurden die Unterschiede zwischen fester und loser Rolle erarbeitet. Danach wurden erst einmal im Trockenen drei Standard Flaschenzüge aufgebaut. Schnell wurde klar, dass hier die dynamischen Polypropylen Schwimmseile eines Wurfsackes mit einer Reißfestigkeit von ca. 1,1 KN und deren zusätzlichen Reduktion  von ca. 50 % durch einen Knoten im Seil schnell an Ihre Grenzen kommen.

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Danach ging es dann zur Praxiserprobung. Ein verklemmtes Boot als Dummy, netterweise von ESKIMO zur Verfügung gestellt, sollte von einer kleinen Gruppe von Helfern geborgen werden. Neben den technischen Herausforderungen, stand hier die Rettungsorganisation im Vordergrund.  Hier kamen dann auch die vorher entwickelten Flaschenzüge wie der „Z-Rig“ und der „Pig-Rig“ zur praktischen Anwendung.

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Last but not least kamen wir zum Schluss doch noch in die Kajaks. Im letzten Praxisblock wurden all  die Rettungstechniken vermittelt, die vom Boot aus starten.

Neben den verschiedenen Möglichkeiten der  Materialbergung, dem sicheren Umgang und Transport von Schwimmern, wurde auch die Bergung von bewusstlosen Personen mittels Cowtail vermittelt.


In der anschließenden Feedbackrunde wurde schnell klar, dass auch der klassische Kleinflussfahrer, der über leichtes WW hinaus keine Ambitionen hat, durchaus von einem solchen Sicherheitskurs partizipieren kann, da sich die Gefahren in Fließgewässern unabhängig von deren Schwierigkeitsgrad, im Grunde gleichen.

 

Lars Everding, 41, ist examinierter Physiotherapeut, paddelt seit 36 Jahren in ganz Europa, arbeitet seit mehreren Jahren als Kanulehrer und legt bei seinen Kursen besonderen Wert auf die Verbesserung der Grundlagentechnik und Sicherheit.

Kontakt: pelading@freenet.de

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