Sickline WM 2013 - Interview mit Martina Wegman NL

Autor: Martina
27.10.2013
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- bei der diesjährigen Sickline WM im Ötztal gab es 12 Frauen, die sich der männlichen Konkurrenz stellten. Mit hervorragenden Zeiten auf der Wellerbrückenstrecke demonstrierten die Mädels, dass Wildwasser der Klasse V nicht nur was für Jungs ist.

Martina Wegman wurde 3. bei der WM und hat soulboater-Reporterin Martina ein paar Fragen beantwortet:

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Du bist bei der Sickline WM Dritte geworden, was bedeutet das für Dich, hast Du damit gerechnet?

Ich bin diesmal leider erst nur einige Minuten vor dem Rennen überhaupt in Ötz angekommen und so waren meine Erwartungen ziemlich niedrig. Ich hatte so gut wie gar nicht trainiert und fühlte mich nicht so in Form. So Dritte zu werden, war für mich eine große Überraschung.

Deine beste Zeit war 1 Minute 12,19. Ich denke, das ist eine super Zeit, wenn man bedenkt, dass Du einen WW V-Bach gepaddelt bist. Mit dieser Zeit wärst Du unter den besten 48 Männern gelandet. Denkst Du, dass Frauen heutzutage deutlich stärker paddeln als in früheren Jahren?

Es gab diesmal ein deutlich größeres Starterfeld bei den Frauen und ich fand es wesentlich anstrengender unter die ersten 5 zu kommen als in den Vorjahren.

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Du kommst aus den Niederlanden, wie werden Paddler dort gefördert? Werden die Paddler dort von Vereinen oder von anderen Organisationen unterstützt? 

Es gibt einige Vereine in Holland, aber da wir in den Niederlanden kein Wildwasser haben, ist die Menge an Vereinspaddlern nicht sehr hoch, ebenso betrifft das das Level der Fähigkeiten. Wir haben eine Art Föderation, aber es gibt leider keinen eigenen Fonds für Kajaksportler.

Bist Du Mitglied eines solchen Vereins in Holland?

Nein

Es haben aus der ganzen Welt nur 12 Frauen an der WM teilgenommen. Was glaubst Du, ist dafür der Grund?

Leider ist die WM ein Event, das für die Teilnehmer sehr teuer ist. Letztes Jahr habe ich über 1.000,- EUR ausgegeben, um daran teilnehmen zu können. Es gab bis dahin kein Preisgeld oder auch nur irgendeine Anerkennung für weibliche Paddler. Sehr viele Paddlerinnen halten die Sickline WM für eine Macho-Veranstaltung und wollen an so etwas nicht teilnehmen.

Magst Du die Wellerbrücke?

Ich war jetzt fünf oder sechs Mal dabei, ich denke, das heißt wohl, dass ich die Wellerbrücke und die Sickline WM mag.

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Hast Du auch an anderen Wettkämpfen teilgenommen und wenn ja, an welchen?

Ich habe in diesem Jahr an den GoPro Mountain Games in Vail, Colorado teilgenommen. Außerdem auch noch am Devil's Extreme Race in der tschechischen Republik, wo die Organisatoren trotz einer Vielzahl an weiblichen Teilnehmern keine eigene Klasse für die Frauen öffneten.

Wann hast Du mit dem Paddeln angefangen?

Ich hatte das erste Mal ein Paddel in der Hand, als ich 11 Jahre alt war und seitdem bin ich Paddlerin.

Welche Art des Paddelns magst Du am liebsten? Wildwasser, Freestyle, andere?

WHITEWATER!

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Welches ist Dein "home-spot" und wo ist er?

Ich habe keinen wirklichen home-spot, leider gibt es in den Niederlanden, wo alles so flach ist, kein Wildwasser. Aber ich lebe sehr nah am Meer und paddle da sehr gerne.

Wo paddelst Du am liebsten, gibt es ein bestimmtes Land oder Gebiet?

Das Beste für mich ist, immer neue Plätze zum Paddeln auszukundschaften. Live better stories!

Was bist Du von Beruf? Welche Ausbildung hast Du?

Ich habe kommerzielle Sportökonomie an der Johan Cruijff Universität in Amsterdam studiert.

Welche Hobbies hast Du noch, außer dem Paddeln?

Ich liebe Grafik-Design und Stricken und Basteln  :o)). Außerdem koche und backe ich sehr gerne. Ich laufe sehr gerne und liebe Filme und Musik.

Hast Du ein spezielles Motto beim Paddeln?

Klar: ‘Live better stories’

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Wirst Du 2014 wieder nach Ötz fahren, um Sickline Queen zu werden?

Da bin ich mir noch nicht sicher. Werde ich nächstes Jahr entscheiden!

Vielen Dank für das Interview, Martina!

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Bericht & Fotos: Martina & Hannes

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