Sickline WM 2013 - Interview mit Toni George

Autor: Martina
03.11.2013
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- von den zwölf Frauen, die bei der Sickline WM mitkämpften, landete Toni George, ein ausgesprochen sympathisches Mädchen aus Neuseeland, auf Platz 2. Wir haben sie ein bißchen über die WM und Sonstiges ausgefragt, hier ist das Interview:

Hi Toni, wir waren von Deiner Performance bei der WM sehr beeindruckt und freuen uns sehr, dass Du uns ein paar Fragen beantworten möchtest! 

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Es haben ja nur sehr wenig Frauen an der Sickline WM teilgenommen, woran könnte das Deiner Meinung nach gelegen haben?

Ich denke, eine Menge Gründe halten Frauen davon ab, bei der Sickline WM mitzumachen. Zuerst einmal liegt es z.B. für amerikanische Mädels daran, dass die Reisestrecke sehr weit ist und es kein sehr hohes Preisgeld gibt (in den Staaten sind Preisgelder sowohl für große als auch für kleine Wettkämpfe normalerweise deutlich höher und sie müssen zudem nicht versteuert werden. Kleines Beispiel: Das Preisgeld für den Gewinner der Go Pro Mountain Games war 2.000,- Dollar – man vergleiche das mal mit den 500,- EUR Preisgeld für die Gewinnerin der Sickline WM!). Das Gleiche gilt vermutlich auch für Mädels aus anderen Ländern mit ähnlich weiter Anreise. Für mich persönlich gilt der Grundsatz, dass ich möglichst nur Kajakrennen fahre, wenn ich sowieso in der Gegend bin. Wenn ich zum Beispiel für ein paar Monate in den Staaten bin und da finden in dieser Zeit Rennen statt, dann würde ich teilnehmen, aber ich würde nicht nur wegen eines Rennens so weit fahren.

Wie fandest Du die Wellerbrücke als Rennstrecke?

Ich habe das Rennen auf der Wellerbrücke wirklich genossen. Ich denke, es war eines der besten und vor allem anspruchsvollsten Rennen, an denen ich bisher teilgenommen habe.

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Du kommst ja aus Neuseeland, wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet an der Sickline WM teilzunehmen?

Ich kam auf die Idee mit der Wellerbrücke, weil mir zu Ohren kam, dass das ein tolles Rennen sein soll und es nehmen viele meiner Freunde aus Neuseeland daran teil.

Magst Du sick lines?

Klar mag ich sick lines, ich denke Du meinst: Du scoutest einen Katarakt, dann entscheidest Du Dich für Deine persönlich beste Linie, dann fährst Du sie und triffst genau die Linie, die Du wolltest, das ist das Größte.

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Seit wann paddelst Du?

Ich habe mit dem Wildwasserpaddeln an der Universität angefangen, das war 2007. Aber davor hab ich schon ein bißchen Kanupolo gespielt und das hat mir beim Rollen schon ein bißchen geholfen.  ;o))

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Welche Art zu paddeln magst Du am liebsten? Freeystyle, Wildwasser?

Am meisten mag ich Expeditionspaddeln, wenn du mit einer Gruppe Freunde unterwegs bist, Dir einen Fluß mit gutem Wasserstand aussuchst und diesen Bach 2 oder 3 Tage lang paddelst und alles an Material in den Booten mitnimmst.

Wo kommst Du eigentlich genau her und welches ist Dein home-spot?

Ich bin in Auckland aufgewachsen, einer Region, die in Neuseeland für ihr Wildwasser bekannt ist. Vor drei Jahren bin ich dann nach Rotorua umgezogen, wo ich einen Job als Raftguide bei Kaitiaki Adventures angenommen habe. In den letzten drei Sommern habe ich dann in dieser Funktion auf dem Okere River (besser bekannt auch als Kaituna-River) gearbeitet und in meiner Freizeit bin ich dort privat gepaddelt und während der neuseeländischen Winter habe ich den gleichen Job dann in Kalifornien und Norwegen gemacht.

Was bist Du von Beruf?

Mein Beruf. Ok. Nachdem ich mit der Schule fertig war, bin ich zur Uni gegangen und habe einen Abschluß in Biological Sciences gemacht. Aber während dieser Zeit bin ich permanent auf’s Kajakfahren fixiert gewesen. Als ich mit der Uni fertig war, habe ich erst mal einen Paddeltrip nach Kalifornien und Thailand gemacht. Wieder zu Hause habe ich dann beschlossen, lieber noch keinen „normalen Job“ anzutreten, bei dem ich nur an einem Ort sein muß, also habe ich angefangen auch noch Fotos für Kaitiaki zu machen und mittlerweile arbeite ich als Freiberuflerin als Raft-Guide, Fotografin, Safety kayaker und Kanulehrerin.

(http://www.kaitiaki.co.nz/news.php?view=26)

Welches sind Deine Hobbies außer dem Paddeln?

Außer Kajakfahren liebe ich Surfen wirklich sehr, außerdem Klettern und Mountainbiken. Der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, lag 10 Minuten von der Küste entfernt und deswegen habe ich schon als Kind viel Zeit im Wasser verbracht. Aber ich habe auch schon immer alles geliebt, was mit Klettern zu tun hat. Mountainbiken gehe ich seit ich in Rotorua wohne. Ich kann aber nicht sagen, dass ich darin wirklich gut bin. Wir haben aber einen großartigen Mountainbike Park im Wald, nur 15 Minuten von mir zu Hause entfernt, so dass ich sehr gerne dorthin fahre, um draußen zu sein und einen netten Workout  mit dem Rad zu machen.

Eine kleine persönliche Frage: Welche Paddelschuhe benutzt Du beim Paddeln?

Ich habe nicht wirklich eine bevorzugte Sorte von Paddelschuhen. Ab und zu benutze ich wetsuit booties, manchmal welche, die ich geschenkt bekommen habe. Im Moment mag ich diese 5.10 Canoying Schuhe, die ich letztes Jahr gekauft habe. Das sind die ersten Schuhe, die ich extra für’s Paddeln gekauft habe. Sie geben super Halt und Grip wenn Du im Gelände unterwegs bist oder Dein Kajak tragen mußt. Das einzige Problem ist, dass sie sehr schwer werden, wenn man schwimmt.

Hast Du ein Motto beim Paddeln?

Mein Paddelmotto: be safe, look out for your mates, and have a good time!

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Wirst Du nächstes Jahr wieder nach Ötz kommen, um Nouria den Titel zu entreißen?

Ich habe leider nicht genug Geld um nur für den Wettkampf nach Europa zu kommen, aber ich werde nächstes Jahr wieder in Norwegen arbeiten (ich war dieses Jahr auch schon in Norwegen, so war es nicht ganz so teuer nach Österreich zu fahren), dann könnte es schon sein, dass ich wieder mitmache. Wie auch immer, ich würde definitiv gerne  wieder mitmachen! 

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Vielen Dank für das Interview Toni, wir hoffen, dass Du nächstes Jahr wieder dabei bist!

Interview und Fotos: Martina & Hannes

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