Softes Österreich - Paddeln um Landeck

Autor: Christian Zicke
06.11.2009
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Die Paddel-Region rund um Landeck Im Herbst

 - Noch vor einigen Jahren waren die Paddelregion Landeck und die Paddelgebiete in der näheren Umgebung wie das Ötztal und das Engadin fest in Paddlerhand. Besonders auch im Herbst pilgerten viele Kajakfahrer, auch aus NRW, Richtung Landeck um die Paddelsaison zu verabschieden. Doch seitdem der Paddler-Campingplatz „Sport-Camp-Tirol“ geschlossen und fast gleichzeitig ein verheerendes Unwetter den Hausbach, die Sanna sowie ihre Quellflüsse Rosanna und Trisanna, verwüstet hat, hat sich die Zahl der Paddler in dieser Region deutlich verringert.

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Doch besonders im Herbst locken die Flüsse in der Region meist mit moderaten Wasserständen, viele Strecken kann man so angstfrei kennenlernen und gemütlich die Paddelsaison ausklingen lassen.

Auch muss man nicht komplett auf das zentral gelegene Landeck als Ausgangspunkt für die Paddeltouren in der Region verzichten, da das Sport Camp Tirol immer noch günstig Hütten für Übernachtung und gesellige Abende anbietet.

Wir waren jetzt schon ein Dutzend Mal Anfang Oktober in Landeck und konnten uns auch nie so wirklich über das Wetter beklagen. Nachts ist es zwar schon recht frisch, tagsüber lässt es sich aber noch gut paddeln.

Warme Paddelsachen sind zwar Pflicht, besonders in den tiefen Schluchten des Engadin und des Ötztals, mit Lumumba und Stiegl kann man sich dann in der Hütten nach der Tagestour aber wieder hervorragend aufwärmen.

Rund um Landeck

Rund um Landeck locken viele Flussabschnitte im dritten und vierten Schwierigkeitsgrad. Neben dem Hausbach Sanna, der nach dem Hochwasser von 2006 nun auch wieder zu einem ansehnlichen Fluss herangereift ist und bei Niedrig- bis Mittel-Wasser nie den dritten Schwierigkeitsgrad überschreitet, bieten sich Fahrten auf verschiedenen Abschnitten des Inn an.

Sanna
Die Sanna hat nach dem Hochwasser zwar an Attraktivität eingebußt, wenn genug Wasser im Bach ist, z.B, nach Regenfällen, kann man aber trotzdem noch schöne Stellen zum Üben finden. Sie überschreitet nur an  wenigen Stellen den zweiten Grad, sie ist aber nach wie vor schön kontinuierlich und erfordert immer Aufmerksamkeit. Bei viel Wasser wird sie natürlich schnell schwerer und schneller.

Inn – Tösener Strecke
Die Tösener Strecke wartet gleich am Anfang mit den schwersten Katarakten auf. Zwischen den Brücken in Tösens strömt der Inn mit wuchtigen Wellen und Walzen gespickt zu Tale. Hier findet man sich in im dritten Schwierigkeitsgrad wieder.

Dann wird es leichter, bei wenig Wasser findet man hier hauptsächlich Wildwasser drei. Nur an einer Stelle kurz vor dm Ausstieg wird es noch einmal spannender. Trotzdem ist die Durchfahrt immer gut vom Boot zu erkennen.

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Inn – Landecker Durchbruch (ohne oberes Gericht)
Genuss-Wildwasser im dritten Schwierigkeitsgrad. Schnell und wuchtig. Schwimmen ist hier nicht schön, man kann aber alles gut vom Boot aus mit langem Hals fahren. Leider ist hier nicht oft Wasser im Bach.

Von Landeck ins Ötztal
Ins Ötztal fährt man von Landeck aus ca. dreißig Minuten, hier wartet dann die untere Ötz sowie die Imster Schlucht im zweiten bis dritten Schwierigkeitsgrad (bei Niedrigwasser im Herbst) sowie die obere Ötz, die bei wenig Wasser im Oberlauf auch nur an wenigen Stellen den vierten Grad ankratzt. Für alle die mehr wollen, bieten sich Mittlere Ötz, Köfelser und Wellerbrücke an, auch der Oberlauf, die Venter Ache bieten schönes Wildwasser.

Imster Schlucht
Im Herbst bietet die Imster Schlucht immer noch spritzige Schwallstrecken und hohe Wellen. Für Wuchtwasser-Neulinge ist sie also ideal. Nur an wenigen Stellen erreicht sie den dritten Schwierigkeitsgrad, auch WW II-Paddler können hier angreifen, wenn sie sich steigern möchten und keine Angst vorm Nasswerden haben.

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Untere Ötz
Bei herbstlichem Niedrigwasser ist die untere Ötz ein stark verblocktes Wildwasser mit mäßigen Schwierigkeiten. Nur wenige Stellen erreichen den dritten Schwierigkeitsgrad. Da die Ötz aber immer noch schnell und kontinuierlich ist, sollte man auf WW III klarkommen, um hier sicher zu paddeln.

Obere Ötz.
Wenn man die obere Ötz unterhalb des Söldenkatarkats beginnt, warten die schwierigsten Stellen direkt auf den ersten 500  Metern. Dann wird es ein klein wenig leichter und die Ötz gräbt sich in eine schöne Schlucht ein. Bei Niedrigwasser im Herbst ist das Wasser oft ungewöhnlich klar und grün, dann hat die Ötz hier viel von ihrem hochsommerlichen Schrecken eingebußt. Für sattelfeste WW III-Paddler ist die „Obere“ dann sportlich, für den WW IV-Paddler gemütlich.

Von Landeck ins Engadin

Die landschaftlich schönsten Schluchten findet man im Herbst im Engadin. Auch wenn der obere Inn im Herbst wenig Wasser führt kann man Giarsun, Ardezer und Co. noch schön paddeln.

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Giarsun – Schlucht
Bei wenig Wasser im Herbst ist die Giarsun-Schlucht eine wunderschöne, stark verblockte Dreier-Schlucht. Nur an wenigen Stellen sollte man mal aussteigen und sich den richtigen Weg zwischen den großen Blöcken suchen. Alles andere kann man in der Regel auf Sicht fahren. Seit diesem Jahr gibt es einen neuen Siphon am Ende der Schlucht, den man aber gut erkennen kann, da mittendrin ein kaputter, leuchtend roter TOPO steckt. Es sitzt aber keiner mehr drin. Trotzdem sollte man bei der Giarsun-Schlucht immer dran denken, dass man sich weit abseits der Straße in einer tiefen, alpinen Schlucht befindet. Deshalb sollte man auf WW III sicher sein.

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Ardezer-Schlucht
Die Ardezer-Schlucht ist bei niedrigem Wasserstand eine hochalpine Vierer-Schlucht mit mindestens einer Umtrage-Stelle, dem Bockschlitz. Weitere Stellen sollte man bei der persönlichen Erstbefahrung auf jeden Fall besichtigen. So zum Beispiel eine markante Stufe, den Himmelsgucker sowie einige weitere, stark verblockte, stufige Passagen.

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Finstermünster-Schlucht
Im Sommer der absolute Wucht-Knaller, im Herbst nur an zwei Stellen schwieriger als Wildwasser III, dafür aber in einer wunderschönen Schlucht.

Text und Fotos: Christian Zicke

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