Sickline WM 2013: Anya Ermoshina

Autor: Martina
22.12.2013
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- Und wieder ist Sonntag abend und Zeit für unser Interview mit den Teilnehmern der Sickline WM 2013. Heute ist Anya Ermoshina an der Reihe, die leider "nur" den letzten Platz belegte und damit 12. wurde:

Es haben ja nicht allzuviele Frauen an der Sickline WM 2013 teilgenommen, was meinst Du, ist der Grund dafür?

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Ich weiß nicht, ich wundere mich eigentlich auch darüber, immerhin gibt es doch viele gute weibliche Kajaker in Europa. Vielleicht meinen sie, dass sie niemandem beweisen müssen, dass sie die besten Paddler sind?! Für mich persönlich war die Teilnahme an der WM ein Mittel zum Reisen - und wenn Du in DeinemUrlaub etwas unternehmen und nicht bloß langweilig irgendwo herumsitzen willst - dann ist es für einen Paddler doch gut, mitzumachen!

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Wie hast Du Deine Chancen auf einen Gewinn bei der WM eingeschätzt?

Ich denke, ich hatte keine Chance -ich bin einfach nicht gut genug im Wildwasserpaddeln - ich wollte einfach nur teilnehmen und noch eine weitere Tour nach Europa in diesem Herbst unternehmen.

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Wie findest Du die Wellerbrückenstrecke?

Ich finde, die Wellerbrücke ist ein großartiger rapid mit vielen Syphons - nicht einfach!

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Du bist aus Russland, wie kamst Du auf die Idee, an der WM teilzunehmen?

Mein Freund war hier schon ein paar Mal - ich war hier vor zwei Jahren das erste mal, nur für 2 Tage. Ötz ist ein sehr schöner Ort, an den Du gerne wieder zurückkommen willst!

Hast Du Freunde in Deutschland oder Österreich?

Ja, habe ich, es sind Russen, die dort leben und arbeiten.

Wieso wolltest Du gerade dieses Rennen mitfahren?

Es war für mich eine Herausforderung - vor 2 Jahren hätte ich mir noch nicht vorstellen können, dass ich das machen würde. Aber in diesem Jahr bin ich sehr viel gepaddelt und so dachte ich, ich wäre bereit dafür!

Magst Du "sick lines"?

Ja, mag ich, aber nur, wenn ich alles unter Kontrolle habe. 10 Jahre lang war ich verrückt nach Tauchen und jeder neue Tauchgang jenseits der 10 Meter war für mich quasi eine sick line. Ich denke, ich brauche einfach immer ein bißchen Adrenalin...

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Wann hast Du mit dem Paddeln angefangen?

Ich habe mit dem Paddeln 2008 angefangen - aber 3 Jahre lang bin ich pro Jahr nur ungefähr an 15 Tagen gepaddelt und eventuell noch an 4 Wochenenden.

Welche Art des Paddelns magst Du am liebsten? Freestyle, Wildwasser, andere?

Ich mag Wildwasser am liebsten, weil mir der Sport die Möglichkeit zu reisen gibt und damit viele wundervolle Orte in der Welt zu sehen.

Wo paddelst Du normalerweise, wo ist Dein "home spot"?

Ich lebe in Russland und da gibt es keine Spots in der Nähe der Städte. Wir haben einen Kanal ca. 350 km von St. Petersburg entfernt - Wir fahren ungefähr 3 mal pro Saison dorthin. Wir haben einige Flüsse mit schönen Walzen und Wellen, die vor allem im Frühling gut laufen, aber auch die sind weit von zuhause entfernt, ca. 400 km. Also müssen wir immer weit fahren um paddeln zu können. In dieser Saison waren wir in Georgien, der Türkei, Norwegen und im Altai-Gebirge. Es war für mich ungewöhnlich, so viele Reisen zu unternehmen, aber ich würde mir wünschen, dass das öfter klappen würde.

Du bist bei der WM den Zet Veloc gefahren, warum gerade dieses Boot?

Ich mag das Boot. Es ist nicht zu groß, so dass man noch eine gute Kontrolle hat, aber es ist ausreichend lang um schnell zu sein.

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Welches Paddel fährst Du und warum genau dieses Paddel?

Ich fahre das Werner Twist - es hat einen schmalen Schaft und ist sehr robust.

Was bist Du von Beruf?

Ich habe eigentlich 2 Berufe und Arbeitgeber - Ich bin IT-Ingenieurin und zudem abends noch Tauchcoach (nicht scuba diving - Ich bringe den Leuten das Tauchen von Plattformen und Sprungbrettern aus bei) für Kinder und Erwachsene. Ich liebe diese Arbeit, aber sie ist in Russland leider nicht so gut bezahlt, so dass ich das mit dem Hauptjob IT kombinieren muss um über die Runden zu kommen.

Welche Hobbies hast Du - mal vom Paddeln abgesehen?

Reisen, Tauchen, Freeriden, Klettern und Slackline liebe ich sehr.

Vielen Dank für das Interview, Anya, wir hoffen, dass Du nächstes Jahr wieder dabei bist!

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Bericht und Fotos: Martina & Hannes

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