Soulboater Paddeltests: Galasport Rodeopaddel

Autor: Jan-Peter
05.05.2006
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- Seit unserem letzten grossen Paddeltest sind einige Jahre ins Land gegangen und die Hersteller und Tüftler sind nicht müde geworden, neue Fortbewegungsmittel für Creeker und Playboater zu entwerfen und in Serie zu bringen.

In zwangloser Folge werden wir in nächster Zeit Paddel von verschiedenen Herstellern vorstellen, die entweder ganz neu auf dem Markt sind oder von uns seit längerer Zeit im Dauereinsatz auf den Bächen getestet werden.

Beginnen wir mit dem

Galasport Rodeopaddel

Galasport-Paddel werden in der Tschechei hergestellt und lassen sich Custom-Made im Bausteinsystem zusammenstellen. Das bedeutet, aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Blättern, Schäften und Materialaufbauten kann sich jeder Paddler sein individuelles Paddel nach Geldbeutel und Einsatzzweck fertigen lassen. Für kurze Lieferzeiten sorgt dabei die Firma Kanusport Stahl als Vertreter von Galasport in Deutschland, Österreich und Benelux.

Als Playboating- und Wildwassermagazin testeten wir das Talon Alpha und Beta in Verbindung mit dem Rodeoergonomschaft. Das Talonblatt wurde speziell für Rodeo und Wildwasser entwickelt Die beiden Typen unterscheiden sich nur im Detail in der Breite und Länge des Blattes, der Shape ist gleich.

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Es hat eine asymetrische Form und Fläche aus dem neuartigen Material JRS in Verbindung mit Carbon/Aramid Design und ist im Kantenbereich carbonverstärkt. Die Fläche vereint Steifigkeit und Flexibilität durch die ausgewählten Materialkomponenten in gleichem Maße .

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Das Paddel ist durch den Materialaufbau extrem leicht und lässt sich aufgrund der Formgebung flatterfrei führen.

Nicht optimal fürs reine Playboaten erscheint uns dagegen der von uns für den Test gewünschte ergonomisch geformte Rodeoschaft. Die Griffweiten sind recht eng gehalten.

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Das bedeutet, dass bei komplexen Rodeomoves, bei denen das Paddel mehr zum Blatt oder mehr zur Schaftmitte, also nicht genau im eng begrenzten optimalen Griffbereich gehalten wird, sich der Griffwinkel extrem ändern kann und dadurch eine voll kontrollierte Führung erschwert wird.

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Anders verhält es sich beim „normalen“ Wildwasserpaddeln, wo man das Paddel in der Regel immer in einem persönlich präferierten Griffbereich hält:

Hier kommt der gelenkschonende und ergonomisch angepasste Schaft des Paddels voll zum Tragen und die Vorteile einer ergonomisch geformten Paddelgeometrie schlagen voll durch. In jedem Fall ist es wichtig, dass die individuelle Griffbreite des zukünftigen Nutzers des Paddels bei der Bestellung angegeben wird, damit dies beim Zusammenbau des Paddels berücksichtigt werden kann. Galasport Paddel sind aus diesem Grund auch keine Produkte von der Stange sondern individuell gefertigte „Maßanfertigungen“

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Ein riesiger Pluspunkt ist das äußerst geringe Gewicht des gesamten Custom-Made-Paddels. Ich kenne kein Paddel, das bei ausreichender Stabilität für den normalen Wildwassereinsatz (ausgenommen natürlich materialmordende Steilrinnen, hier ist ein Nylonpaddel sinnvoller) so leicht und damit agil ist. Man merkt gleich, dass Galasport eine lange Tradition und Erfahrung im Bau von leichten Wettkampfpaddeln hat.

Fazit: Mit dem Galasportpaddel erwirbt man ein individuell auf seine persönlichen Präferenzen zugeschnittenes Paddel. Für den reinen Einsatz im Freestyle und Rodeo sollte man aber besser einen geraden Schaft wie z.B. den JRS/Carbonschaft verwenden, der Ergoschaft spielt seine Vorteile tatsächlich nur beim „richtigen“ Wildwasserpaddeln aus. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis sind Galasport-Paddel erste Wahl.

Jan-Peter

weitere Infos zu Galasport: www.galasport.de

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