Soulboater-Paddel im Dauertest

Autor: Jan-Peter
29.11.2005
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Seit einigen Jahren schon gibt es Ty-Warp Paddel, die nach einem völlig neuen System produziert werden. Sie bestehen nicht mehr wie „herkömmliche“ Paddel aus 2 Paddelblättern, die auf ein Rohr aus Aluminium oder einem Kunststofflaminat gesteckt und verklebt werden.

Das System der Ty-Warp Paddel basiert auf der Produktion von Hockeyschlägern „aus einem Guss“, d.h. es wird jeweils eine komplette Paddelhälfte Blatt und SchSchaft aus einem Stück in einer Form gefertigt und diese beiden Paddelhälften werden mittels einer Hülse verbunden.

Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass die Drehung der Paddel und auch ihre Länge individuell an den jeweiligen Nutzer über die mittlere Hülse angepasst werden kann. Es werden also die eigentlichen Paddelteile kostengünstig in Großserie gefertigt und trotzdem wird jedes Paddel letztendlich ein „Custom-Made“Produkt.

Ein schwacher Punkt vieler Paddel, der verklebte Übergang vom Blatt zum Schaft wird durch diese Fertigung elegant vermieden.

Doch nun zum Verhalten in der Praxis:

Ich paddele mit dem Ty-Warp „Soulboater-Edition“ mittlerweile in der dritten Saison und mit der zweiten derzeit aktuellen Version dieser Paddellinie.

Es basiert auf dem Spitzenmodell Warp 8 und besticht zunächst einmal durch sein sehr schön gestyltes Design. Eigentlich ist so ein Paddel viel zu schön zum Paddeln, aber seine Qualitäten führen dann doch zu dauerndem Einsatz auf dem Bach.

Das Blatt lässt sich aufgrund seiner Formgebung flatterfrei führen und der Schaft liegt wegen der ausgeprägten Ovalisierung gut in der Hand.

Die zweite Generation der Warp 8 Paddel hat einen polierten Schaft ohne fühlbare Naht aus der Produktion, hier wurde durch die Polierung schon fast zuviel des guten getan: Der Schaft ist sehr sehr glatt und bedarf einer eigenen Behandlung, damit das Paddel griffiger wird: Entweder mit Wachs einreiben, was aber nur einen kurzen Effekt für ein bis zwei Paddeltouren hat oder den Paddelschaft mit ganz feinem Schmirgelpapier ganz leicht anrauen. Nicht zuviel, damit man sich beim Paddeln keine Blasen holt.

Die Form des Paddelblattes mir dem „Design-Zacken“ ist auf den ersten Blick ungewohnt, soll aber nach Herstellerangaben den letzten Kick im Wasser geben. Ich habe davon nicht viel gemerkt, finde aber äußerst vorteilhaft, dass man sich durch das gezackte Blattende viel besser am Flussgrund oder am Ufer abstossen kann, ohne wie oft bei anderen runden Paddelblättern abzurutschen.

Die Soulboater-Edition des Warp 8 ist sehr leicht, je nach Länge 800 bis 850 Gramm und dieses geringe Gewicht merkt man natürlich sofort auf dem Bach oder im Playspot: Man ist viel beweglicher, hat eine höhere Schlagfrequenz und damit funktionieren einige Moves einfach leichter.

Das Material Kevlar-Carbon ist sehr abriebfest und stabil, das Paddel bekommt zwar Schrammen und Riefen und der Zacken am Blattende wird mit der Zeit immer kleiner und runder, es hat aber vielleicht auch aufgrund der Anzahl der Lagen des Gewebes am Blattende viel weniger Abrieb als vergleichbare Prepeg-Paddel.

Zusammenfassend hat das Warp 8 den Dauertest gut bestanden, ich fahre auch weiterhin gerne damit und nutze es sowohl im wildwasser wie auch beim Playboating gleichermaßen.

Ein sehr gut durchdachtes Paddel mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Mehr Infos zu dieser Padelserie gibt es bei Ty-Warp, die „Soulboater-Edition“ nur exklusiv bei Freak-Kajaks Süd -> Andreas Pfeiffer

Jan-Peter

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