Tao Huck Doll: Minipaddler für lange Winterabende

Autor: Jan-Peter
24.11.2006
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Tao Huck Doll: Minipaddler für lange Winterabende

 - Jens Klatt hat es in seinem Film „Pain Killers“ vorgelebt: Wildbäche sind für Paddler da und wenn zu wenig Wasser fliesst, sind die „Foamies“ an der Reihe.

Foamies? Damit sind die kleinen Paddler aus Fußstützenschaum und Heißkleber gemeint, die an langen dunklen Winterabenden von wildwassersüchtigen Kajakfreaks gebastelt werden, denen es draussen zu kalt und zu dunkel ist und die dennoch nicht von ihrem Hobby lassen mögen.

Vor Jahren schwappte die Foamie-Welle aus den USA und England zu uns herüber:

Pyranha vertrieb damals für die Freaks eine modelleisenbahngroße Wildwasseranlage aus PE mit starker Aquarium-Umwälzpumpe, in deren Walzen die Minipaddler schon ganz gut ins Rotieren kamen und bereits vor 10 Jahren die Moves praktizierten, die heutzutage von Top-Paddlern erst nach langem Üben performt werden können, z.B. Big-Air-Loops, McNastys und Mega-Spins. Diese Modellanlagen inspirierten zu größerem, die Resultate lassen sich heute in den künstlichen Wildwasserparks wie z.B. in Penrith, Athen, Markleeberg und Zoetermeer begutachten. In den USA sind Foamies auch heute noch trendy, es gibt z.B. spezielle Rodeos nur für die Kleinen.

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Aus den USA kommt jetzt die nächste Stufe der Wildwasserpaddelpuppen auf uns zu: Die Tao Berman Huck Doll.

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Es handelt sich um eine optisch  sehr gut gemachte Nachbildung von Megastürzer Tao Berman samt Markenequipment von Dagger, Adidas, Stohlquist, ATund natürlich der obligatorischen Red Bull Werbung auf dem Helm.

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Mini-Tao kann eigentlich alles wie im richtigen Paddlerleben: Eskimorollen, sich Wasserfälle runterstürzen,  Cartwheelen und sieht dabei immer cool aus. Nur eins kann er nicht: Hinterher über seine Abenteuer am Lagerfeuer Geschichten erzählen.

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Ein kleiner Nachteil besteht aber doch gegenüber den alten Foamies: Taos Dagger Creekboot hat keine Auftriebskörper und der Schwerpunkt des Paddlers im Boot ist zu hoch. Durch die Spritzdecke kommt deshalb ziemlich schnell Wasser ins Boot und es mutiert dadurch in kurzer Zeit zum Squirter mit ausgedehnten Mystery-Move-Eigenschaften.

Es gibt 2 Möglichkeiten, dieses Handicap zu verbessern und die Tao Huck Doll zur voll wildwassertüchtigen Paddelpuppe zu machen:

Entweder sollte man Tao fest ins Boot reinsetzen, Helm und Paddel in der gewünschten Position festkleben und dann das Innere des Kajaks mit Bauschaum oder ähnlichem so ausschäumen, dass kein Wasser mehr eindringen kann.

Vorher sollte dann auch noch ein Gewicht wie z.B. eine dünne Bleiplatte auf dem Bootsboden fixiert werden, um den hohen Schwerpunkt auszugleichen und Tao damit eine bessere Eskimorolle beizubringen.

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Die zweite und meines Erachtens langfristig schönere und gleichzeitig auch kreativere Variante ist der Nachbau der Huckdoll als echten Foamie mit allen guten Wildwassereigenschaften dieser Gattung.

Fazit: Die Tao Huck Doll ist ähnlich wie der Paddel-Actionman vor ein paar Jahren ein schönes Weihnachtsgeschenk für alle Wildwasserpaddler, an einen echten Foamie kommt er aber noch nicht ganz heran.

Es macht viel Spass, mit ihm im Trockenen spielerisch tolle Wildwasserabenteuer zu erleben und der Paddelnachwuchs ist garantiert verrückt nach ihm.

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Denn eigentlich ist die Tao Huck Doll ein Kinderspielzeug für alle ab 4 Jahren aufwärts. Für 13 US$ und noch einmal 5,90 US$ für den Versand nach Europa ist es ein schönes Weihnachtsgeschenk für Paddler, die sonst schon alles haben.
 

Weitere Infos über die Tao Huck Doll und ähnliche Puppen auch für andere Outdoorsportarten gibt es bei www.huckdoll.com

Jan-Peter

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