Testbericht des Liquidlogic Crossriver

Autor: Christian Zicke
29.05.2006
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Liquidlogic - Crossriver

- Der neue Liquidlogic CR (Crossriver) soll die gelungene Symbiose zwischen Wildwasserboot und Freestyleboot darstellen. Somit reiht sich der CR in die Bootsklasse der modernen Funcruiser neben Wavesport EZG, Pyranha Seven 0, Riot Turbo und Co. ein. Den CR gibt es in zwei Größen. Der Kleine CR 125 reicht locker für Paddler bis ca. 85 Kilo. Jeder der mehr auf die Waage bringt, sollte sich für den CR 250 mit über 230 Liter Volumen entscheiden.

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Der erste Eindruck:

Der CR wirkt gut verarbeitet und wurde mit Liebe zum Detail ausgestattet. Der CR hat verstellbare Hüftfittings, die Ratschen hierfür sind in die Schenkelstützen eingelassen und stören dadurch nicht beim Aussteigen. Für die Füße ist der Bug mit Schaumstoff ausgekleidet - sehr angenehm! ?  Sitz, Schenkelstützen und Hüftfittings lassen sich leicht durch ein paar Drehungen mit dem Schraubenzieher verstellen und an den jeweiligen Fahrer anpassen. Beide CR`s haben ausreichend Platz im Sitzbereich. Ich (183cm groß, Sg. 43) passe gut in den kleineren CR. Im Großen habe ich Platz ohne Ende…..

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Der Praxistest:

Spielbooteigenschaften:

Schon die ersten Paddelschläge lassen darauf schließen, dass der CR nicht für Abfahrtsrennen konstruiert wurde. Das große Volumen, der breite Bug und der starke Kielsprung machen den CR etwas langsam. Auf kleinen Wellen (Bad Aibling) kommt der CR aufgrund der kurzen Wasserlinie relativ schwer ins Gleiten. Durch das große Volumen hält das Boot  aber gut in der Welle und so sind auch Blunts und Spins mit dem CR kein gröberes Problem. Beim Cartwheel macht sich das hohe Volumen in Bug und Heck bemerkbar. Der CR 250 ist wirklich fett! Knapp 100 Kilo Paddlergewicht trägt er noch sehr gut, und ich muss schon etwas arbeiten um die Enden in den Schaumberg der Welle zu bekommen.

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Doch mit etwas Übung ist auch Flachwasse-Cartwheelen kein Problem. In Punkto Kontrolle ist der CR dank seiner Länge von knapp 2,10m (CR 250, CR 125 = 2,05m) den kurzen Rodeostummeln beim Cartwheel überlegen. Schnell stabilisieren sich Bug und Heck in der Vertikalen und der CR lässt sich sauber wheelen. Keine hektischen Manöver, kein unkontrolliertes Wegtauchen des Hecks. Einzig beim Splitwheel muss man kräftig arbeiten, um nach dem Umkanten das dicke Heck wieder ins Wasser zu drücken. Durch das hohe Volumen hält es den CR schön in der Walze. Auch Air-Loops sind mit dem CR kein Problem. Beim Cartwheel ist er natürlich deutlich träger als ein Rodeostummel. Dies bietet aber gerade weniger versierten Rodeopiloten mehr Kontrolle und Führung, da der CR etwas langsamer und weniger nervös reagiert.

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Wildwasser:

Der CR bietet durch die geschickte Volumenverteilung genug Reserven für das Wildwasser. Steile Creeks oder sehr wuchtige Flüsse sind natürlich nicht unbedingt das Einsatzrevier der CR`s. Dafür fehlen dem Boot einfach die Reserven. Für leichtes bis mittelschweres Wildwasser ist der CR aber auch aufgrund seines hohen Spielpotentials genau die richtige Wahl. Durch seinen ausgeprägten Kielsprung booft er leicht über kleinere Stufen und Rückläufe hinweg. Das dicke Heck verzeiht auch den ein oder anderen Fahr- oder Kantfehler. Die Anfangsstabilität ist aufgrund des flachen Unterschiffs mit den ausgeprägten Kanten sehr hoch.

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Fazit:

Der CR ist nicht das einzige Boot auf dem Dach, wenn man zum Stürzen fährt, oder wenn man im nächsten Jahr Rodeoweltmeister werden möchte.
Wenn ich zu Pfingsten an die Soca fahre, dann werde ich aber mit Sicherheit nur den CR mitnehmen. Und zwar den Großen ?

Christian Zicke
http://www.pray4surf.de

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