Jochen Schweizer – Warum Menschen fliegen können müssen

Autor: Jan-Peter
22.07.2019
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Derzeit wird auf ProSieben zur besten Sendezeit jeweils Dienstagabend ab 20:15 Uhr die Serie "Der Traumjob bei Jochen Schweizer" ausgestrahlt.

Mehrere Bewerber müssen die unterschiedlichsten Challenges bestehen, um letztlich ins Finale zu kommen.

Doch wer ist Jochen Schweizer? In seiner Autobiograpie erfahrt ihr Näheres über den früheren Extrempaddler und Businessman:

Jochen Schweizer – Warum Menschen fliegen können müssen

 - Pfingsttreffen des AKC 1984 in Varallo im italienischen Piemont. Das Sesiatal ist voll mit Kajakfahrern aller Coleur. Ein Porsche 911 Cabrio ausgestattet mit einer aufwändigen Dachträgerkonstruktion und beladen mit zwei Wildwasserkajaks polarisiert auf dem Campingplatz, erregt unter vielen Wildwasserpaddlern eine Mischung aus bewunderndem Neid und ablehnender Missgunst.

Das ist das Auto des berühmt-berüchtigten Extrempaddlers Jochen Schweizer, munkelt man und erwartet spektakuläre Befahrungsnachrichten am abendlichen Lagerfeuer. Für den Abend hat AKC-Starkoch Michael Harms sämtliche Hühnerbrüste in 100 Kilometer Umkreis aufkaufen lassen, um die hungrige Meute an Kajakfahrern mit fünf-Sterne-Hotel-würdigem Tessiner Risotto zu verköstigen.

Die Sensationsmeldung kommt dann auch von Jochen Schweizer, leider diesmal absolut negativ und nicht von sondern über ihn: Er hatte bei der Befahrung eines Wasserfalls der Sesiaklamm unterhalb Piode einen lebensgefährlichen Stecker. Nur durch bewusstes Brechen seiner Beine konnte er sich aus dem Boot und vor dem sicheren Ertrinkungstod befreien. Aktuell befindet er sich bereits im Rettungshubschrauber auf dem Weg ins Krankenhaus nach München...

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Als ich das Buch Warum Menschen fliegen können müssen von Jochen Schweizer vor zum ersten Mal in die Hand bekam, fiel mir dieses Erlebnis spontan wieder ein.

Ich war damals als frischgebackenes AKC-Mitglied in Varallo mit dabei, als sein Unfall passierte. Auch später kreuzten sich bei Treffen des Alpinen Kajak Clubs des Öfteren unsere Wege, auch wenn wir nie persönlich zusammen in derselben Gruppe auf dem Bach waren.

Jochen galt als extrovertiert und unnahbar, hatte einen Superstar-Status in der damals noch recht überschaubaren Wildwasserszene, den er durch gewagte Aktionen und spektakuläre Befahrungen auch zu pflegen wusste.

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Sein Film „Family Mad“ war der erste „Kajak-Porno“, der einem breiten Publikum nicht die sonst üblichen landschaftlichen Schönheiten des Kanufahrens in freier Natur aufzeigte, sondern nur aus „Action“ verpackt in eine lustige Rahmenhandlung bestand. „Normaler“ Extremsport aus heutiger Sicht, sensationelles Kino vor 25 Jahren.

Ich las das Buch in zwei langen Nächten nahezu am Stück durch und war bewegt und betroffen zugleich.

Bewegt, weil viele Details aus Jochen Schweizers Kajakfahrerleben mir sehr vertraut als Teil meiner eigenen Vergangenheit die Erinnerung an haarsträubende Erlebnisse wieder aufleben liessen.

Betroffen, weil die Erzählungen Jochen Schweizers gerade im zweiten Teil des Buches über seine Familie(n), Kinder und beruflichen Erfolge und Tragödien mir doch sehr nahegingen, weil ich seine Gedanken als Outdoor- und Actionsportler gut nachvollziehen kann.

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Jochen Schweizer beschreibt in seiner Autobiographie sein Leben mit allen Höhen und Tiefen. Vom ersten Balancieren auf einem Autobahnbrückengeländer, um die Höhenangst zu überwinden, geht es über Extremerfahrungen mit der Enduro XT 500 bei Wüstendurch-querungen und erstem erfolgreichen Geldverdienen als „Versicherungsstruki“ und Autoexporteur übers Kajakfahren in die Luft:

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Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen und schließlich Bungeespringen werden Jochen Schweizers Hobby und später Lebensinhalt. Immer spektakulärere Aktionen auch fürs Fernsehen machen ihn bekannt und insbesondere seine Bungeesprunganlagen in Deutschland zu einem Muss für Adrenalinjunkies.

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Das Geschäft boomt – bis zum tödlichen Unfall in Dortmund und seinen weitreichenden Folgen nicht nur wirtschaftlicher Art. Aus der folgenden persönlichen Abgrundtiefe kommt Jochen Schweizer mit einer neuen kreativen Idee erfolgreich wieder nach oben.

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Doch nicht nur Extremsport und geschäftliche Erfolge und Misserfolge sind in diesem Buch beschrieben, auch von seinen familiären Höhen und Tiefen erzählt der Autor auf sehr authentische Art und es wird dem Leser wiederholt deutlich, warum das Buch den Titel „Warum Menschen fliegen können müssen“ tragen muss.

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Das Buch kann direkt über Jochen Schweizers Website erworben werden.

Daneben gibt es das Buch in allen Buchhandlungen und selbstverständlich beim grossen Onlinebuchhändler Amazon.

Wer die von Jochen Schweizer beschriebenen Abenteuer einmal selbst ausprobieren möchte, findet die Möglichkeit dazu hier

Viel Spass beim Lesen!

Buchbesprechung: Jan-Peter Reichardt

Fotos: Heinz-Georg Luxen und Jochen Schweizer

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