TV-Dokumentation über Snowkayak

Autor: Heinz-Georg Luxen
08.04.2010
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Snowkayaking in der Skihalle Wittenburg
oder:
Ein Tag mit Aqua TV


 - Mittlerweile hat sich das Snowkayaken im Winter für viele Paddler zum festen Bestandteil ihrer sportlichen Aktivitäten gemausert. Das ehemalige Image eines Zeitvertreibs diverser „Spinner“ und „Verrückter“, hat sich deutlich zum Positiven gewandelt.

Die ehemaligen Schrecken der Skipisten in ihren bunten „Plastikschüsseln“ werden zunehmend ernst genommen, sicherlich auch ein Verdienst der sich häufenden Präsenz im Internet und den Printmagazinen, welche wiederum das Interesse anderer Medien an dieser, gar nicht mal so jungen, Sportart. erweckt.

Aus diesem Zusammenhang heraus entstand, dank der Koordination von Soulboater.com, ein Drehtermin mit dem Berliner Wassersportsender Aqua-TV.

Aufgrund der absolut garantierten Schneesicherheit entschied man sich für die Skihalle des alpincenter Hamburg-Wittenburg als Location.

Vor ein paar Wochen war es dann so weit und wir enterten (teils mit familiärem Anhang, denn schliesslich bietet die Skihalle gerade auch für Kinder eine ganze Menge Spass: Rodeln im Schnee, ein riesiges Kinderland und eine kostenlose Wii- Station) voller Erwartung die Halle.

.....und, was soll ich sagen, unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen.

Ein riesiges Podium mit fünf Mikrofonen, Stühlen, Scheinwerfern, Lautsprecherboxen und einer Rückwand mit gewichtigen Sponserenaufklebern gespickt von A- wie Adidas bis Z- wie ZDF standen bereit für die Pressekonferenz.

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So viel Aufmerksamkeit der Medien hatten wir nicht einmal im Traum erwartet. – Na ja, mehr als das war es dann auch nicht, zumindest für uns, denn das ganze Spektakel galt der Pressekonferenz eines gewissen Boxweltmeisters vor seiner Titelverteidigung. :-)

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Doch was solls, Ehre wem Ehre gebührt. Immerhin erfuhren wir diese durch anwesende Skifahrer, deren Interesse deutlich zu unseren Gunsten ausging. Also: Klarer Sieg nach Punkten für das Snowkayaking!

 Doch dann ging es endgültig los und wir zelebrierten nebst zwei Kameramännern den Einzug der Gladiatoren in die Skihalle. „...das war schon mal nichts, viel zu steif, zu wenig Freude kommt rüber - also noch mal bitte“, so die freundliche Aufforderung des Aufnahmechefs.

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Irgendwie waren wir anfänglich wirklich noch ein wenig gehemmt, doch nach dem fünften Versuch und einigen Schmunzelattacken der umstehenden Zuschauer und Fangemeinde war das Ding im Kasten und wir hatten eine leise Vorahnung von dem, was da wohl noch auf uns zukommen sollte.

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Es folgten Lift- und Detailaufnahmen, gepaart mit dutzenden Abfahrten, aufgenommen aus allen möglichen und unmöglichen Blickwinkeln einer doppelten Kameraführung, auf dem leichteren oberen Teil der Piste.

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Als die Pflicht nun auf diesem Teil der Piste erledigt war, wollten die Jungs ein wenig mehr Action sehen: Nahes heranfahren an die Kamera, aufstiebenden Schnee, rumreissen des Bootes in letzter Sekunde und wenn möglich noch eine gepflegte Rolle über den Schnee....

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... und in der Tat, wir nehmen die Kameraleute beim Wort, äh. vielleicht hab ich sie sogar zu wörtlich genommen, jedenfalls geben wir alles und noch ein bisschen mehr, wobei Kameramann Nummer eins nur knapp einem Bruch des Handknochens entgangen ist...

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Doch Hut ab: Der Mann ist hart im nehmen und Eis zum kühlen gab es zum Greifen nahe ja mehr als genug. – Bei der Mittagspause war er bereits wieder , wenn auch unter Schmerzen, zu selbständiger Nahrungsaufnahme fähig.

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Inzwischen waren wir gut eingefahren und es ging auf den steilen Teil der Piste. Der Blick von der - ja man kann schon fast von einer Abrisskante sprechen - oberen Startposition lässt zugegebenermassen das Adrenalin hochschiessen.

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Immerhin blicken wir auf eine stark verharschte als rot klassifizierte Piste von über 30 Prozent Gefälle. Die Abfahrt ist wahrlich atemberaubend, jede noch so kleine Unebenheit der Piste wird direkt auf das Boot und dem darinsitzenden Fahrer übertragen, ein beissender Fahrtwind treibt Tränen in das Gesicht, der Blick verzerrt sich mehr und mehr, um letztendlich zum Tunnelblick zu verschwimmen.

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Geschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometer werden erreicht und dennoch kann man durchaus von einer kontrollierten Befahrung sprechen, bei der man entgegen aller Horrorstories gezielt im Auslauf der Piste mit einem breiten Grinsen im Gesicht ins "Kehrwasser" vor der Talstation einschwingt.

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Bei derartigen Geschwindigkeiten und den Schneeverhältnissen in der Halle (technisch bedingt leider etwas zu wenig Powder) ist ein präzises Carven jedoch nicht mehr möglich, ein entsprechender Versuch dürfte im Tiefflug wohl unweigerlich einen Umschmiss zur Folge haben, welcher wiederum nicht unbedingt der Gesundheit förderlich wäre!

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Nach der Pause zum Aufwärmen wird noch zwei Stunden weiter gedreht und ein kurzes Interview mit den Protagonisten gemacht, denn Ziel der Dreharbeiten sollte ja nicht nur eine Dokumentation übers Snowkayaking seiin sondern auch noch zusätzlich eine andere Version des Films, um diese dann auch im Boulevardfernsehen zu vermarkten.

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Auch wenn das Snowkayakfahren für mich nur das Methadon des Wildwasserpaddelns ist, macht es ab und an genossen eine Mordsgaudi. Ich hoffe dieser Spass kommt im Film, der bald in mehreren TV-Programmen zu sehen sein wird, zum Ausdruck. Jedenfalls waren die Stunden in der Skihalle zusammen mit den Jungs von Aqua TV eine wunderbare, wenn auch anstrengende Abwechslung zum normalen beruflichen Stress!

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Ein besonderer Dank für diesen aussergewöhnlichen Tag gilt Jan-Peter von Soulboater.com für die Organisation, den Mitarbeitern des alpincenter Hamburg-Wittenburg für die freundliche Aufnahme und Kooperation sowie den Kameraleuten von Aqua-TV für die professionelle Arbeit und das mediale Interesse am Kanusport allgemein!

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Text: Heinz-Georg Luxen

Fotos: H-G und J-P

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