Vorderrhein und Seitenbäche

Autor: Marcel Schirmer
22.06.2010
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Vorderrhein und Seitenbäche

 - Viele kennen es: Ist man in einer großen Paddlergruppe unterwegs, hat jeder andere Wünsche wenn es ums Paddeln geht.

Was soll man nur machen, wenn man Anfänger und Profis unter einen Hut bringen will? Man sucht sich das richtige Revier aus: Den Vorderrhein und seine Seitenbäche im Kanton Graubünden in der Schweiz!!

vorderrheinschlucht_500

Ein Klassiker, den man im Surselva gepaddelt haben sollte ist die große Vorderrheinschlucht. Einstieg ist in Ilanz, ab hier schlängelt sich der Vorderrhein in eine herrliche Schlucht mit grandioser Landschaft. Nach 21 Kilometern erreicht man den Ausstieg in Reichenau. Die Schwierigkeiten bewegen sich zwischen II und III.

vorderrhein_ausstieg_trun_500


Wenn man gerade in Ilanz ist, kommen alle Wuchtwasserspezialisten und alpinen Kajakfahrer auf ihre Kosten. Der Valser Rhein präsentiert sich als schwieriger Bach, den man sich vor einer Fahrt anschauen sollte. Hier ist oft mit Baumhindernissen, bzw. mit unfahrbaren Stellen zu rechnen. Genau das richtige für die Wildwasser-Cracks! Schwierigkeiten zwischen III und VI.


Der Glenner kann entweder nach einer Valser Rhein-Tour angehängt werden oder 7 Kilometer lang von Uors bis Ilanz gepaddelt werden. Alle Kernstellen können von der Straße aus besichtigt werden. Der Rücklauf der Walzen sollte nicht unterschätzt werden, denn es kommt doch schneller zu einem Schwimmer, wie man denkt.

Vorsicht an dem Wehr unterhalb von Uors! Weitere Schwierigkeit ist das dunkel graue Wasser, das doch einen Angst einflößenden Charakter hat. Schwierigkeiten im III bis IV-er Bereich.

Doch auch der oberste Glenner verbirgt für die Extremfahrer ausreichend Schwierigkeiten im V und VI Grad. Gefahren werden 6 Kilometer von Vrin bis Surin.


Fährt man weiter ins Vorderrheintal, sind alle Anfänger und Wildwassergenießer wieder an der Reihe. Von Tavanasa bis Ruein gibt es viel Wildwasser II zum üben.

Wählt man den Campingplatz in Trun als Lager, so kann der Vorderrhein ab Pardomat (WW III-IV), ab Cumpadials bzw. ab Surrein (WW II-III) bis nach Trun gefahren werden.

somvixer_rhein_kernstelle_500


Das nächste Seitental (Val de Sumvitg) bietet für die ganze Gruppe Spaß und viel Natur. Oben am Stausee angekommen heißt es für die Profis Boote Schultern, ziehen oder auf den Bootswagen binden. Der Rest der Gruppe zieht die Wanderschuhe an und begleitet die Paddler den Berg hinauf. Die 3 Kilometer Traumwildwasser muss man sich zwar erst erarbeiten, dafür hat man WW IV (V-X) am Stück. Eingestiegen werden kann in beiden Seitenarmen, die in ihren Oberläufen steiles und alpines Wildwasser bieten. Am besten schaut man beim Hochlaufen die Kernstellen des Somvixer Rheins an.


Fährt man weiter Richtung Lukmanierpass, wartet der Medelser Rhein auf unsere Cracks! Der leichtere Abschnitt startet meist in der Cristallina und endet nach 3 Kilometern WW III-IV(V) bei Platta. Der Kernbereich kann gut besichtigt werden und der unfahrbare 12-Meter Wasserfall (bzw. 6 Meter) sollte rechts umtragen werden.

medelsbach_500


In Platta ist gleichzeitig der Einstieg in die Medelsbach-Klamm, die Traumwildwasser bietet (ca. 2 km, WW IV-V)! Der Ausstieg bei Curaglia sollte rechtzeitig festgelegt werden, da der Bach ungesichert, ohne Kehrwasser und Möglichkeit zum Anhalten in einen Stollen fließt!


Weitere nahe liegende Gebiete und Bäche, die auf Hin-,Ab- und Weiterreise angesteuert werden können: Hinterrhein, Albula, Landquart, Reuss und Furkareuss.
(Zu allen genannten Bächen sind Online-Pegel verfügbar.)

Marcel Schirmer

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