Bye bye Nordwelle - Bonjour Leinewelle

Autor: Jan-Peter
22.02.2015
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Norddeutschland ist nicht unbedingt üppig mit Wildwasserbächen und Playspots gesegnet. Natürlich gibt es einige kleinere Wellen und Walzen, die für einen Nachmittag durchaus Playpotenzial haben, aber eine "perfekte Welle" wie am Münchner Eisbach existiert nur in Bispingen direkt neben dem auch "Heidegletscher" genannten Snowdome.

Leider erreichte uns vor einigen Tagen die Mitteilung, dass auch diese Surfwelle der Vergangenheit angehören wird.

Die Welle wird nach 3 1/2 Jahren Betriebszeit an den Produzenten zurückgegeben, es soll dafür eine neue Attraktion errichtet werden.

Sehr schade für die Norddeutsche Flusssurf- und Playboating-Community, doch es besteht mittelfristig Hoffnung fürs Wellenreiten durch ein neues Projekt, das in Hannover von engagierten Flusssurfern vorangetrieben wird:

Die Leinewelle

Das Konzept der Leinewelle:

Das Wassergebiet vor dem Wehr am Leineschloss Hannover hat sich für die Planer als optimal herausgestellt. Hier kann mit relativ geringem Aufwand eine „stehende Welle“  für Surfbegeisterte und Interessierte sogar in doppelter Ausführung realisiert werden. Mit dem Wehr am Schnellen Graben sind alle notwendigen wasserbaulichen Anforderungen erfüllt, um die Welle am Leineschloss mit der notwendigen Wassermenge zu versorgen. Der Eingriff in den Naturraum der Leine somit relativ gering.

Durch eine Verengung des natürlichen Wasserlaufs der Leine entsteht die notwendige Fliessgeschwindigkeit, die eine stehende Welle ermöglicht – ähnlich wie auf dem Eisbach in München. Das Projekt lässt sich optimal in den geplanten Umbau des Hohen Ufers integrieren und führt im besonderem Maße zu einer Belebung und einem neuen Erleben der Flusses.

Kernstück für die Umsetzung der Leinewelle ist eine sogenannte „Weiße Wanne“ aus Beton. Das ist ein in-sich-geschlossenes Bauteil, durch dass das Wasser geführt wird. Innerhalb des Kanals der Wanne wird durch eine Modulation des Untergrunds die Welle definiert. Die Steuerung der notwendigen Wassermenge erfolgt durch das angesprochene Wehr am Schnellen Graben. Das Besondere: durch die örtlichen Gegebenheiten lassen sich zwei hintereinander folgende Wellen realisieren.

Diese zwei Wellen haben verschiedene Höhen und damit unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Dadurch entstehen gleichzeitig zwei Surfmöglichkeiten – zum Beispiel für Einsteiger und Könner.

Die Leinewelle wird auch für Playboater sehr attraktiv sein, nicht nur deshalb ist eine Unterstützung des Projekts sehr sinnvoll.

Weitere Infos zum aktuellen Stand der Leinewelle gibt es hier

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